Aktuell: Gestaltung digitaler Lehre

Um die Lehrenden der TH Nürnberg beim Aufbau digitaler Lehre zu begleiten, haben wir an ihren Bedarfen orientierte Angebote und Kommunikationskanäle zusammengestellt. Zugänge und aktuelle Informationen dazu sind in unserem virtuellen Raum (Login mit myOHM-Zugangsdaten) gesammelt:

Link zum 'Austausch Lehre'-Raum

Das Programm Lehrforschung - forschendes Lernen ist umgezogen. Sie finden es ab sofort hier.

Spotlight

Die Interview-Blog-Serie „BL Spotlight“ stellt regelmäßig inspirierende Lehrende und Communities der TH Nürnberg vor, die Blended Learning und Digitalisierung in ihre Arbeit an der TH Nürnberg integrieren. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht. Die Volltexte sind über den BL Blog (Login mit my.OHM-Zugangsdaten) zugänglich.

  • Prof. Streitferdt, Fak. BW, im Gespräch
  • Prof. Hofmann, Fak. BW, im Gespräch
  • Prof. Weissman, ehem. Fak. SW und Mitglied der HL, im Gespräch
  • Prof. Siegmund, Fak. efi, im Gespräch
  • Prof. Koenig, Fak. AMP/ Language Center, im Gespräch
  • Prof. Schuhbauer, Fak. IN, im Gespräch
  • Der MOOC 'Digitalisierung und Hochschullehre'
  • Herr Pazureck, Fak. efi, im Gespräch

Lösungen für didaktische Anliegen

Der Umgang mit komplexen Softwaresystemen kann nicht theoretisch erlernt werden. Praxisbezüge sowie aktives und zunehmend selbständiges Arbeiten sind für einen nachhaltigen Erwerb fachlicher „Employability-Skills“ entscheidend.

Lösung: Fallstudien mit schrittweise reduzierter Betreuung

1. Hintergrundwissen und -fähigkeiten (Fakten- und Methodenwissen)

  • Die Studierenden hören eine Vorlesung zu theoretischen Grundlagen.
  • Sie erhalten Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Programme und „Handwerkszeug“.
  • Sie lösen kleinere Aufgaben, um den Umgang damit zu üben.

2. Arbeit mit einer Fallstudie (Handlungskompetenz: auswählen, anwenden, zusammenführen, aufbereiten)

  • Die Studierenden wählen in Kleingruppen geeignete Inhalte und Methoden zur Lösung einer größeren Problemstellung oder Fallstudie aus.
  • Sie wenden diese eigenständig zur Lösung im gegebenen Kontext an.
  • Sie bereiten das Ergebnis für eine Präsentation auf.
  • Zur Unterstützung werden jeder Gruppe wöchentlich Zeiten für eine Individualbetreuung durch die Lehrperson zugewiesen

3. Präsentation des Ergebnisses (Metakognitive Kompetenzen: begründen, bewerten, analysieren, vergleichen)

  • Die Studierenden stellen ihre Lösung vor
  • Sie erläutern, warum sie sich für diese Lösung entschieden haben
  • Sie beschreiben, wie sie zur Erarbeitung der Lösung vorgegangen sind

Kontext

Geeignet für: Studiengänge, in denen viel mit Software gearbeitet wird und zur Vorbereitung auf Berufsfelder, in denen technische Lösungen entwickelt werden

Methoden/ didaktische Prinzipien:

Equipment: Fallstudien mit Literatur für jede Gruppe, ein Computerraum mit Beamer, ein Softwaresystem, ggf. unterstützende Tools für die Einführung

Erfahrungswerte

In der Veranstaltung Customer Relationship Management für das 6./7. Semester stellt sich die beschriebene Lösung folgendermaßen dar:

1. Die Studierenden erfahren betriebswirtschaftlichen Hintergrund zu einem Teilprozess des Customer Relationship Managements (CRM) und werden dann im Umgang mit dem entsprechenden Modul einer IT-Standardsoftware angeleitet, um den Teilprozess mit der Software abzubilden.

