Johannes erzählt aus dem Studienalltag

Mein Name ist Johannes, ich bin 19 Jahre alt und studiere seit dem Wintersemester 2015/16 den Bachelorstudiengang Betriebswirtschaft an der Technischen Hochschule Nürnberg. Im Frühjahr 2015 habe ich mein Fachabitur bestanden und wusste bereits zu diesem Zeitpunkt, dass ich gerne Betriebswirtschaft studieren möchte. Ich habe mir verschiedene Hochschulen angesehen, letztendlich viel meine Wahl auf die Technische Hochschule in Nürnberg. 

Über all meine Gedanken und meine Erfahrungen, während meines Studiums, werde ich hier berichten!

Klar fragt man sich zu Beginn, ob man wirklich die richtigen Voraussetzungen für ein Studium mitbringt. Beispielsweise muss die finanzielle Frage geklärt werden, studieren ist nicht billig. Auch kommt die grundsätzliche Frage auf, ob ein Studium überhaupt das Richtige für einen ist? Vielleicht wäre es doch besser erst einmal ein bisschen Berufserfahrung mit Hilfe einer Ausbildung zu sammeln? Ich glaube eine dieser oder ähnliche Fragen, hat sich jeder Studierende zu Beginn seines Studiums gestellt. Gerade bei solchen entscheidenden Fragen ist es wichtig, dass man jemanden kennt, der Erfahrungen in Sachen Studium gemacht hat und einem davon erzählen kann. Doch wen kann man fragen, wenn die Eltern oder die Geschwister, wie in meinem Fall, nicht oder noch nicht studiert haben? Freunde, Bekannte? Und wen kann man fragen, wenn es während des Studiums Probleme oder offene Fragen gibt?

An der TH Nürnberg gibt es genau aus diesem Grund „Mut zum Studium“.

Es ist wirklich ein tolles Angebot, mit Studierenden deiner Fakultät oder den richtigen Ansprechpartnern in Kontakt zu treten. Sie wissen bei vielen Fragen, auf Grund ihrer Erfahrung, wie der Hase läuft und können wirklich hilfreiche Tipps geben. Gerade wenn man neu ist, wird man oft ins kalte Wasser geworfen. Dafür habe ich jetzt einen Studienbegleiter, den ich alles Fragen kann was ich für mein Studium wissen muss.

Ich möchte euch kurz erzählen, wie mein Start an der Ohm so ablief. Bevor das Studium losging, habe ich mich bei Mut zum Studium über das Internet beworben. Das Projekt habe ich durch Zufall auf der Homepage der TH Nürnberg gesehen. Vor den Einführungstagen am 1. Oktober, haben sich alle Teilnehmer von Mut zum Studium, zu einem ersten Kennenlernen getroffen. Und wie das immer bei solchen Veranstaltungen ist, sind am Anfang alle noch etwas zurückhaltend, das hat sich dann aber schnell gegeben. Wir haben uns in kleine Gruppen aufgeteilt und uns so im Laufe der nächsten zwei Stunden ein wenig kennen gelernt. In meiner Gruppe waren nur Techniker, also das genaue Gegenteil von BWL. Das ist aber eigentlich gar nicht so schlimm gewesen, weil man so gleich Leute kennenlernt, die man sonst wohl eher nicht kennen gelernt hätte. Und wenn ich eines an der Ohm bis jetzt gelernt habe, dann ist es das A und O Leute zu kennen. Man weiß wirklich nie, bei was man alles einmal Rat oder Hilfe braucht und sei es nur eine Umfrage, für die man genügend Leute zusammen trommeln muss.

