LEONARDO-Zentrum für Kreativität und Innovation

Die Technischen Hochschule Nürnberg, die Akademie der Bildenden Künste und die Hochschule für Musik gründen gemeinsam das hochschulübergreifende LEONARDO – Zentrum für Kreativität und Innovation.

Studierende aus allen drei Hochschulen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Partner aus Unternehmen, Kommunen oder Kultureinrichtungen setzen sich in Projekten mit gesellschaftlichen, kulturellen, transmedialen und technologischen Fragestellungen auseinander. Innovative Lösungen werden im inter­disziplinären Dialog der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, der Technik, der Naturwissenschaften, der freien Kunst und der Musik entwickelt. In interdisziplinären Arbeits- und Forschungslaboren ist LEONARDO – Zentrum für Kreativität und Innovation eine innovative Plattform dreier Hoch­schulen, die alle Unterstützungsleistungen, Infrastrukturen und Handlungsoptionen im Ideenmanagement verfügbar macht.

Technische Hochschule Nürnberg

„Die polytechnische Anstalt in Nürnberg hat den Zweck, Gewerbszöglinge im Zeichnen, in der Mathematik, Architektur, Mechanik, Physik, Chemie und in der Plastik so weit zu unterrichten, dass es dienlich ist, um die Produktion der Manufakte und Fabrikate zu erleichtern, die Produkte selbst zu verbessern und zu veredeln, und den Erfindungsgeist zu beleben und zu erhöhen“.

Mit diesen Worten beschreibt die älteste Vorläufereinrichtung der heutigen Technischen Hochschule Nürnberg im Vorwort des Lehrplans von 1829 ihre „Mission“. Dieses Zitat bringt die lange und kontinuierliche Tradition und Erfolgsgeschichte im Transfer zwischen der TH Nürnberg und der regionalen Wirtschaft zum Ausdruck.

Die Technische Hochschule Nürnberg ist heute mit über 13.000 Studierenden und 330 Professorinnen und Professoren nicht nur eine der großen Hochschulen, sondern auch eine der drittmittel- und forschungsstärksten Hochschulen ihrer Art in Deutschland. Sie ist integraler Bestandteil und sichtbarer Akteur in vielen Netzwerken und Plattformen der überregionalen und regionalen Kooperation zwischen Unternehmen, öffentlichen und privaten Institutionen, anderen Hochschulen sowie außeruniversitären Wissenschaftseinrichtungen.

Die TH Nürnberg verfügt über alle etablierten Instrumente des Wissens- und Technologietransfers. In ihrer Transferphilosophie spiegelt sich dennoch der Geist der Gründerjahre wider - nicht in Form von Traditionspflege, sondern als Auftrag, Innovationsmotor, Impuls-Geber, aber auch als Impuls-Aufnehmer ihrer Region sowie Mitgestalter des öffentlichen Lebens zu sein. Transfer wird also nicht mehr nur als unidirektionaler, quasi-linearer Technologie-Transfer oder in der Form des akademischen Bildungsauftrags als Personentransfer gesehen, sondern als intensive, alltägliche, ganzheitliche, mehrdimensionale und mehrdirektionale Wechselwirkung mit unterschiedlichsten Akteuren in Wirtschaft, Kultur, Politik und Zivilgesellschaft.

Forschungsbasierter Transfer

In 19 - großteils interdisziplinären - Forschungseinrichtungen wurden im Jahr 2016 über 220 drittmittelgeförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchgeführt. Diese werden von der Zentralstelle für Wissens- und Technologietransfer und der Erfinder- und Patentberatung administrativ unterstützt. Die Bandbreite der F&E-Vorhaben reicht von Auftragsforschung für regionale KMU bis hin zu großen nationalen und internationalen Verbundprojekten mit Unternehmenspartnern z.B. im Rahmen von Horizon 2020 und der Beteiligung an dem KIC (Knowledge Innovation Community) Raw Materials des European Institute of Technology (EIT).
2016 wurde der forschungsbasierte Ideen-, Wissens- und Technologietransfer und die enge Zusammenarbeit mit Wirtschaftspartnern durch eine Spitzenplatzierung (Platz 2) im weltweiten Ranking U-Multirank in der Kategorie „Co-Publikationen mit Unternehmen“ sichtbar, an dem 1.300 Hochschulen und Universitäten aus 90 Ländern teilgenommen hatten.

Wissensbasierter Transfer

Die Palette der Transferformen über „Köpfe“ reicht vom studienintegrierten praktischen Studiensemester und Projektphasen in allen Studiengängen, verschiedenen Formen des dualen Studiums, studentischen Projekt- und Abschlussarbeiten, die zu einem sehr hohen Prozentsatz zu Fragestellungen aus der Wirtschaft und aus öffentlichen Einrichtungen angefertigt werden, sowie dem ehrenamtlichen Engagement von Hochschulmitgliedern. Der Transfer in die Hochschule wird an den fast 800 Lehrbeauftragten deutlich, die ihre beruflichen Erfahrungen aber auch Fragestellungen aus Firmen, Verbänden, Kommunen an die Studierenden weitergeben.

Akademie der Bildenden Künste

Die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, die 1662 als erste Kunstakademie im deutschsprachigen Raum gegründet wurde, versteht sich als Kreativlabor mit offenem Forschungsauftrag. Die freien und angewandten Künste bilden die zentralen Lehrbereiche.

In den Klassen für Freie Kunst, Malerei, Bildende Kunst, Bildhauerei, Künstlerische Konzeptionen, Kunsterziehung, Gold- und Silberschmieden, Fotografie sowie Grafik-Design / Visuelle Kommunikation führen Professoren und Studierende einen freien Diskurs. Der Aufbaustudiengang Künstlerisches Handeln im öffentlichen Raum ist ab Wintersemester 2017/18 mit einer neuen Studienstruktur von einer künstlerischen und einer angewandten, städtebaulich und soziologisch forschenden Professur ausgestattet.

