Das Labor von Architektinnen und Architekten ist der gebaute Raum. Durch die Begehung und das direkte räumliche Erfahren vor Ort lässt sich überprüfen, ob die Idee des Entwurfs in der Wirklichkeit Bestand hat und damit angemessen ist. 

Deshalb bilden Exkursionen einen festen Bestandteil des Studiums und sind als praktische Ausbildung am Objekt Teil des Studienplans. Die Wahl der Themen und Orte orientiert sich am Studienstand. Die Ziele sind von Jahr zu Jahr unterschiedlich und sowohl international als auch regional angesiedelt. Die Organisation übernimmt das Lehrpersonal, die Studierenden bereiten sich mit Referaten vor, die in einem Reiseführer zusammengefasst werden.

Während des Bachelorstudiums findet jedes Semester eine fünftätige Exkursion statt, bei der durch Lehrveranstaltungen am Objekt der Ort analysiert und bewertet wird. Im ersten Semester soll der Studierende seinen neuen Studienort und dessen Umgebung kennenlernen, bevor er im zweiten Semester durch die sogenannte „West- und Ostexkursion“ Deutschland in seiner vielschichtigen Baugeschichte kennenlernt. In den darauffolgenden Semestern finden die Exkursionen zu ausgewählten Architekturthemen in Deutschland und im europäischen Ausland statt, wodurch Gebäude und städtebaulichen Entwicklungen in ihrem örtlichen, klimatischen und kulturellen Kontext untersucht und verstanden werden sollen. 

Ergänzende Begegnungen vor Ort mit Akteuren der jeweiligen Entwurfs- und Planungsprozesse lässt den Studierenden die Vielschichtigkeit ihres zukünftigen Berufs erfahren und ein Repertoire an baulich-räumlichen Lösungen und Referenzen für die eigene Entwurfsarbeit erwerben.

Durch eine Vor- und Nachbereitung der Exkursion, bei der eine selbstständige theoretische Vorbereitung mit eigener Erfahrung und Bewertung kombiniert wird, nimmt der Studierende zum einen an der Diskussion über aktuelle und fachbezogene Fragestellungen teil und schult zum anderen seine bewusste räumliche, gestalterische und soziale Wahrnehmung.