2. Sie setzen betriebswirtschaftliche Fragestellungen des CRM in Gruppen sinnhaft mit IT-Standardsoftware um. Sie erarbeiten einen Prototyp mit der IT-Standardsoftware, der zum Beispiel die Kommunikationskanäle des (mobile) CRM und sozialer Medien zeigt.

3. Sie präsentieren und diskutieren ihren Prototyp im Plenum. Sie zeigen Grenzen der IT-Standardsoftware auf.

Problematisch mit der Arbeit an Echtsystemen ist, dass die Technik immer funktionieren muss. Ist ein System nicht verfügbar, dann ist der Fortschritt in der Veranstaltung in Gefahr.
Von den Studierenden wurde das praxisnahe Konzept und die Arbeit an Echtsystemen jedoch sehr positiv wahrgenommen. Eine spezifische Evaluation im Sommersemester 2018 soll diesen Eindruck prüfen und präzisieren.

Name Kontakt
Rainer Groß Rainer Groß
Prof. Dr. rer. pol.

Bei Online-Vorlesungen ist die Distanz von Lehrenden und Studierenden oft sehr hoch. Die Aufmerksamkeit bei einem Lehrvortrag aufrecht zu halten ist im Vergleich zur Situation im Hörsaal erschwert, die Studierenden fallen leicht in eine passive, unkonzentrierte Rolle – erst Recht, wenn die Thematik etwas schwieriger wird.

Lösung: Vorbereitung der Studierenden mit individueller Rückmeldung zu ihren Fragen und kurze Aktivierungselemente zur Auflockerung

Geeignet für: Online-Vorlesungen aller Semester

Wie bereiten die Studierenden sich auf die Vorlesung vor?

In der Vorlesung Lebensmitteltechnologie des 4. Semesters im Studiengang Management in der Biobranche müssen sich die Studierenden vor der Vorlesung einen Text durchlesen und/oder ein Video ansehen, in dem ein Teil des Stoffes erklärt bzw. zusammengefasst ist. Hierzu haben sie mindestens 2 Tage Zeit. Die Aufgabenbeschreibung und die dazu passenden Lernziele sind als „Studierauftrag“ in einem moodle-Kurs hinterlegt. Anschließend sollen sie ein paar Fragen zum Studierauftrag (Kontrollfragen, ob der Text gelesen wurde + Verständnisfragen) beantworten. Hierzu verwende ich den Online-Test in moodle mit Multiple-Choice, Drag and Drop, Kurzantwort etc. Zudem sollen die Studierenden immer eine Frage die sie zum Stoff haben, formulieren. Die Aufgabenstellung lautet dann z.B. so:

Formulieren Sie eine möglichst konkrete Frage zum durchgearbeiteten Studierauftrag „Zuckerherstellung“. Gut ist eine Frage dann, wenn daraus ein eigenes Denken erkennbar ist. Falls alles klar ist: Was sind die zwei wichtigsten Erkenntnisse für Sie aus dem Studierauftrag?

Die Fragen werden bewertet und die Teilnahme mit Bonuspunkten für die Klausur „belohnt“.

Was macht die Vorlesung interaktiv?

In der Online-Vorlesung gebe ich Antworten zum Großteil der zum Stoff gestellten Fragen für alle und anonym. Danach steigen wir in den Stoff ein und ich gehe speziell auf die Dinge ein, die vielleicht noch nicht so klar waren im Test. Die Online-Vorlesung dient also der Vertiefung und Fortführung der vorbereiteten Inhalte.

Die Vorlesung gestalte ich dabei als Wechsel zwischen Input und interaktiven Elementen. Online kommen meist anonyme Beteiligungen besser an. Daher setze ich auf Umfragen in zoom (die ausformulierten Fragen sind in den Vorlesungsfolien zu sehen, die Antwortmöglichkeiten A-E stehen über die zoom-Umfrage zur Auswahl) und die Kommentierfunktion (Namen der Kommentatoren verbergen). Mit der Kommentierfunktion ist es sowohl möglich, kurze Antworten zu geben (siehe Beispiel 1), ein Stimmungsbild abzufragen, zu voten („Stempel“) oder auch Zuordnungen zu machen (siehe Beispiel 2) und natürlich noch vieles mehr.