Meine Einführungsveranstaltung für Betriebswirtschaft-Erstsemester wurde von unserer BW- Fachschaft organisiert. Ich kann wirklich nur jedem raten, diese Gelegenheit zu nutzen. Die Studierenden aus höheren Semestern haben sich viel Mühe geben, um uns den Einstieg etwas zu erleichtern. Es war wirklich sehr cool! Nach der Begrüßung durch den Dekan und verschiedener Professoren, wurden jeweils  20 bis 30 Erstsemestler, einer Gruppe zugeteilt. Diese Gruppen wurden von jeweils 2-3 Tutoren durch die folgenden zwei Tage begleitet. Das Wichtigste an den Einführungstagen war, meiner Meinung nach, die Möglichkeit die zukünftigen Kommilitonen kennen zu lernen. Ich kannte am Anfang wirklich niemanden.Durch die Einführungstage habe ich viele nette Leute kennen gelernt. Mit manchen von Ihnen gehe ich jetzt oft in die Vorlesungen, mache Gruppenarbeiten oder lerne gemeinsam mit ihnen. Es hat sich wirklich gelohnt an den ersten zwei Tagen dabei zu sein.Also, wenn auch ihr das Angebot für euren Semesterstart bekommt, geht hin!   

Das erste Semester fängt an und ehe man „ausschlafen“, „Vorlesung schwänzen“ und „ein schönes Leben haben“ rückwärts buchstabieren kann, stehen auch schon die ersten Klausuren an. Im Gegensatz zur Schule gibt es im Studium niemanden, der dir vorschreibt was du zu tun und was du zulassen hast. Es liegt in deiner eigenen Verantwortung, ob du während des Semester mitlernst, ob du nur in die Vorlesung gehst, um dein Gewissen etwas zu beruhigen oder ob du gar nichts von beidem machst.Das Gute am Studieren ist, dass du selber entscheiden kannst, welche Veranstaltungen du besuchst. Tatsache jedoch ist, am Ende des Semesters kommen die Prüfungen. Um diese zu bestehen, muss man auch etwas dafür tun. Wie du das genau rausfindest? Einfach ausprobieren!

Vor der Prüfungszeit konnte ich mir nicht so recht vorstellen, was „Lern- und Prüfungsphase“ konkret bedeutet. Gut, ich wusste man muss das ein oder andere lernen. Ich vermutete auch, man muss vielleicht etwas mehr lernen, aber an so viel Lernstoff, hätte ich nicht gedacht!!! In den Wochen vor den Klausuren hatte ich also genug zu tun! Man muss dazu sagen, dass der Lernaufwand natürlich davon abhängt, welche Noten man schreiben möchte. Für manche kommt es beispielsweise nicht auf die Note an, sondern die Prüfungen einfach nur irgendwie zu bestehen. Mein Ziel war es, mich im ersten Semester wirklich anzustrengen, um danach abschätzen zu können, wie viel man für welche Noten lernen muss bzw. um zu sehen wie groß der Lernaufwand insgesamt ist.

Mir hat es sehr geholfen mit Hilfe von Zusammenfassungen der Skripte zu lernen. Die kann man entweder selber schreiben (wodurch man auch schon viel lernt) oder man bekommt sie von anderen Kommilitonen. Nicht egoistisch sein und ein bisschen tauschen, zahlt sich hier aus! Am Anfang war ich sehr motiviert und das Lernen hat gut geklappt. Doch irgendwann konnte ich mich nicht mehr konzentrieren und auch nicht mehr recht motivieren, weil die Masse an Stoff mich ab und zu erschlagen hat. Das heißt konkret, wenn die Hälfte eines Skripts geschafft war, hatte ich das Gefühl, den Anfang schon wieder vergessen zu haben. Ich gab mir Mühe wirklich gut zu lernen, dies setzte mich jedoch zunehmend unter Druck. Damit muss man lernen umzugehen. Da ich noch nicht lange studiere, denke ich wird jeder seine eigene Methode finden.

Ich für meinen Teil, habe versucht eines nach dem anderen zu machen. Mir die Zeit zum Lernen für die verschiedenen Klausuren etwas einzuteilen und mich nicht mehr unter Druck setzten zu lassen! Einmal klappte das recht gut und das andere mal nicht so. Ich denke für das nächste Semester kann ich das Lernen schon etwas ruhiger angehen. Was mir noch geholfen hat, war das gemeinsame Lernen mit Kommilitonen. Gerade in Fächern, in denen man viel auswendig können muss. Beim gemeinsamen Lernen kann man über die Sachen reden, sich gegenseitig etwas erklären und so bleibt vieles vom Stoff besser hängen.

