Impressionen

Gute Lehre? Gute Idee!

Die Ausgangsfrage des 4. Tag des Lehrens und Lernens 2017 war: Was ist gute Lehre? Diese Frage wird nicht zum ersten und schon gar nicht zum letzten Mal diskutiert. Dennoch erhält sie vor dem viel beschriebenen „Shift from teaching to learning“ ein neues Gewicht. Wie kann Lehre Lernen unterstützen? Und welche konkreten Vorstellungen gibt es hierzu an der TH Nürnberg?
„Gute Lehre verändert den Blick auf die Welt“, so ein Zitat eines Teilnehmenden.
Mehr als 60 Interessierte haben an fünf World Café-Tischen intensiv, durchaus kontrovers und sehr fruchtbar diskutiert. Die Lehrenden nutzten für sich die Möglichkeit mit Kolleg/innen aus allen Fachbereichen in den Austausch zu gehen, Ideen und Erfahrungen zu besprechen. Es gab fünf inhaltliche Fragestellungen:

  • Was brauche ich in meiner Lehre? – Selbstverständnis und Haltung von Lehrenden (Ergebnisse Tisch 1)
  • Sinnvolle Ergänzung? – Begeisterung wecken durch Perspektivenwechsel in Echtzeit (Ergebnisse Tisch 2)
  • Könnten wir auch zusammen arbeiten? – Fakultätsübergreifendes und interdisziplinäres Arbeiten (Ergebnisse Tisch 3)
  • Muss ich ihnen alles sagen? – Organisation und Betreuung von studentischen Projektgruppen (Ergebnisse Tisch 4)
  • Didaktik im Hörsaal? – Große Gruppen leiten – Bedeutung und Ausgestaltung von Vorlesungen (Ergebnisse Tisch 5)

Unterfüttert wurden die Fragen jeweils durch kurze praktische Impulse aus Projekten der Förderprogramme „Gute Ideen für die Lehre“ und „Lehrforschung – forschendes Lernen“, die bereits an modernen Lehr-Lern-Konzepten arbeiten (Übersicht Impulsbeiträge oder www.th-nuernberg.de/gutelehre).
Die Ideen und Beiträge aus der Diskussion wurden direkt an den World Café-Tischen zu Papier gebracht und weiterentwickelt.

Um die Ergebnisse der Diskussionen noch weiter zu konkretisieren, wurden die Teilnehmenden gebeten nach den World Café-Diskussionen an einer PINGO-Umfrage (Peer Instruction for very large Groups: http://trypingo.com/de/) teilzunehmen und die folgende Frage zu beantworten: „Was ist zum jetzigen Zeitpunkt - nach der heutigen Diskussion - meine Vorstellung von guter Lehre? Nennen Sie bis zu drei Schlagwörter!“. Mit dem eigenen oder einem vor Ort ausgeliehenen internetfähigen Endgerät konnten alle sofort an der Umfrage teilnehmen. Entgegen sonstigen Hinweisen, man möge doch bitte auf die Handynutzung während der Veranstaltung verzichten, war dies hier explizit gewünscht. Binnen weniger Minuten – just in time – wurde folgendes Ergebnis sichtbar:

Die Teilnehmenden des diesjährigen Tags des Lehrens und Lernens haben ein diverses aber an bestimmten Punkten deutliches Bild von „guter Lehre“ gezeichnet:

Gute Lehre weckt Begeisterung, ist aktivierend und zeigt den Bezug zur Praxis auf.

Ergänzende Stimmen dazu, die über eine Kartenabfrage zu Beginn der Veranstaltung  generiert wurden:

„Lehre, die den Studierenden Spaß macht und auch den Lehrenden Spaß machen kann.“  

 „Gute Lehre geht über eine gute Wissensaufbereitung  und -vermittlung hinaus und weckt Begeisterung, zeigt/verdeutlicht den Praxistransfer und die Praxisrelevanz und fördert die Selbstorganisation und Kooperation“.

„Fachkompetenz und Persönlichkeitsentwicklung seitens der Studierenden herausbilden und fördern.“

„Gute Lehre geht über eine gute Wissensaufbereitung  und -vermittlung hinaus und weckt Begeisterung, zeigt/verdeutlicht den Praxistransfer und die Praxisrelevanz und fördert die Selbstorganisation und Kooperation.“

Die Auswertung aller Stichworte über die Kartenabfrage („Was ist meine Vorstellung guter Lehre?“) ist in der abgebildeten Word-Cloud zu sehen.

Im Ergebnis gab es eine Fülle an Antworten auf die Frage, was Kernelemente guter Lehre sind. In einem weiteren Schritt gilt es nun zu betrachten, anhand welcher Indikatoren ein Lehrerfolg zu erkennen ist. Der Tag des Lehrens und Lernens 2017 war der Auftakt für die Entwicklung einer Lehrverfassung für die TH Nürnberg. In kommenden Veranstaltungen und Workshops wird hierzu hochschulweit weiter gearbeitet werden.
 
Die einführenden Worte des Vizepräsidenten für Studium und Lehre, Prof. Dr. Niels Oberbeck, zeigten bereits auf, wohin die Reise gehen kann. Die Koordinaten in dem vom Wissenschaftsrat 2017 verabschiedeten Positionspapier „Strategien für die Hochschullehre“ können einen Rahmen vorgeben. Deutlich wird darin – und dies unterstrich Prof. Dr. Oberbeck: Das persönliche Engagement der Lehrenden ist eine wichtig Voraussetzung, doch zugleich ist die Lehre eine Gemeinschaftsaufgabe aller beteiligten Akteure.

Ziel der Hochschule ist damit: Die gemeinsame Verantwortung von Lehrenden und Studierenden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Lehre stärken!

Ergänzende Informationen:

Zur Pressemitteilung
Zur Übersicht Werkschau
Zum Veranstaltungsprogramm