Einer Vielfalt der Zielgruppe kann mit einer Vielfalt im Methoden- und Medieneinsatz begegnet werden. Dies ermöglicht einen vielseitigen Zugang zu Lerninhalten und bringt Abwechslung in den Stundenplan.

Bewährte Methoden

Ablauf von JiTT

Rückmeldungen und Abgaben von Studierenden zu verständnisorientierten Aufgaben ermöglichen es, die Vorlesung am aktuellen Bedarf auszurichten.

Ablauf

Just-in-Time Teaching ist eine Lehr- und Lernmethode, bei der sich die Studierenden vor der eigentlichen Unterrichtseinheit aktiv mit dem Stoff auseinandersetzen. Die Dozentin oder der Dozent stellt als Vorbereitung für die Veranstaltung Aufgaben zur Verfügung, die auf dem Vorwissen der Studierenden aufbauen, um neue Konzepte einzuführen. Durch den Einsatz webbasierter Aufgaben wird zum Einen erreicht, dass die Studierenden schon vorab in die Materie eintauchen. Zusätzlich dazu erhält der Lehrende („just in time“) eine Rückmeldung über Wissenslücken und/oder Verständnisschwierigkeiten und kann die anstehende Veranstaltung dynamisch daran anpassen.     

Vorteile
  • Adaptiver Unterricht, bei dem (fehlerhafte) Präkonzepte und Lernschwierigkeiten sichtbar werden und auf diese eingegangen werden kann
  • Motivation der Studierenden durch Selbstbestimmung (interaktive Mitgestaltung des Unterrichts) und soziale Einbindung (durch die anschließenden Diskussionen)
  • Förderung der Eigenverantwortung für die abgegebenen Antworten
Aufwand
  • Aufgaben erstellen (einmalig)
  • Methodisches Konzept anpassen (einmalig)
  • Antworten auswerten (regelmäßig)
  • Stoff/Veranstaltungsmaterialien anpassen (regelmäßig)
Literatur und Links

Novak, Gregor M. (2011): Just-in-Time Teaching. In: New Directions for Teaching and Learning, Nr. 128. DOI: 10.1002/tl.469.

Poth, Thomas (2009): Adressatengerechtes Unterrichten mit dem Just-in-Time Teaching-Verfahren. Dissertation: Universität Koblenz-Landau. URL: d-nb.info/995575223/34

http://jittdl.physics.iupui.edu/jitt/

https://www.edutopia.org/blog/just-in-time-teaching-gregor-novak

 

 

Ablauf von PI

In einem strukturierten Frageprozess werden die Studierenden zunächst zum Nachdenken, dann zum Diskutieren angeregt.

Ablauf

Verständnisfragen im Multiple Choice-Format werden nach folgendem Schema gestellt:

  • Zeit zum individuellen Überlegen
  • Wahl der Antwort
  • Diskussion mit Nachbarn
  • Wahl der Antwort
  • Je nach Ergebnis: Diskussion, weitere Erläuterungen, Vertiefung, ...

Die Fragen können mit Clickern oder Online-Abstimmungssystemen gestaltet werden. Dies bietet die Möglichkeit, dass auch die Studierenden einen guten Überblick über das Antwortverhalten der Gruppe bekommen. Am Ende bietet die grafische Darstellung der Antwortverteilung eine gute Grundlage für die Diskussion bzw. weitere Vertiefung des Themas.

Vorteile für Lehrende
  • Feedback zum Verständnis der Studierenden
  • Leichtere Identifikation von Fehlkonzepten und Missverständnissen
  • Persönlicherer Kontakt zu den Studierenden
  • Zielgerichtete Gestaltung des Lernstoffes
Vorteile für Studierende
  • Förderung der Lesekompetenz und Selbstorganisation
  • Direkte Erfolgserlebnisse während der Veranstaltung (richtige Antworten, überzeugende Diskussionsbeiträge)
  • Erleichtertes Eigenengagement in der Veranstaltung
  • Direktes Feedback zum Lernstand
Aufwand
  • Entwicklung von Multiple Choice-Fragen (einmalig)
  • Auswahl/Erstellung geeigneten Lesestoffes (einmalig)
  • Überarbeitung vorhandenen Lehrmaterials, so dass es flexibel eingesetzt werden kann (einmalig) bzw. dessen Anpassung (regelmäßig)
  • Bereitstellung des Lesestoffes, z.B. über Lernplattformen, Kopien oder Bibliotheksmaterial in ausreichendem Umfang (regelmäßig)
Literatur und Links

Beatty, Gerace, Leonard, Dufresne (2006), Designing effective questions for classroom response system teaching. Am. J. Phys. 74 (1)/31-39.