Bevor es so richtig losgeht, muss man sich in den ersten drei bis vier Wochen, nach Semesterbeginn, zu den Prüfungen anmelden. Das geschieht alles online. Drei Wochen später, hat man noch einmal die Möglichkeit, von einzelnen Prüfungen zurück zu treten. Danach ist die Anmeldung zur Prüfung verbindlich. Das ist zumindest an der Fakultät Betriebswirtschaft so.

Um allgemeine Infos über die Prüfungen zu bekommen, rate ich euch, zur Infoveranstaltung der BW Fachschaft für Erstsemestler zu gehen. Dort gibt es alle wichtigen Infos, die ihr beachten solltet. Zudem bekommt ihr einen groben Überblick darüber, wie die Prüfungszeit abläuft. Nehmt euch die Stunde Zeit. Für mich hat es sich sehr gelohnt.Im BW Grundstudium schreibt man fast nur Multiple Choice Klausuren. Für mich waren solche Klausuren eine ganz neue Erfahrung. Ich fand es am Anfang etwas komisch, aber man gewöhnt sich schnell daran. Es gibt halt etwas mehr zum Lesen und weniger zum Schreiben. Am jeweiligen Prüfungstag werden morgens rote Listen ausgehängt, auf denen man seinen Namen mit Raum und Platznummer findet. Vor der aller ersten Klausur, war es schon ein komische Gefühl, wieder da zu sitzen und eine Prüfung schreiben zu müssen. Seit dem ich das Abi hinter mich gebracht hatte, war das kein Thema mehr. Ich hatte zwischen den Prüfungen immer noch ein bisschen Zeit auf die nächste Prüfung zu lernen. Ansonsten läuft das alles recht entspannt ab. Die Noten sind online, sobald die Antwortbögen ausgewertet wurden. Das dauert meistens nur wenige Tage. Das ist wirklich ein großer Luxus im Vergleich zu großen Unis, da dauert das manchmal mehrere Wochen. So das war meine erste Prüfungszeit!

Vor dem Studium habe ich mich gefragt, ob BWL das Richtige ist. Diesem Studiengang werden ja viele Dinge nachgesagt. Dinge wie „nicht anspruchsvoll“, „trocken“, „langweilig“. Grundsätzlich konnte ich mir schon vorstellen, über Themen wie Marketing, Unternehmensführung oder Kosten und Leistungsrechnung, die mich schon in der Schule interessiert haben, mehr zu lernen. Aber das über Jahre hinweg zu studieren, ist dann doch nochmal etwas anderes. Ich war mir nicht ganz sicher, ob mir das auf Dauer nicht zu eintönig wird. Immer wieder irgendwelche theoretischen Ansätze durchkauen, viel auswendig lernen, nicht viel praktische Dinge machen. So oder so ähnlich hatte ich mir BWL vorgesellt und davor hatte ich schon bisschen Respekt.Bis jetzt kann ich sagen, dass mich BWL sehr überzeugt! Zugegeben es gibt auch Fächer, die finde ich nicht so interessant. Da wäre zum Beispiel Buchführung. Wie schon befürchtet, ist es sehr trocken und somit auch sehr mühsam dran zu bleiben. Doch das ein BW Studium nicht abwechslungsreich sei, kann ich nicht bestätigen. Man hat im Grundstudium viel Mathe, das finde ich gut, weil mir Mathe eigentlich liegt. Man rechnet also schon mal was und lässt sich nicht nur berieseln. Es gibt Vorlesungen über Vertragsrecht, Arbeitsrecht, Steuerrecht usw. Dort bearbeitet man Fälle aus dem alltäglichen Leben (Steuererklärungen, Widerrufsrecht) aber natürlich auch Unternehmensrelevante Themen. Auch in theoretischen VL wie Marketing, erarbeitet man viel anhand von Praxisbespielen (Unternehmen).

