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Schlüsselkompetenzen - Schlüssel für was eigentlich?

Sind überfachliche Kompetenzen tatsächlich ein Schlüssel?

Und für was eigentlich?

"Für die Anforderungen der Arbeitswelt der Zukunft" – so Anja Heidenreich von der Schaeffler AG. Mehr als 60 Lehrende und Studierende haben sich am diesjährigen Tag des Lehrens und Lernens am 5. Juni damit auseinandergesetzt, was eigentlich die zentralen Schlüsselkompetenzen der Zukunft sind und welche Verantwortung die TH hat zu deren Entwicklung beizutragen. Die Keynote von Anja Heidenreich (Expert Global Talent Management der Schaeffler AG) und die sechs Praxisbeispiele aus verschiedensten Fakultäten haben interessante und handfeste Denkanstöße gegeben.

Auch Prof. Dr. Niels Oberbeck (Vizepräsident für Studium und Lehre) hat in seinen einführenden Worten deutlich gemacht, dass wir als Hochschule Menschen ausbilden, die sich qualifiziert den Anforderungen des aktuellen und zukünftigen Arbeitsmarktes stellen. Dazu brauchen sie überfachliche Kompetenzen, um sich immer wieder neu auszurichten und Entscheidungen treffen zu können: Selbstmanagement, digitale Kompetenzen, Selbstlernkompetenzen, Kreativität, interdisziplinäres Denken, unternehmerisches Denken… Die Liste der Schlüsselkompetenzen ist lang und vielfältig. Wir als Hochschule nehmen uns dem an – auch das „Leitbild Lehren und Lernen – im Dialog sein“ zeugt davon. Klar ist – so Oberbeck – dass sich damit auch die Rolle von uns als Lehrende verändern wird.

Was genau das heißt haben in der Folge die Referentinnen und Referenten gezeigt, die uns einen Einblick in ihren Lehralltag gaben.

„Future Skills“ aus Unternehmensperspektive

Anja Heidenreich (Expert Global Talentmanagement, Schaeffler AG)

In der Vergangenheit legten Unternehmen sehr starken Wert auf Fachexpertise. Dies wird auch weiterhin ein zentraler Punkt für die jeweiligen Fachbereiche wie Research & Development, Produktion, etc. bleiben. Heutzutage reicht es allerdings nicht mehr aus, die/der Beste in ihrem/seinem Fach zu sein: MitarbeiterInnen müssen die Fähigkeit mitbringen, sich an den schnellen Wandel von Rahmenbedingungen, die Digitalisierung, die immer größere Vernetzung, sowie die neuen Formen der Zusammenarbeit in Unternehmen anzupassen.

Im Rahmen des Vortrags werden diese „überfachlichen“ und „cross-funktionalen“ Kompetenzen, die zunehmend an Bedeutung bei Schaeffler gewinnen, näher beleuchtet.

Ein Praxisbeispiel für die integrierte Lehre von fachlichen und überfachlichen Inhalten im Studiengang B-AMP

Prof. Dr. Bruno Hauer (Fakultät AMP)

Projektmanagement, Präsentationstechniken und Englisch werden oft als separate Fächer gelehrt und nehmen dabei nur zum Teil Bezug auf die konkreten Inhalte der fachspezifischen Module des Studiums. Auch deswegen fällt es Studierenden des Öfteren schwer, die Bedeutung der in diesen Fächern vermittelten überfachlichen Kompetenzen für Ihren späteren Beruf zu erkennen. Im Bachelorstudiengang AMP beziehen sich daher seit einem Jahr diese Fächer auf die Inhalte eines zeitlich parallel von den Studierenden durchgeführten Anwendungsprojekts. Im hier vorgestellten Beitrag werden die ersten Erfahrungen mit dieser integrierten Lehre von fachlichen und überfachlichen Inhalten vorgestellt.

BeginnING - Schlüsselqualifikationen für den Studienbeginn   

Prof. Dr. Berthold von Großmann (Fakultät MB/VS)

Die Studieneingangsphase für Studierende positiv und motivierend gestalten und gleichzeitig den Studierenden wichtige Fähigkeiten für das Studium vermitteln, wie kann das gehen?

Ein Baustein der an der Fakultät Maschinenbau und Versorgungstechnik im Wintersemester erstmalig eingesetzt wurde, könnte eine interdisziplinäre Projektarbeit sein. Innerhalb einer Woche arbeiten Studierende des ersten Semesters an einem praxisnahen Projekt und erlernen dabei ganz nebenbei wichtige Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit, Motivation, Kreativität Selbstmanagement, Kommunikationsfähigkeit und analytisches Denken. Weiterhin können die Studierenden ihre ersten theoretischen Erkenntnisse aus den Vorlesungen in einem ersten realen Projekt einsetzen und lernen die unterschiedlichen Fachdisziplinen miteinander zu verknüpfen.