Die Hochschule sucht alle Formen und Ausprägungen einer zeitgenössischen künstlerischen Praxis zu ermöglichen und diese auch im jeweiligen gesellschaftlichen und historisch-kritischen Zusammenhang zu erfassen. Basis der Ausbildung ist die Förderung der individuellen Entwicklung der Studierenden. Da das Ausbildungsziel die größtmögliche Steigerung der individuellen Kompetenzen der Studierenden ist, reagiert die künstlerische Lehre sehr stark auf die individuellen künstlerischen Projekte der Studierenden. Deren Entwicklungsvorhaben zu ermöglichen und zu fördern, ist ein Ziel der Lehre, denn künstlerische Forschung zeigt sich nicht zuletzt in den Ergebnissen. Daher ist die künstlerische Lehre per se auf eine große Öffentlichkeit hin angelegt – sowohl mit Blick auf den Diskurs innerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft, als auch mit Blick auf eine bürgerliche Öffentlichkeit. Gleichzeitig spiegeln sich hier das erklärte Ziel einer Profess-ionalisierung der Absolventinnen und Absolventen und die Erschließung neuer Berufsfelder für Bildende Künstlerinnen und Künstler.

Ein kreativer Diskurs lebt von unterschiedlichen künstlerischen Positionen. Regelmäßig werden daher Fachleute aus den verschiedensten Disziplinen eingeladen, um den Studierenden Einblick in Gebiete zu ermöglichen, die der Kunst scheinbar fern liegen. Wechselnde Gastprofessuren und Workshopangebote befruchten das breite Spektrum künstlerischen Arbeitens.

Heute werden die Studierenden in einem von Sep Ruf erbauten, denkmalgeschützten Ensemble transparenter Pavillons aus den 1950er Jahre sowie einem Erweiterungsbau von Hascher Jehle Architektur von 2013 unterrichtet. Am Rande der Stadt gelegen bietet der Campus eine intensive Arbeitsatmosphäre. In den elf hervorragend ausgerüsteten Werkstätten werden künstlerische Techniken vermittelt und in der Ausstellungshalle der Akademie sowie in der Akademie Galerie Auf AEG treten junge Künstler mit ihren Arbeiten zum Teil erstmals an die Öffentlichkeit.

Internationale Hochschulpartnerschaften ermöglichen den Studierenden, einen Teil Ihres Studiums im Ausland zu absolvieren. Neben den ERASMUS- und DAAD- Programmen bestehen Kontakte zu Partnerhochschulen in Antwerpen, Helsinki, Aix-en-Provence, Le Havre, Mailand, Palermo, Urbino, Wien, Krakau, Cuenca und Budapest.

Die Akademie bildet derzeit in einem optimalen Betreuungsverhältnis etwa 330 Studierende aus.

Hochschule für Musik

Im Herzen der Metropolregion Nürnberg werden rund 400 Studierende in den Studienbereichen der künstlerischen und künstlerisch-pädagogischen Ausbildung unterrichtet. Neben allen Orchesterinstrumenten gehören Gesang, Klavier, Orgel, Gitarre, Akkordeon, klassisches Saxophon zu den angebotenen Studiengängen. Daneben gibt es eine vitale, bestens in den Clubs der Stadt beheimatete Jazzabteilung und eine Abteilung für Alte Musik, die in europaweiter Vernetzung immer wieder außergewöhnliche Events nach Nürnberg bringt. Den jungen Musikerinnen und Musiker stehen derzeit mehr als 59 Bachelor- und über 31 Masterstudiengänge zur Auswahl. Der Studiengang Elementare Musikpädagogik (EMP) kreiert und vernetzt Projekte der musikalischen Jugend- und Erwachsenenbildung. Die Hochschule hat im Zuge der Bologna-Reform die Chance zur Entwicklung neuer Studieninhalte genutzt und u. a. einen neuen Masterstudiengang für Aktuelle Musik eingerichtet, der sowohl Instrumentalistinnen und Instrumentalisten, Sängerinnen und Sängern als auch Komponistinnen und Komponisten offensteht.

Im Rahmen der seit vielen Jahren bestehenden Kooperationen mit den Nürnberger Symphonikern und der Staatsphilharmonie Nürnberg können Studierende der Hochschule im Rahmen eines Masterstudienganges Erfahrungen in einem Profi-Orchester sammeln. Mit dem Staatstheater Nürnberg betreibt die Hochschule den kooperativen Masterstudiengang Internationales Opernstudio, im Germanischen Nationalmuseum und im Neuen Museum finden regelmäßig Konzerte und Symposien statt. Die Internationale Meistersinger Akademie (IMA) – ein Gemeinschaftsprojekt der Stadt Neumarkt, der Juilliard School New York und der Hochschule für Musik Nürnberg – hat sich als Talentschmiede für die junge internationale Sängerelite einen Namen gemacht. In Kooperation mit der TH Nürnberg entstand u. a. das Forschungskolloquium Musik – Mathematik – Informatik, darüber hinaus wurden kooperative Bachelor- und Masterarbeiten realisiert. Mit der Fakultät Design besteht eine intensive Zusammenarbeit im Bereich Film und Animation.

Mit über 250 Veranstaltungen pro Studienjahr bereichern die zahlreichen Ensembles, Jazzcombos, das Sinfonieorchester, der Madrigalchor und der Hochschulchor regelmäßig das kulturelle Angebot der Metropolregion Nürnberg.