Ein grundsätzliches Interesse zu diesen Dingen wie Recht oder Mathe muss man schon mitbringen, denn darüber lernt man einiges und das soll einem ja auch etwas Freude machen. Diese Abwechslung macht es für mich aus und ist mal was dabei, was eher öde ist, dann muss man es ein Semester lang durchziehen und dann hat man diese Fach nie wieder.  So das war mein Resümee meiner ersten acht Monate als BWL-Student!

Diesmal möchte ich darüber schreiben, wie es mit den Möglichkeiten aussieht, neben dem Studium als Werksstudent oder als Aushilfe zu arbeiten. Laut dem Deutschen Studentenwerk arbeiten zwei Drittel der Studierenden in Deutschland neben ihrem Studium. Studierende an Fachhochschulen arbeiten im Durschnitt 15 Stunden wöchentlich. Ich kenne viele Kommilitonen die nebenbei als Werkstudent bei einem Unternehmen in der Region, 15 bis 20 Stunden wöchentlich arbeiten.

Bei den BWL’ern ist das weit verbreitet, da es sich zum einen gut im Lebenslauf macht, wenn man nach seinem Bachelor schon Praxiserfahrung vorweisen kann. Zum anderen ist es neben dem Pflichtpraktikum eine gute Möglichkeit mit Firmen in Kontakt zu kommen. Und bezahlt wird man meistens auch nicht schlecht. Es ist auf alle Fälle nicht zu unterschätzen, dass ein Job und ein erfolgreiches Studium einige Zeit in Anspruch nehmen. Da müssen manche Freizeitaktivitäten etwas kürzer treten. Aber es ist auf alle Fälle kein Ding der Unmöglichkeit. Es erfordert ein gutes Zeitmanagement und ein Maß an Zuverlässigkeit dem Arbeitgeber gegenüber. Denn meist können die Studierenden einen Teil ihrer Arbeitszeit frei einteilen. So ist es auch oft möglich, während der Prüfungszeit etwas weniger zu arbeiten und in den Semesterferien auf eine 40 Stundenwoche aufzustocken. Das ist von Arbeitgeber zu Arbeitgeber unterschiedlich. Die Vorlesungen können bei uns in BW meistens auch so gelegt werden, dass man unter der Woche ein oder auch zwei Tage komplett arbeiten kann. Da das nicht immer selbstverständlich ist, möchte ich zum Schluss noch kurz erwähnen, dass man das Studium nicht wegen einem Nebenjob „schleifen lassen“ sollte. Sicher gibt es stressige Zeiten, aber wenn sich das zum Dauerzustand entwickelt, wäre es ratsam, sich nach einem Job mit weniger Arbeitsstunden umsehen. Denn man studiert ja nicht um nebenbei zu arbeiten, sondern man arbeitet um sich sein Studium zu finanzieren und/oder seine Chancen auf einen guten Job für später zu verbessern.

Weitere Mut zum Studium - Teilnehmer erzählen von ihrem Weg zum Studium

So unterschiedlich wie unsere Studierenden sind, so bunt sind ihre Lebensläufe. Einfach einen Namen aussuchen und erfahren was für ein Weg zum Studium sich dahinter verbirgt.

Tolle Unterstützung durch das Programm "Mut zum Studium"!

Ich möchte mich hiermit kurz vorstellen und euch einen kleinen Überblick geben, wie ich zu einem glücklichen Studienpionier und Stipendiaten des Programms „Mut zum Studium“ geworden bin. Mit 8 Jahren kam ich gemeinsam mit meiner Familie aus Russland nach Deutschland. Ich konnte schnell Anschluss finden und habe schließlich meine schulische Laufbahn (mit einem Umweg über ein Gymnasium) mit der mittleren Reife, an einer Wirtschaftsschule abgeschlossen. Anschließend habe ich beim Bayerischen Roten Kreuz meinen Zivildienst und meine Ausbildung zum „Kaufmann für Bürokommunikation“ absolviert.Nach der Ausbildung wurde ich übernommen und konnte fast übergreifend sogar die Stelle des „Assistenten des Kreisgeschäftsführers“ besetzen, worüber ich sehr glücklich war. Ich hatte Einblick in Interessante Projekte und lernte den Spagat zwischen Sozialem, Ehrenamt und Wirtschaft kennen.