Mazur 1996, Peer Instruction: A User’s Manual. Addison-Wesley. ISBN-10: 0135654416, ISBN-13: 978-0135654415

Mazur 2006, Peer Instruction - Wie man es schafft Studenten zum Nachdenken zu bringen. PdN-PhiS 4/55.

https://blog.peerinstruction.net/

http://www.cwsei.ubc.ca/resources/clickers.htm

Mathematik: http://mathquest.carroll.edu/

Informatik: http://www.peerinstruction4cs.org/

 

 

 

Ablauf von PBL

Die Studierenden bekommen Fallstudien, aus denen sie jeweils Problemstellungen ableiten. Sie recherchieren Hintergrundwissen und entwickeln Lösungsvorschläge.

Ablauf

Das PBL basiert auf einem angeleiteten Problemlösungsprozess, durch den die Studierenden sich im eigenständigen Arbeiten ebenso wie in sozialen Kompetenzen weiterentwickeln können. Das entscheidende Element bildet das Ablaufschema, der Siebensprung. Dabei wird der Problemlösungsprozess in sieben Teilschritte aufgegliedert, die zum Teil alleine, zum Teil in der Gruppe durchgeführt werden (siehe Abbildung).

Als Ausgangsbasis dient ein Text zu einer typischen Situation aus dem zukünftigen Einsatzfeld der Studierenden. Diesen analysieren die Studierenden in Gruppen mit den ersten fünf Schritten. Der sechste Schritt, die Informationsbeschaffung zur Klärung der Leitfragen, erfolgt in Einzelarbeit, so dass alle Studierenden sich den Stoff individuell aneignen können. Im letzten Schritt werden die Einzelarbeiten in einer Präsentation und Diskussion der Ergebnisse wieder zusammengeführt. Abschließend sollte das Thema von der oder dem Lehrenden noch in einen Gesamtzusammenhang gestellt werden.

Vorteile für Lehrende
  • Abwechslungsreicher Veranstaltungsverlauf
  • Aktivere Unterrichtsatmosphäre
  • Anwendungsbezogenes Lehren
  • Individuellere Förderung der Studierenden je nach Interesse und Engagement
Vorteile für Studierende
  • Abwechslungsreicher Veranstaltungsverlauf
  • Viel Gestaltungsspielraum durch individuellen Ablauf
  • Stärkung von persönlicher, sozialer, Handlungs- und Medienkompetenz
  • Einblick in das Berufsfeld durch anwendungsorientiertes Lernen
Aufwand
  • Benennung der Lernziele, Wahl geeigneter Themen für Problemfälle, Ausformulieren der Ausgangstexte (einmalig)
  • Begleitung der Gruppen, Ansprechpartner bei Fragen, Hilfestellung bei der Vorbereitung der Ergebnispräsentation (regelmäßig)
  • Ggf. Bereitstellung von Arbeits-/Recherche-Material (regelmäßig)
Literatur und Links

Reusser, Kurt (2005). Problemorientiertes Lernen – Tiefenstruktur, Gestaltungsformen, Wirkung. Beiträge zur Lehrerbildung, 23(2), S.159-182.

Savin-Baden, Maggi (2007). Challenging Models and Perspectives of Problem-based Learning. In: de Graaff, Erik & Kolmos, Anette (Hrsg.). Management of Change – Implementation of Problem-Based and Project-Based Learning in Engineering. Rotterdam: Sense Publishers.

Weber, Agnes (2005). Problem-based Learning – Ansatz zur Verknüpfung von Theorie und Praxis. Beiträge zur Lehrerbildung, 23 (1). p. 94-104.

Weber, Agnes (2007). Problem-Bsaed Learning. Bern: h.e.p.

Mit den Phasen Definition-Planung-Umsetzung-Abschluss als Orientierungsrahmen führen die Studierenden eigene Projekte durch.

Einen umfassenden Pool an Informationen, Hilfestellungen und Materialen zum Projekt-orientierten Lernen bietet das Buck Institute for Education.

Vorteile
  • Abwechslungsreicher Veranstaltungsverlauf
  • Aktivere Unterrichtsatmosphäre
  • Anwendungsbezogenes Lehren
  • Individuellere Förderung der Studierenden je nach Interesse und Engagement
  • Stärkung von persönlicher, sozialer, Handlungs- und Medienkompetenz
  • Einblick in das Berufsfeld durch anwendungsorientiertes Lernen

 

 

Ablauf POL
Ablauf POL
Ablauf der Tutorials
Bearbeitung eines Tutorials
Bearbeitung eines Tutorials

Verständnisorientierte, qualitative Übungsblätter zur Physik und Elektrotechnik hinterfragen gezielt grundlegende Präkonzepte von Studierenden und leiten zu einem Konzeptwandel hin.

