Holzleichtbeton für die Außenwandsanierung (01/2012 – 03/2014)


Das Kompositmaterial stellt eine Art ‘Low Tech’-Ansatz im Bauwesen dar:  Einsatz von Reststoffen bei energie- und resourcensparsamen Herstellungsprozessen. Erste Anwendungen in Demonstrationsprojekten bestätigten die positiven Einschätzungen von Holzleichtbeton. Das Material ist neben Anwendungen im Innenausbau aufgrund der guten Witterungsbeständigkeit ebenfalls für den Einsatz im Außenbereich, z.B. bei der Sanierung von Außenwänden / Fassaden geeignet.

Gerade für die energetische Ertüchtigung des Gebäudebestandes fehlen in der Breite ‘nachhaltige’, gleichermaßen ökologische wie architektonische Alternativen zu gängigen Lösungen im sogenanntem “Vollwärmeschutz” mit Wärmedämm-Verbundsystemen (WDVS). Hier versprechen plattenförmige Bauteile aus Holzleichtbeton durch funktionale wie konstruktive Leistungsmerkmale und gestalterisch anspruchsvolle Oberflächen neue Einsatzpotentiale für Holzverbundwerkstoffe; auch können diese das Spektrum an Fassadenlösungen mit Holz und Holzwerkstoffen im Bauwesen erweitern.

Holzleichtbeton eröffnet für das Bayerische Zimmererhandwerk die Erschließung neuer Arbeitsbereiche (stoffliche Nutzung von Abfällen der Holzverarbeitung) und Anwendungsfelder (Plattenwerkstoff in der energetischen Sanierung).

Für den geplanten Einsatzbereich von Holzleichtbeton-Bauteilen bestehen eine Reihe von Fragen bzgl. der Optimierung der Mischungsverhältnisse für den bewitterten Einsatz. Auch sind Aspekte von Herstellung, Montage, Fügung noch nicht hinreichend untersucht. Ferner fehlen besonders unter dem Gesichtspunkt der Ressourcen- und Energieeffizienz fundierte Einschätzungen zu den Potentialen des Recyclings von Holzleichtbeton und der Wiederverwendung als Zuschlagsstoff.
Neben materialtechnologischen Untersuchungen und experimentellen Arbeiten zu Fertigung und bauseitigen Einbau sollen zur Evaluierung der konzeptionellen Ansätze anwendungsbezogene praxisnahe Untersuchungen durchgeführt und insbesondere Grundprinzipien für den Einsatz im Fassadenbereich als vorgehängte, hinterlüftete Wandplatten erarbeitet werden (Plattenaufbauten, Schichtenfolgen, Kantenausbildung, Unterkonstruktion, Befestigung). Im Rahmen von Fallstudien sollen Funktionsfähigkeit und Gebrauchstauglichkeit des Holzverbundwerkstoffs aufgezeigt werden.

Das erwartete Ergebnis ist eine erweiterte Kenndatenlage zu den Potentialen von Holzleichtbeton als Material für den Einsatz im Bereich der Sanierung von Außenwänden sowie die Dokumentation einschlägiger Entwurfs- und Konstruktionsparameter als Basis für nachfolgende Umsetzungen im Demonstrationsprojekten.