Ich habe mein großes Interesse an Wirtschaft und Management entdeckt und sah zugleich auch, dass ich mit meiner „einfachen“ Ausbildung nicht weit kommen kann, da viele interessante Tätigkeiten/Positionen ein Studium voraussetzen. Mein Traum ist seit langem, eines Tages für ein deutsches Groß-Unternehmen im Russland-Geschäft tätig zu sein und das ganze am liebsten auf einer höheren Position der Karriereleiter. Um meinem Traum näher zu kommen, brauche ich umbedingt einen akademischen Grad. Über den Internetauftritt der TH-Nürnberg kam ich über die Studienberatung zu Frau Doris Wansch (Referentin für Anrechnung und Studieren mit beruflicher Qualifikation an der TH Nürnberg), die mich über die Vorraussetzungen zum Studium aufklärte und mich auf das Programm „Mut zum Studium“ aufmerksam machte.

Schließlich habe ich mich dann online für das BWL-Studium und für das Programm „Mut zum Studium“ an der TH-Nürnberg beworben. Nach der Zusage zum BWL-Studium und einem persönlichen Gespräch, mit Sylvia Wening, der Koordinatorin des Projekts „Mut zum Studium“ bekam ich dann Ende September 2014 die frohe Botschaft, dass ich einer der glücklichen Stipendiaten in dem Programm „Mut zum Studium“ bin.Darüber habe ich mich riesig gefreut. Nun erhalte ich dankenswerterweise, große Unterstützung durch das Programm „Mut zum Studium“. Speziell durch die individuelle und sehr hilfreiche Unterstützung durch meinen Tandempartner (Studienbegleiter aus einem höheren Semester), Sebastian, der mir bei jeglichem Anliegen während des Studiums gern weiterhilft. Des Weiteren erhalte ich eine wirklich hilfreiche und effektive finanzielle monatlichen Unterstützung.

Es stellt für mich eine Selbstverständlichkeit dar, dieses Ehrenamt, in meinen höheren Semestern selbst mal auszuüben, um den zukünftigen Studienpionieren den Einstieg ins Studium zu erleichtern. Den zukünftigen Studienpionieren und den noch „Unentschlossenen“ möchte ich bei dieser Entscheidung „Mut“ „Überzeugung“ und „den nötigen Willen“ zusprechen. Bei dem Programm „Mut zum Studium“ seid Ihr neben der Koordinatorin, Sylvia Wening und den Studienbegleiterinnen und Studienbegleitern in sehr guten Händen.

Anton, 17.02.2015

Eine große Unterstützung und Hilfe beim Start ins Studium!

Schon in der Grundschule war Mathematik meine Stärke, aber mit Deutsch konnte ich mich nie wirklich anfreunden. In der vierten Klasse hatte ich genau die Noten um auf das Gymnasium zu gehen. Die Entscheidung habe ich damals alleine getroffen und ich wusste, dass es für mich kein leichter Weg werden würde. Das Tempo und die Anforderungen waren damals sehr hoch, vor allem die Sprachen sind mir dort sehr schwer gefallen. Nach der sechsten Klasse bin ich dann freiwillig auf die Realschule gegangen, um keine Klasse wiederholen zu müssen. Für mich war das eine gute Endscheidung. Im technischen Zweig konnte ich meine Stärken zeigen und habe mich sehr viel leichter getan. Nach meiner Mittleren Reife wollte ich eigentlich auf eine weiterführende Schule gehen, aber durch eine neue Situation in meiner Familie war dies leider finanziell nicht mehr möglich, dass ich studiere. Daher habe ich mich dazu entschlossen, eine Berufsausbildung zu machen, damit ich schneller auf eigenen Beinen stehen kann. Ich habe 2005 die Ausbildung zur Medizinisch Technischen Laboratoriumsassistentin in Nürnberg gemacht, die ich 2008 erfolgreich abgeschlossen habe. Danach begann ich im Kreiskrankenhaus Weißenburg im Routinelabor zu arbeiten. 2010 habe ich meinen Arbeitsplatz gewechselt und bin in die Augenklinik Erlangen, da ich die Arbeit in einem Forschungslabor anspruchsvoller und interessanter fand.