Beispiel 1: Die Studierenden ergänzen kurze Antworten, die Dozentin kommentiert in der anschließenden Diskussion.
Beispiel 1: Die Studierenden ergänzen kurze Antworten, die Dozentin kommentiert in der anschließenden Diskussion.

Was sagen die Studierenden dazu?

Das Feedback der Studierenden ist sehr positiv: Die Aktivierungselemente helfen bei der Konzentration und lockern die Vorlesung auf, wobei die Anonymität bei der Beteiligung sehr geschätzt wird. Die Online-Tests ebenso wie die Aktivierungselemente werden als hilfreich wahrgenommen. Ein positiver Effekt beim Lernerfolg zeigt sich darin, dass die Studierenden darin übereinstimmen, mehr aus der Vorlesung mitzunehmen und sich auch besser an die Inhalte der letzten Stunde erinnern zu können.

Beispiel 2: Die Studierenden vebrinden zusammengehörige Elemente. Nach einer Weile zeichnen sich eine Mehrheitsmeinung oder Unterschiede ab, die diskutiert werden können.

Was Sie vorher wissen sollten…

Ich kündige jedes Mal an, wenn ich den Studierauftrag online stelle. Das ist wichtig für die Orientierung. Zudem ist es wichtig, den Studierenden zur Einführung und ggf. auch mal dazwischen zu erklären, warum sie sich zuvor mit dem Stoff beschäftigen sollen und dass dann einfach viel mehr hängenbleibt, als wenn sie alles das erste Mal hören.

Bei den Tests geht es nicht darum, Wissen abzuprüfen, sondern vielmehr zu sehen, ob die Studierenden sich mit dem Stoff beschäftigt haben und was sie ggfs. (nicht) verstanden haben. Die Bonuspunkte für die Klausur sind ein gutes „Lockmittel“, um sich konzentriert mit den Fragen zu befassen, und ein Erwerb von Punkten ist dann auch verdient. Daher ist die Bestehensgrenze für die Online-Tests bei mir sehr niedrig (40%) angesetzt

Checkliste zur Vorbereitung vor der Vorlesung:

  • Studierauftrag in Moodle und Online-Test (Bonuspunkte) einstellen
  • Standardfrage: „Frage zur Frage“
  • Online-Test „korrigieren“
  • Vorlesung entsprechend des Wissensstandes konzipieren

Methoden, Medien und Tools

 

 

Name Kontakt
Carolin Hauser Carolin Hauser
Prof. Dr.

Vielfältige Zugangsmöglichkeiten zum Studium resultieren in großen Gruppen mit heterogenen Vorkenntnissen.

Es ist schwer, ein angemessenes Gleichgewicht zwischen „fördern und fordern“ zu finden, ohne zu langweilen bzw. zu überfordern.

Lösung: Strukturen für individuelle Lernpfade

Die Studierenden erhalten verschiedene Möglichkeiten, die Vorlesungsinhalte zu mitzuverfolgen:

1. Eine Vorlesung mit...
... Vortragsfolien(1), die interaktiv beschriftet werden
... einem Skript(2) mit Bereichen für eine strukturierte Mitschrift und konkreten Verweisen auf ein Lehrbuch(3)
... regelmäßigen, anonymen Rückmeldungen zum Verständnis(4)
... Übungsaufgaben(5) als Muster, Zwischenfeedback oder für Gruppenarbeiten
2. Materialien für selbstegsteuertes, individuelles Lernen:
-    ein Lehrbuch(3),
-    Selbsttest-Aufgaben(6)
-    Lehrvideos (7)
Sowohl in als auch begleitend zur Vorlesung können sich die Studierenden also individuell orientieren.

