LEONARDO-Zentrum für Kreativität und Innovation

Das Ziel des gemeinsamen Konzeptes ist es, durch ein neu einzurichtendes Zentrum für Kreativität und Innovation den wechselseitigen Austausch zwischen den Hochschulen, der Wirtschaft und der Gesellschaft in der Stadt und der Region zu verstärken. Vom neuen Zentrum LEONARDO ausgehend werden gesellschaftliche Veränderungsprozesse angestoßen und innovative Produkte und Dienstleistungen entwickelt werden.

Das Konzept setzt darauf, einen strukturierten Kreativitäts- und Innovationsprozess für die kritische Frühphase der Ideengenerierung zu entwickeln und zu vermitteln. Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Partner aus Unternehmen, Kommunen oder Wohlfahrtverbänden werden an den themenoffenen Innovations- und Transferprozessen beteiligt sein. Das Potential des neuen Angebotes wird in der übergreifenden, stimulierenden Zusammenarbeit von kreativen, sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen, technischen, naturwissenschaftlichen und künstlerischen Expertinnen und Experten liegen.
Dieser Ansatz, den das Zentrum LEONARDO realisieren wird, ist neu und unkonventionell. Erstmalig in Deutschland wird eine Technische Hochschule im Bereich Technologie- und Wissenstransfer mit zwei künstlerischen Hochschulen kooperieren.

Strukturierte Innovations- und Transferprozesse für die Region

Die regionale Wirtschaft und unsere Gesellschaft leben von ständig neuen Ideen. Die besten münden in Produkte und Dienstleistungen. In Entwicklung, Einführung und Produktion wird jedoch ungleich mehr investiert als in den eigentlichen Ideations-, Inventions- oder Kreativprozess.
Die drei Hochschulen haben ein gemeinsames Strategiemodell entwickelt, das dafür sorgen soll, die Anzahl von qualitativ wertvollen, unkonventionellen Ideen zu erhöhen.

Strukturierte Innovations- und Transferprozesse für die Region

Der Grundgedanke der Strategie ist, dass durch eine offene, partizipative Arbeitsweise eine inspirierende Umgebung und komplementäre, interdisziplinäre Gruppenkonstellationen Innovationprozesse forciert werden können. 

Ein Team von 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wird die einzelnen Schritte der Innovations- und Kreativprozesse mit Unternehmen, Studierenden, in den hochschuleigenen Forschungseinrichtungen und mit künstlerischen und karitativen Partnern anleiten und betreuen.

Um während der fünfjährigen Projektlaufzeit einen möglichst große Verbreitung der neuen Innovations- und Transferprozesse zu erreichen, sieht das Konzept mehrere Ansatzpunkte vor:

Es ist das Ziel, dass nach der Laufzeit des Projekts ein fester Bestandteil des Curriculums ist, an einem Innovationszyklus (auch exemplarisch) teilzunehmen und die Methodik zu erlernen. Damit werden künftig diese neuen Ansätze im Innovationsmanagement zum Kompetenzprofil von Absolventinnen und Absolventen gehören. Sie tragen die Erfahrung und Methodenkompetenz zu ihren künftigen Arbeitgebern, so sorgen sie für einen Hebel- bzw. Multiplikationseffekt und somit einen indirekten, starken Transfer in die Region.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Konzepts für das Zentrum LEONARDO ist der Aufbau einer Infrastruktur und eines Beratungsangebots, das es Studierenden, wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie Professorinnen und Professoren einfacher macht, ihre Ideen bis zur Produktreife und Unternehmensgründung weiterzuverfolgen.

Gleichermaßen wird das LEONARDO Dienstleistungen für Unternehmen anbieten.  Firmen werden bei Produktentwicklungen und Innovationsprozessen unterstützt, um so das kreative Potential der Hochschulen nutzen können.

Stimmen aus den beteiligten Hochschulen

Prof. Dr. Michael Braun, Präsident der TH Nürnberg, ist sich sicher: „Wir konnten mit Kreativität und Qualität überzeugen. Es lag viel Arbeit in der Abstimmung des Konzeptes und Erarbeitung der Antragsunterlagen. Neben den Hochschulen waren auch über 15 regionale Partnerinstitutionen eingebunden. Deshalb ist die Begeisterung bei allen Beteiligten riesig, dass die Vision des Zentrums für Kreativität und Innovation wirklich umgesetzt werden kann.“

Prof. Holger Felten, Präsident an der Akademie der Bildenden Künste, erläutert den Hintergrund: „Um neue Ideen zu entwickeln, braucht es Kreativität, Freiraum und Inspiration. Das gilt für Ingenieure ebenso wie für Architekten, Musiker oder Künstler. Die Studierenden der drei Hochschulen lernen durch ihre Zusammenarbeit unterschiedliche Herangehensweisen und Methoden kennen und setzen sich in interdisziplinären Teams mit gesellschaftlichen und technologischen Fragestellungen auseinander.“

Prof. Dr. Martin Ullrich, Projektverantwortlicher an der Hochschule für Musik, sieht große Chancen: „Besonders durch die digitalen Medien verschmelzen Kunst, Musik, Technologie und Geisteswissenschaften immer stärker. Denken wir nur an Videospiele, Lernsoftware oder Applikationen für Smartphones. Völlig neue Anwendungsgebiete und Geschäftsmodelle entstehen durch die Digitalisierung. Die Region Nürnberg wird davon profitieren, dass mit dem LEONARDO eine Plattform entsteht, in der alle beteiligten Institutionen zusammenarbeiten werden.“