Nach einigen Jahren im Arbeitsleben habe ich gemerkt, dass ich in meinem Berufsleben gerne noch weiter kommen möchte. Die einzige Möglichkeit für mich war ein Studium, da es für meine Ausbildung nicht viele Weiterbildungsmöglichkeiten gibt. Das angebotene Medizintechnik-Studium an der Ohm hat mir am meisten zugesagt. Auch die Möglichkeit ohne Abitur an der Hochschule zu studieren kam mir sehr gelegen, da ich mir ein Jahr BOS sparen konnte. Das Programm für Beruflich Qualifizierte ist an der Ohm ausgezeichnet. Ich habe mich von Anfang an durch die Betreuung und individuelle Beratung wohl gefühlt. Das Angebot eines vier monatigen Mathe- und Physikkurses vor dem Studium habe ich gern angenommen, um meine Kenntnisse für das Studium zu erweitern. Dieser Kurs war sehr hilfreich und motivierend für mich. Bei unserer Abschlussveranstaltung von Beruflich Qualifiziert habe ich damals auch einen Vortrag über „Mut zum Studium“ gehört. Das hat mir sehr zugesagt, da keiner aus meiner Familie studiert hat und mir in vielen Fragen nicht weiter geholfen werden konnte. Ich bin sehr froh, dass ich an diesem Programm teilnehmen kann. Meine Tandempartnerin, die selber einmal Studienpionierin war, hat mir Fragen zum Studium beantwortet und ist eine große Hilfe und Unterstützung für mich. Es werden auch verschiedene Veranstaltungen und Kurse vom Programm angeboten, die einem im Studium helfen und weiterbilden sollen. Ich freue mich auch schon darauf, im dritten Semester selber als Tandempartnerin tätig zu sein und meine Erfahrungen weiterzugeben.

Die von der Ohm angebotene Hilfe und Betreuung vor und während des Studiums haben mir geholfen, dass mein Start ins Studium äußerst gut lief und ich das erste Semester erfolgreich abschließen konnte.

 Angelika, 13.03.2015

Mich aufs Gymnasium schicken oder gar zum Studium an eine Hochschule – diese Möglichkeiten hatten meine Eltern,  nie in Erwägung gezogen. Meiner Meinung nach muss man sich in Deutschland sehr früh entscheiden, ob man aufs Gymnasium geht oder nicht. Meistens fällen die Eltern die Entscheidung fürs Kind, da diese in der vierten Klasse noch zu jung sind diese Wahl zu treffen.

Ich besuchte zunächst die Hauptschule. Zwei Jahre später wechselte ich auf die Realschule. Rückblickend kann ich sagen,  ich bin früher nie wirklich an mein Limit gegangen. Nach der mittleren Reife, machte ich eine Ausbildung als Industriemechaniker. Nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung, folgte die Festanstellung im Ausbildungsbetrieb.  Ein Jahr später habe ich die Wirtschaftskrise direkt zu spüren bekommen, weil einige Kollegen entlassen werden mussten. Da habe ich angefangen, mich für die Hintergründe und für wirtschaftliche Themen, gepaart mit meinem Interesse für Technik, generell zu interessieren. Außerdem habe  ich habe gemerkt, dass ich nicht mein ganzes Leben in der Produktion arbeiten will. Ich habe mich zwar im Betrieb hochgearbeitet, aber mit einer Ausbildung sind einfach irgendwo Grenzen gesetzt.Während ich weiter als Industriemechaniker arbeitete bewarb ich mich an der Staatlichen Technikerschule in Erlangen und bekam vier Jahre später, im Jahr 2012, einen Platz. Im August 2014 beendete ich die Technikerschule mit einem sehr guten Notendurchschnitt. Jedoch ist mir im Laufe der Technikerausbildung klar geworden, dass ich eigentlich noch weitermachen will. Auch meine Lehrer rieten mir, mein Potenzial auszuschöpfen. Der Entschluss für ein Studium an der TH Nürnberg war gefasst.