Kontext

Geeignet für: Erstsemesterveranstaltungen, Grundlagenvorlesungen, Vorlesungen, die von Studierenden verschiedener Fachrichtungen besucht werden

Methode/ didaktisches Prinzip: Individuelle Lernpfade, Selbstgesteuertes Lernen

Equipment:

  • (1)Vortragsfolien: z.B. Powerpoint
  • (2)Skript, (5)Übungsaufgaben: Bereitstellung als pdf-Dateien
  • (3)Lehrbuch: Angebot der Bibliothek, wenn möglich mit E-Book-Lizenz
  • (4)Anonyme Fragen an das Plenum: z.B. Abstimmungsplattform PINGO
  • (6)Selbsttest: z.B. Moodle-Aktivität „Test“
  • (7)Lehrvideos: z.B. Office Mix, ggf. Einbindung weiterer Programme, z.B. CAD-Darstellungen

Erfahrungswerte

In der Vorlesung Maschinenelemente werden verschiedene Maschinenelemente mit ihren Besonderheiten vorgestellt und berechnet. Wer mehr Zeit braucht, nutzt das Lehrbuch und die Videos zu wichtigen Berechnungsverfahren. Wem schreiben beim Lernen hilft, greift auf das strukturierte Skript zurück. Wer eine Rückmeldung zum eigenen Kenntnisstand will, löst die Selbsttest-Aufgaben und beteiligt sich an den Rückfragen zum Verständnis in der Vorlesung.

Die Lückenskripte sowie die verteilten Übungsaufgaben werden von allen Studierenden angenommen.

Mittels PINGO konnten die Studierenden mehrmals während der Vorlesung zurückmelden, ob sie den Inhalten noch folgen können. Diese Rückfragen haben am Anfang auch gut geklappt, es leierte sich aber zum Ende des Semesters aus.

Als Leitfaden für die Vorlesung und auch als eine erlaubte Unterlage für die Prüfung dient das Lehrbuch. Dieses gibt es auch als kostenloses E-Book, das allerdings kaum genutzt wird: In der Prüfung sind keine elektronischen Geräte erlaubt, weshalb die meisten sich das Buch kaufen.
Das Buch wird ca. alle zwei Jahre neu aufgelegt. Ich habe in meinen Unterlagen Hinweise auf das Lehrbuch. Das bedeutet, ich habe einen erheblichen Aktualisierungsaufwand.

Diejenigen, die sich die Videos angeschaut und die Selbsttests gemacht haben, haben zurückgemeldet, dass diese Form sehr hilfreich ist.

Ich denke die Vielfalt der verschiedenen Lehrinhalte spricht die verschiedenen Charaktere an und unter dem Strich kommen doch bessere (Prüfungs-)Ergebnisse heraus. Grundsätzlich ist die Zurverfügungstellung einer Vielzahl an verschiedenen Lehrunterlagen ein riesiger Aufwand. Hinzu kommt noch die Beherrschung von Moodle.

Name Kontakt
Rüdiger Hornfeck Rüdiger Hornfeck
Prof. Dr.-Ing.

Praxisnahes Grundlagenwissen wird am besten individuell erarbeitet und eingeübt. Oft passen die verfügbare Zeit und die Gruppengröße einer Veranstaltung aber nicht zu diesem Ziel.

Lösung: Selbstgesteuert lernen mit Vorlesung, Tutorium & Online-Kurs

Die ca. 60-80 Studierenden haben 1 SWS Vorlesung im Hörsaal als Doppelstunde alle zwei Wochen, abwechselnd mit 1 SWS Tutorium im Rechnerraum ebenfalls als Doppelstunde alle zwei Wochen