Ablauf

Bei den „Tutorials“ handelt es sich um verständnisorientierte, qualitative Übungsblätter zu Grundkonzepten der Physik. Ziel dieser Versuche ist es, gezielt grundlegende Präkonzepte von Studierenden aufzudecken, zu hinterfragen und hin zu wissenschaftlichen Konzepten zu führen. Deshalb empfiehlt sich ein Einsatz begleitend zur Vorlesung, jeweils nachdem dort das zugehörige Thema besprochen wurde.

Bei den Tutorials werden mittels Leitfragen und Arbeitsaufträgen:

  • kleine Versuche durchgeführt
  • die jeweiligen Beobachtungen notiert
  • die Beobachtungen hinterfragt, z.B. bzgl. ihrer Aussagekraft und Grenzen
  • regelmäßig Schlussfolgerungen über die dahinterliegenden Zusammenhänge gezogen.

Die Lehrperson bzw. die Tutorinnen und Tutoren nehmen dabei eine begleitende Rolle ein und unterstützen die Lernprozesse der Studierenden, indem sie die Ergebnisse der Studierenden kritisch hinterfragen und bei Zusammenfassungen und Reflexionen helfen.

Anhand von Forschungsergebnissen zu Fehlkonzepten und Verständnisschwierigkeiten Studierender wurden bereits zahlreiche Tutorials entwickelt und veröffentlicht. Diese sind im Bestand der Hochschulbibliothek verfügbar:

Vorteile
  • Aktives, individuelles und soziales Lernen
  • Verständnis-orientierte Lernprozesse
  • Nachhaltiger Wissenserwerb
  • Interesse und Interaktion
Aufwand
  • Bereitstellung von Material, Unterlagen und Handouts
  • Organisation von Räumen und Betreuung
  • Testläufe der jeweiligen Tutorials, um mögliche Fehlerquellen vorab zu identifizieren
  • Betreuung der Studierenden
Video Peer Instruction

Video zu Peer Instruction

Video Just-in-Time Teaching

Video zu Just-in-Time Teaching

Eine Auswahl an Medien

Clicker
Clicker

Abstimmungssysteme, die Interaktion fördern und eine Rückmeldung der Studierenden liefern.

Was kann ich damit genau machen?

Sie können zum einen Fragen an Ihre Studierende stellen, aber auch Feedback erhalten zu Ihrer Veranstaltung: Sind Sie zu schnell? Haben das alle verstanden?

Die Fragen können spontan in der Veranstaltung gestellt werden, aber auch vorbereitet, zum Beispiel in PowerPoint-Folien. Als Ergebnis sehen Sie ein Diagramm mit den Abstimmungsergebnissen.

Eine verständnisorientierte Einsatzmöglichkeit bietet das Fragenschema der Peer Instruction.

Wie funktioniert das?

Sie benötigen einen USB-Funkempfänger und so viele Abstimmungsgeräte wie Sie Studierende haben. Die Reichweite der Funkempfänger reicht für jeden Hörsaal aus.
Die Geräte können Sie im Learning Lab ausleihen. Die Regelungen für die Ausleihe finden Sie in unserem Wiki (Login mit my.ohm-Zugangsdaten) unter "Equipment".

Die benötigte Software finden Sie hier: https://www.turningtechnologies.com/downloads (Download für Angehörige der TH Nürnberg frei; bitte beachten Sie die Systemanforderungen)

Alle Geräte verliehen?

Kein Problem! Die Studierenden können auch mit ihrem Smartphone oder Laptop abstimmen. Dazu nutzen Sie Online-Abstimmungssysteme, wie zum Beispiel das PINGO-System. Nach einer Registration erhalten Sie kostenlosen Zugang und können ab sofort über das Internet abstimmen lassen.

Ähnliche online-basierte Abstimmungssysteme finden Sie im Wiki unter "Tools" beschrieben. Dort können Sie das für Sie geeignete System auswählen.

Moodle Logo
Moodle Logo

Das zentrale E-Learning-Portal der TH Nürnberg. Es ermöglicht die Erstellung von Blended-Learning- oder E-Learning-Einheiten.

Was ist Moodle?

Moodle ist ein offenes, frei verfügbares LMS (Learning Management System), das von der TH Nürnberg eingesetzt wird. Es ermöglicht die Erstellung von E-Learning-Einheiten, die begleitend oder ergänzend zu einer Veranstaltung eingesetzt werden oder diese auch komplett ersetzen können, wie es zum Beispiel bei virtuellen Hochschulen der Fall ist.

