RRBO

Re-Refined Base Oils 

Die Kreislaufwirtschaft gewinnt in Industrie und Forschung zunehmend an Bedeutung. Gründe dafür sind unter anderem knapper werdende Rohstoffe sowie weniger stabile globale Lieferketten. Auch im Bereich der Schmierstoffe besteht großes Potenzial, Ressourcen effizienter zu nutzen. Ein wichtiger Ansatz ist der verstärkte Einsatz wiederaufbereiteter Grundöle, sogenannter Re-Refined Base Oils (RRBO), die herkömmliche Grundöle aus Virgin Base Oils (VBO) ersetzen können. In der Praxis ist dieser Austausch jedoch nicht immer einfach. RRBOs lassen sich häufig nicht eindeutig in die bestehenden Qualitätsklassen für Grundöle einordnen. Diese basieren unter anderem auf Kennwerten wie Schwefelgehalt, Anteil gesättigter Verbindungen und Viskositätsindex. Bei wiederaufbereiteten Grundölen können diese Parameter Eigenschaften verschiedener Qualitätsstufen gleichzeitig erfüllen. So kann ein RRBO beispielsweise einen Schwefelgehalt aufweisen, der eher einer niedrigeren API-Gruppe entspricht, während der Anteil gesättigter Verbindungen oder der Viskositätsindex bereits Werte höherer Gruppen erreicht.

Zudem können sich RRBOs trotz gleicher Gruppenzugehörigkeit in weiteren technischen Eigenschaften von klassischen Grundölen unterscheiden, etwa in der Oxidationsstabilität, im Lösungsverhalten gegenüber Additiven, in der Flüchtigkeit oder in der Materialverträglichkeit mit Dichtungen und Elastomeren. Dadurch entstehen Unsicherheiten bei der Austauschbarkeit von Grundölen in bestehenden Schmierstoffformulierungen.

Ziel des Projekts ist es daher, die Austauschbarkeit von Virgin Base Oils durch Re-Refined Base Oils systematisch zu untersuchen und einen praxisnahen Leitfaden zur Bewertung der Substituierbarkeit zu entwickeln. Damit sollen zeit- und kostenintensive Vollvalidierungen reduziert und der Einsatz von Recyclinggrundölen erleichtert werden. Langfristig trägt das Projekt dazu bei, nachhaltigere Schmierstoffe zu entwickeln und die Kreislaufwirtschaft im Schmierstoffbereich zu stärken.

 

Projektleiter: Prof. Dr. Natalie Gerhardt, Prof. Dr. Dirk Sachsenheimer

Bearbeiter: Frau Shivali Dubey, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Data Science

Zeitraum: 01. Januar 2025 – 30. September 2026

Das Forschungsvorhaben wird von der Forschungsvereinigung Antriebstechnik (FVA) gefördert.