Über die Website der TH Nürnberg wurde ich auf das Projekt „Mut zum Studium“ aufmerksam und nahm Kontakt mit Frau Wening von der Studienberatung auf.Denn ein Studium ist etwas anderes als Schule. Da habe ich schon etwas Respekt vor und freue ich über die Angebote des Programms „Mut zum Studium“. Zum Studiumsstart wurde mir ein sogenannter Tandempartner vermittelt. Ein Tandempartner ist ein Student oder eine Studentin aus einem höheren Semester, welche sich bereit erklärt hat einn Studienpionier zu unterstützen und in den ersten beiden Semestern zu begleiten. Alexander, so heißt mein Tandempartner, und ich haben uns bereits getroffen und sind zusammen in die Mensa gegangen. Ich kann mich mit vielen Fragen, die während dem Studium auftauchen, an ihn wenden. Des Weiteren werden viele zusätzlich Seminare angeboten, welche man bei Bedarf nutzen kann. Der Career Service steht ebenfalls mit Bewerbungstrainings, Kontakten zu Unternehmen und Arbeitsmarktinformationen zur Verfügung. Auch kann ich mir gut vorstellen, nach einiger Zeit an der Hochschule selbst andere Studienpioniere als Tandempartner zu unterstützen.

Meiner Meinung nach kann jeder im Leben seine Ziele verwirklichen, wenn er den festen Willen dazu hat.

 Marco, 11.12.2014

Als Erster in meiner Familie besuche ich eine Hochschule und schlage eine akademische Laufbahn ein. Eine große Unterstützung bei diesem Schritt ist das Projekt "Mut zum Studium". Die Möglichkeit zu studieren war bereits nach der vierten Klasse auf ein Minimum gesunken. Der Besuch der Hauptschule und deren Abschluss nach der neunten Klassen ließen mir keinen großen Spielraum und Entscheidungsmöglichkeiten für meinen beruflichen Werdegang. Meine Noten sowie mein Engagement hielten sich zu dieser Zeit in Grenzen und dadurch war an keine weiterführende Schule oder an einen höheren Bildungsabschluss zu denken.Bei einem großen Elektronikkonzern absolvierte ich eine Ausbildung zum Industriemechaniker. Nach erfolgreichem Bestehen mit guten Noten arbeitete ich mehrere Jahre als Facharbeiter bei meiner Ausbildungsfirma hier in Nürnberg.  Drei Jahre im Akkord- und Schichtsystem waren jedoch genug. Die Entscheidung reifte mich weiterzubilden und nach anderen beruflichen Möglichkeiten umzusehen.

Im Jahr 2011 nahm ich einen Platz an einer städtischen Fachschule an und durchlief eine Weiterbildung zum „staatlich geprüften Maschinenbautechniker“. Im Anschluss arbeitete ich wiederum bei der gleichen Firma in der Position als Maschinenbautechniker. Diese Tätigkeit machte mir Spaß und brachte viel mit was ein „Arbeitnehmerherz“ höher schlagen lässt.Nachdem ich etwa 18 Monate neue Aufgaben und Tätigkeiten übernommen hatte und auch meine beruflichen- und Karrieremöglichkeiten sich deutlich erkennen ließen, entschied ich mich dazu alles zu hinterfragen und ob ich die nächsten 40-45 Jahre diesen Job ausüben kann und will. Ich reflektierte das erste Mal ob ich in dieser Branche mein Glück finden werde und mein volles Engagement und Leidenschaft einbringen kann.

Nach einem langen Prozess entschied ich mich für einen Branchenwechsel und bewarb mich an der TH in Nürnberg für den Studiengang „Soziale Arbeit“. Ich war fest entschlossen meinen beruflichen Werdegang grundlegend zu verändern. Den Mut dazu diesen Schritt zu tun, fasste ich durch die Bereitschaft meine volle Leidenschaft einzubringen zu wollen und auch zu können. Der Respekt vor der Institution Hochschule war groß, keiner aus meiner Familie konnte mir Erfahrungen mitteilen und mich auf meine neue Aufgabe hinführen.