Inverted Class Room: Lass es mich tun, und ich werde verstehen

Prof. Dr. Felix Streitferdt (Fakultät BW)

Bei der Inverted Class Room-Methode bereiten sich die Studenten selbständig auf eine Veranstaltung vor und im Unterricht werden dann nur ungelöste Fragen sowie Fallstudien und Übungsaufgaben besprochen. In dem Vortrag wird die Inverted Class Room-Methode vorgestellt und deren Umsetzung in der Praxis anhand eines Beispiels gezeigt. Auf Basis der Erfahrungen des Referenten erfolgt eine Diskussion der Vor- und Nachteile der Methode bevor abschließend Tipps und Tricks zur konkreten Umsetzung der Methode vorgestellt werden.

Medienwerkstatt der Fakultät SW

Anja Haager und Sascha Hamzeh (Studierende der Fakultät SW)

Digitale Kompetenzen sind in der Arbeitswelt und für professionelles Auftreten der eigenen Person sowie als Einrichtung unerlässlich. Für die Soziale Arbeit wird zukünftig die Vermittlung von Medienkompetenz eine wichtige Aufgabe werden. In der Medienwerkstatt haben Studierende die Möglichkeit, sich alleine oder mithilfe der Tutor(inn)en mit diversen digitalen Medien auseinanderzusetzen und ihre digitalen Kompetenzen zu erweitern.

Besseres Selbstmanagement durch mehr Freiheitsgrade bei der Inhaltsvermittlung

Prof. Dr. Robert Lehmann (Fakultät SW)

Selbstmanagement ist als Schlüsselkompetenz im modernen Arbeitsleben eine wichtige Grundlage für Erfolg und eine gesunde Work-Life Balance. Aus verschiedenen Gründen kann bei Studierenden nicht mehr selbstverständlich davon ausgegangen werden, dass sie bereits über ausreichende Selbstmanagementkompetenzen verfügen. Um Studierenden die Chance zu geben, diese zu entwickeln, ist es notwendig, dass auch das Studium ausreichende Freiheitsgrade bereitstellt, in denen die Studierenden wirklich selbstbestimmte Entscheidungen zu ihrem Selbstmanagement treffen können. Als Beispiele werden Audioaufzeichnungen von Vortragsanteilen in Präsenzlehrveranstaltungen und eine gamifizierte Unterstützung von Selbstlernaktivitäten in Lehrveranstaltungen der Sozialen Arbeit vorgestellt.

Der Erwerb von Schlüsselkompetenzen im Rahmen der Lehrveranstaltung Konstruktion

Prof. Dr. Rüdiger Hornfeck (Fakultät MB/VS)

Im Bachelorstudiengang Maschinenbau müssen die Studierenden mehrere Module Konstruktion belegen. Hier müssen sie abhängig vom Semester verschiedene Konstruktionsaufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad bearbeiten. Um die gestellten Aufgaben zu lösen ist u.a. Kreativität, Kooperations- und Teamfähigkeit, Deduktion und Analysefähigkeit gefragt. Am Beispiel eines Konstruktionsprojekts wird gezeigt, wie diese Schlüsselkompetenzen im Rahmen der Lehrveranstaltungen trainiert werden.

Die Impulse aus den einzelnen Vorträgen von Dr. Benjamin Zinger zusammengefasst. Darüber hinaus hat unsere Hochschule noch mehr Impulse zu dem Themenfeld „Schlüsselkompetenzen“ zu bieten. Nicht nur LEONARDO - Zentrum für Kreativität und Innovation, auch das Schreibzentrum oder die Angebote des Service Lehren und Lernen haben auf der Veranstaltung gezeigt, wo sie aktiv sind und Angebote für die Lehre machen.

Übersicht über die Angebote, die auf dem TdLL vorgestellt wurden:


Die Teilnehmenden haben den Tag wieder genutzt sich zu vernetzen, Informationen zu gewinnen und weiter an unserem „Leitbild Lehren und Lernen – im Dialog sein“ zu arbeiten. Denn im Dialog wird dieses lebendig gehalten. Die Fragen zur Lehren und dem Lernen, die jede/r geschenkt bekommen hat, werden ihres dazu beitragen. Für uns galt auch auf dem 6.  Tag des Lehrens und Lernens: Lehren und Lernen werden durch Vernetzung, Kollegialität und den offenen Diskurs gelebt. Wir geben keine abschließenden Antworten was Schlüsselkompetenzen sind, sondern regen über Fragen die Reflexion des Lehrens und Lernens an.

Herzlichen Dank für die vielen anregenden Beiträge und Diskussionen. Wir freuen uns auf den Tag des Lehrens und Lernens 2020.

Programm Tag des Lehrens und Lernens

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