• "Zeichen heißt erkennen", 1. Semester, 2015
  • Egidienplatz, Nürnberg von Muhammet Mustafa Salihoglu, 2.Semester, 2015
  • verschiedene Verfasser, 1. Semester, 2014
  • Verena Engel, 4. Semester, 2014
  • von Lukas Flotter, 2. Semester, 2016
  • von Lisa Wohlrabe, Latoya Hirschfelder, Eva Game, und Julia Bahnlein, 4. Semester, 2016
  • Exkursion zu der Architektur Biennale in Venedig, Oktober 2014

1. Semester:  „Freihandzeichnen ist nur ein Bildchen zu schaffen.“ Diesem allgemeinen Vorurteil soll im ersten Semester inhaltlich entgegengewirkt werden, denn es ist viel mehr. Das bedeutet, pädagogisch beim Studierenden neue Erkenntnisse auf unterschiedlichen Wegen zu ermöglichen. Die Einstellung zur persönlichen künstlerischen Arbeit zu begleiten, wird wichtiger Bestandteil der Lehre. Erfolgreich kann schon die Suche nach den Zusammenhängen von Form, Proportion, Material und dessen Fügung werden, wenn sie ehrlich und mit Hingabe zur gewünschten Darstellung führt. Die notwendigen Arbeitsschritte führen über unser Gesichtsfeld hin zum perspektivischen Sehen, d.h. es geht um selektives Wahrnehmen von architektonischen Situationen, bzw. im ersten Semester um ein Verständnis für Grundlagen. Diverse Zeichengeräte und der Umgang mit ihnen als Mittel zur Wiedergabe werden erprobt; das Verständnis für die Aussagekraft im Bildwerk wird geweckt. 

2. Semester: Die Beschäftigung mit der urbanen Umwelt durch die Intensität des Zeichnens ist im zweiten Semester unser Thema. Von der Architektur werden sowohl Maßstabsgefühl als auch bildnerische Komposition wachgerufen. Intuition und Einsicht in die Welt geben sowohl dem Gefühl für den Raum als auch dem rationalen Beschreiben von Körpern ihren Platz. Die Wahl für Standpunkt und Horizont beim Zeichnen ist zu üben, denn es gibt keine standpunktfreie Erkenntnis, lehrt der Perspektivismus. Die Ernsthaftigkeit und Konzentrationsfähigkeit zeigen sich auf das Schärfste umrissen in der gleichzeitigen Beanspruchung für Körper und Geist beim Zeichnen. Mit Fehlversuchen und der eigenen Unzulänglichkeit zu leben ist schwer und muss durch Hilfestellungen ausgeglichen werden, seelisch und moralisch. 

Die Perspektivlehre mit den Verkürzungen und Fluchtungen ist ein Teil der Darstellenden Geometrie und damit die Grundlage für das räumliche Denken. Das Begreifen und zeichnerische Ertasten der Bildebene, in unserm Fall der Zeichenblock im Abstand zum Auge, ergibt das gewählte Motiv. Alles was der Block verdeckt, muss gezeichnet werden, so sagt eine Faustregel. 

3. Semester: Der Mensch als Maß aller Dinge steht beim Aktzeichnen im Mittelpunkt, mit Modellen voller Authentizität, für alle im Zeichensaal spürbar. Man kann sich dem nicht entziehen. Speziell auch in unserer modernen Zeit, die von vielen Ablenkungen und ständig wechselnden visuellen Reizen geprägt ist, wird die alte, nie ungültige Kunst des Aktzeichnens in unsere Lehre integriert. Mit großem Traditionsbewusstsein und Eifer sind alle, d.h. Modelle, Studierende und Dozenten bei der Sache.

Proportionsstudien des Menschen von Albrecht Dürer über Michelangelo Buonarotti und Leonardo da Vinci aus der Renaissance über Le Corbusiers Modulor bis heute dienen der Vorbereitung. Die schnellen Zeichnungen mit weichen Stiften trainieren die überaus wichtige Schaltung vom Kopf in die Hand. Im Umkehrschluss ist das ja auch eine wichtige Hilfe für das Entwerfen, man denke hier an „the first sketch“.

4. Semester: Das Zusammenfügen der Eindrücke von Landschaften, Architekturen und Menschen durch das Mittel der Zeichnung verlangt nach Abstraktion, d.h. der Verschränkung des Gesehenen mit der Bedeutungsfindung der gewünschten Bildaussage. Erkennen von Motiven, Reduktion auf das Wesentliche, perspektivische Richtigkeit, geglückte Bildkomposition und grafische Kompetenz sind erforderlich, um eine sehenswerte Abbildung von Gesehenem mit persönlichem Blick und Handschrift zu schaffen. Zeichnungen müssen nicht unbedingt schön sein, aber gehaltvoll und selbstbestimmt und man sollte sich damit identifizieren können. Ein Skizzenbuch wird zum Selbstzweck geführt, will sagen, nur für sich selbst, man zeigt dem Interessierten nur, was man will.