Das Programm „Mut zum Studium“ war auf den ersten Blick perfekt für mich. Über den Internetauftritt der Hochschule erfuhr ich über dieses Programm und bewarb mich noch am selben Tag.Seit meinem Studienstart unterstützt mich mein Tandempartner bei vielen „alltäglichen“ Dingen im Hochschulbetrieb. Der Start und das Einfinden wurden mir dadurch sehr stark erleichtert, die Koordination und der Informationsaustausch mit der Koordinatorin Sylvia Wening verliefen ebenfalls bestens.Ohne dieses Programm würde mir die Konzentration und auch die Zeit für die „eigentlichen“ studentischen Aufgaben fehlen und mir das studieren erschweren.

Dieses Programm hat mir viel ermöglicht und ich kann jedem „Studienpionier“ nur ans Herz legen sich zu bewerben und die Vorzüge von „Mut zum Studium“ selbst zu erfahren.

Martin, 09.01.2015

Ein Hochschulabschluss war immer mein großes Ziel, welchem ich, als erster in meiner Familie, Schritt für Schritt immer näher komme.  Einer der ersten Bausteine auf diesem Weg ist das Projekt „Mut zum Studium“.

Seit der Einreise nach Deutschland im Jahr 2001, ist mir schulischer Anschluss sehr schwer gelungen. Ich habe mehrmals die Schulen gewechselt, bis ich meinen ersten qualifizierten Schulabschluss erreicht habe. Nach der zehnten M-Klasse habe ich eine Ausbildung zum Technischen Zeichner angefangen.Während meiner Ausbildung habe ich eine lehrreiche Erfahrung gemacht, dass nichts beständiger ist als die Änderung selbst. Im wirtschaftlich turbulentem Jahr 2009 hat die Firma, in welcher ich meine Ausbildung anfing, die komplette Konstruktion geschlossen. Somit war sie nicht mehr in der Lage meine Ausbildung fortzuführen. Ich bin auf der Straße gelandet. Kurzer Zeit später habe ich einen anderen Betrieb gefunden und parallel zur Lehre eine Abendschule besucht.Nach bestandenem Abitur und Gesellenbrief mit guten Noten habe ich einige Jahre in meinem Beruf gearbeitet. In dieser Zeit habe ich auch eine eigene Familie gegründet. Doch das Verlangen in diesem Leben mehr zu erreichen hat nie nachgelassen – ich habe mich an der TH Nürnberg angemeldet.Das Studieren ist an sich schon Herausforderung genug, aber dazu kommen noch Aufgaben um welche man sich als Ehemann und Vater kümmern und sorgen muss; außerdem konnte mir keiner aus meiner Verwandtschaft mit Rat und Tat in Angelegenheiten der Hochschule beistehen.

Das Programm „Mut zum Studium“ greift mir unter die Arme und erleichtert das Studentenleben erheblich. Auf der Homepage der Hochschule habe ich von dem Projekt erfahren und mich gleich beworben. Die Förderung besteht aus verschiedenen Teilen z. B. bekommt man einen Tandempartner vermittelt. Tandempartner ist ein Student aus einem höheren Semester, welcher die Rolle eines „älteren Geschwister“ übernimmt. Er bzw. sie berät einen rund um das Thema Studium.

Diese Art der Hilfe ist am Anfang des Studiums sehr wichtig. Im weiteren Verlauf des Studiums werde ich selber zum Tandempartner und freue mich darauf Studienpionieren zu helfen. Ab und zu werden Treffen veranstaltet, wo sich alle Studienpioniere und deren Begleiter zusammenfinden um sich kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen. Es herrscht ein sehr freundliches Klima und das Programm „Mut zum Studium“ läuft unter der Koordination von Sylvia Wening reibungslos ab.

Weiterbildung ist der beste Weg sich den Änderungen der modernen Welt anzupassen und Ziele zu erreichen. Ich kann jedem Studienpionier empfehlen sich zu bewerben!

Waldemar 22.04.2015

Mut zum Studium - ich möchte dabei sein