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Vinotkek für die Winzergemeinschaft Franken und Neuordnung der Gesamtanlage
Prof. Ingrid Burgstaller
Prof. Hartmut Fuchs
Prof. Nadja Letzel


Ausgangslage 
Die Winzergemeinschaft Franken eG in Kitzingen-Repperndorf ist mit einer bewirtschafteten Fläche von ca. 1.400 ha und einer Mitgliederzahl von ca. 2.400 Winzerfamilien der größte Weinerzeuger in allen fränkischen Weinregionen zwischen Spessart, Steigerwald, Tauber und Saale. Diese Größe drückt sich auch in den bestehenden Gebäuden der Winzergemeinschaft Franken in der Nähe des Autobahndreiecks Biebelried an der A 7 aus. Dem äußeren Eindruck nach eher ein Industriebetrieb ist im Laufe der Jahre ein Konglomerat von Gebäuden und Gebäudeteilen entstanden, dem es an jeglichen Hinweisen auf das darin verarbeitete, gelagerte und vermarktete Kulturgut „Wein“ mangelt.
Schon immer standen Wein und Architektur in einem engen Zusammenhang. Schriftliche und bauliche Zeugnisse von Vitruv, Plinius, Kloster Eberbach (Drehort der Verfilmung von „Der Name der Rose“ von Umberto Eco, Hauptrolle Sean Connery) bis zu Bofill, Perraudin, Angonese, Holl, Tscholl, Barrozo/Vega, Herzog & de Meuron und viele andere mehr verweisen auf die vielseitigen Verflechtungen dieser  Kulturgüter.
Ausgehend von diesen Erkenntnissen besinnen sich immer mehr Weinbauregionen und Weinbaubetriebe auf die ursprünglich gewachsenen Traditionen und entdecken die Weinherstellung und Weinvermarktung als Teil der Lifestyle-Diskussion. Dabei soll eine anspruchsvolle Architektur den Rahmen bilden für optimiertes Produzieren, stilvolles Degustieren und angeregtes Diskutieren und Genießen. Die Verknüpfung mit weiteren kulturellen oder touristischen Elementen soll neue Interessengruppen erschließen und unter dem Gesichtspunkt „Klasse statt Masse“ die Wertigkeit des Kulturgutes Wein unterstreichen. 
So gab es beispielsweise im Herbst/Winter 2005/2006 eine große Ausstellung in Wien unter dem programmatischen Titel „WeinArchitektur – Vom Keller zum Kult“ über die fruchtbare Verknüpfung von Weinbau und Architektur. Es entstanden in der Folge eine Vielzahl beachtenswerter Bauten für Weingüter und Kellereibetriebe, vor allem in Deutschland, Frankreich, Österreich, Südtirol, Kalifornien und Südafrika.
Erwähnt werden soll auch der „Architekturpreis Wein“, den die Architektenkammer Rheinland-Pfalz seit 2007 im dreijährigen Rhythmus verleiht. In diesem Spannungsfeld überdenkt auch die Winzergemeinschaft Franken ihre Vermarktungsstrategie und möchte den Wein als historisches und natürliches Kulturgut wieder mehr in den MIttelpunkt stellen. Eine zentrale Botschaft der Winzergemenschaft Franken ist dabei: „Der fränkische Bocksbeutel ist ein Qualitätsversprechen. Und das gilt es Jahr für Jahr und von Ernte zu Ernte wieder neu zu halten.“

Aufgabenstellung
Für die Neuordnung der Winzergemeinschaft steht die Fläche nordwestlich des Kellereibetriebes (bestehende Parkplatzanlage) sowie die sich an den Betriebshof südlich anschließende Freifläche zur Verfügung. Die Auswahl des richtigen Standortes ist Teil der Aufgabe und entsprechend zu begründen. Es sollen signifikante Gebäude entstehen, die in ihrer funktionalen und gestalterischen Ausprägung die anspruchsvollen Ziele der Winzergemeinschaft widerspiegeln.