Welche Vorteile bringt der Einsatz von Moodle?

Die Vorteile von Moodle und anderen E-Learning-Plattformen liegen darin, dass sie zeit- und ortsunabhängig sind. So kann jede Person in ihrem eigenen Tempo die Einheiten bearbeiten und diese nach Bedarf wiederholen oder überspringen.

Zusätzlich gibt es zahlreiche Funktionen, die den Lernprozess unterstützen, wie z.B. die automatische Auswertung von Übungsaufgaben, Funktionen für den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Studierenden, interaktive Elemente für Feedback und für die Einbindung von Lehrmaterialien und Medien.

Moodle am OHM

Das E-Learning-Portal der Hochschule finden Sie hier (my.ohm-Zugangsdaten erforderlich).

Weitere Informationen zu Moodle sowie eine gute Dokumentation finden sie auf den offiziellen Moodle-Seiten.

Beispiel Visualizer
Beispiel Visualizer

Eine moderne Form des Tageslichtprojektors. Hier können zeichnerische und rechnerische Vorgänge direkt über den Beamer angezeigt werden.

Was ist das?

Der Visualizer ist ein mobiles Gerät mit einer integrierten Kamera, das mit einem Monitor/Beamer (VGA-Anschluss) oder einem Laptop (USB-Anschluss) verbunden werden kann. Er ist mit verschiedenen Funktionen ausgestattet, wie dem Einfrieren eines Bildes oder dem Vergleich von zwei Bildern mittels Splitscreen, und hat einige hilfreiche Eigenschaften, wie einen hohen Zoom und einen beweglichen Hals. Es können auch Videos oder Bildern aufgezeichnet werden.

Die Geräte können Sie im Learning Lab ausleihen. Die Regelungen für die Ausleihe finden Sie in unserem Wiki (Login mit my.ohm-Zugangsdaten) unter "Equipment".

Einsatzmöglichkeiten
  • Ergebnisse von Gruppenarbeiten, Texte, Bilder etc. zeigen
  • Vorder- und Rückseite eines Objektes, Vorher/Nachher-Vergleiche o.Ä. vergleichend zeigen (Split Screen-Funktion)
  • Bilder einfrieren, um in Ruhe auf Details hinweisen zu können (Freeze-Funktion)
  • Demonstrationsversuche für alle sichtbar machen
  • den Overhead-Projektor ersetzen

Hier finden Sie Beispiele für unterschiedliche Videoformate und deren Einsatzzweck.

Schreiben/ Zeichnen (Papier)

Hier wurde ein Blatt Papier mit einer Dokumentenkamera von oben abgefilmt. Der Ton wurde währendessen mit einem Headset aufgenommen. Dies eignet sich besonders für Rechenschritte und Zeichnungen. Alternativ kann auch eine Videokamera mit Stativ benutzt werden (siehe unten).
Videobeispiel
(Maria-Lisa Keupp)

Schreiben/ Zeichnen (Tablet)

Die Herleitung eines Konzeptes wurde mit Hilfe der App Explain Everything auf einem Tablet aufgezeichnet. Lehrinhalte können so - auch unter Einbezug von z. B. Powerpoint-Folien oder Bildern - anschaulich und ohne großen technischen Bedarf aufbereitet werden.
Videobeispiel
(Anna-Lena Müller)

Kamera & Zeitraffer

Mit einer Kamera wurde der Ablauf aufgenommen, danach in einem Schnittprogramm mit einem Zeitraffer versehen, und zuletzt eine Tonspur aufgezeichnet und hinzugefügt. Hier steht die kompakte Erläuterung eines Themas im Vordergrund.
Videobeispiel
(Falco Klemm & Alexander Neng)

Tafelbild

Der Dozent wurde an der Tafel abgefilmt. Dies ist hilfreich, um komplexe Themeninhalte außerhalb der Lehrveranstaltung den Studierenden zugänglich zu machen.
Videobeispiel
(Prof. Dr. Kröner)

Folien: Screencast

Hier wurden PowerPoint-Folien über ein Plugin als Video gespeichert und zusätzlich vertont. Damit können vorhandene Vorlesungsfolien auf einfache Weise den Studierenden zum Selbstlernen zur Verfügung gestellt werden.
Videobeispiel
(Simon Roderus & Daniel Müller)

 

Geräte können Sie im Learning Lab ausleihen. Die Regelungen für die Ausleihe finden Sie in unserem Wiki (Login mit my.ohm-Zugangsdaten) unter "Equipment".

 

 

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