Zur Unterstützung der Taktung aus Vorlesung und Tutorium wurde ein Selbstlernkurs auf dem E-Learning-Portal aufgebaut, auf dem die zu vermittelnden Inhalte zum größten Teil als Screencasts (3-5 Minuten Dauer) dargestellt sind. Der E-Learning-Kurs dient sowohl zur Vor- als auch zur Nachbereitung der Vorlesung. Der Kurs ist hier zu erreichen (Passwort: „CAD“) https://elearning.ohmportal.de/course/view.php?id=3328

Erfahrungswerte

Das Konzept wird von den Studierenden bislang sehr gut angenommen. Das vorgestellte Konzept erwies sich als sehr gut geeignet, um Lehrinhalte wie das Herangehen an die Bauteilmodellierung und die Anwendung der Software zu vermitteln. Studierende können die Screencasts für ihr persönliches Lerntempo verwenden und auch Inhalte wiederholen oder überspringen.

Die Aktivitäts-Auswertungen im E-Learning-Portal zeigten im Sommersemester 2018 eine regelmäßige Aktivität von ca. 40 Studierenden (im Semester immatrikuliert: 68, 1. Studiensemester!). Da der Kurs anscheinend auch von Studierenden höherer Semester genutzt wird, waren zeitweise 117 Studierende eingeschrieben. Im Juni 2018 fanden über 600 Zugriffe pro Woche von Studierenden statt. Im Sommersemester 2019 stieg die Zahl der Zugriffe von ca. 600 Zugriffen pro Woche im Februar auf 4.500 Zugriffe pro Woche im Juni an.

Die Evaluation der LV im Sommer 2018 ergab bei der Frage nach der Nützlichkeit der Videos im E-Learning-Portal bei 78% der Teilnehmer die beste Bewertung. 70% der Teilnehmer geben an, das E-Learning-Portal einmal pro Woche oder öfter zu nutzen. Der selbst eingeschätzte Wissensgewinn wurde 68% der Teilnehmer als „groß“ oder „sehr groß“ angegeben.

Die Möglichkeit zum Online-Lernen wirkt sich scheinbar auch auf die Anwesenheit in den Präsenzveranstaltungen aus: Während in der Vorlesung (abhängig von der Lage im Stundenplan) meist ca. 30 Studierende anwesend waren, wurde das Tutorium durchweg sehr schlecht besucht.

Abb.: Ergebnisse aus dem Moodle-Report und der Evaluation vom Sommer 2018

Tipps zur Technik

Ganz wichtig: guter Ton

Bei Screencasts spielt der Ton eine sehr wichtige Rolle. Daher ist ein hochwertiges Mikrofon unbedingt notwendig. In dem hier vorgestellten Projekt kamen USB-Kondensator-Mikrofone von Conrad Electronic (www.conrad.de) und auna (www.auna.de) zum Einsatz. Vor allem die Komplettpakete von Auna mit Mikrofon, Popschutz, Spinne und Tischstativ sind ein sehr guter Kompromiss aus Preis und Leistung (im Set ca. 70 €). Ergänzt wurden die Mikrofone mit einem selbst hergestellten kleinen Schallschutz für ca. 5 € (sonst >50 €).

Einfache Aufnahme-Software: Screenpresso

Zur Aufnahme der Screencasts erschien die Standard-Software „Camtasia“ (165 €) bei Projektbeginn als zu teuer. Daher wurde für die Aufnahmen der Screenrecorder „Screenpresso“ (29 €) verwendet (www.screenpresso.com). Bei regelmäßiger Erstellung von Screencasts ist aber Camtasia mit seinen Schnittmöglichkeiten auf jeden Fall zu empfehlen.

Maus gut visualisieren: SpotOnTheMouse

Mit dem Programm „SpotOnTheMouse“ (15 €) ist für die Zuschauer sowohl im Screencast als auch in der Vorlesung die Maus immer gut zu sehen. Gedrückte Tasten werden mit dargestellt und erleichtern so das Nachvollziehen der Aktionen. www.markuswelz.de/software/index_de.html

„Whiteboard Animations“ leicht gemacht: mysimpleshow

Als Eyecatcher wurde ein Einführungsvideo im „Scribble“-Stil an den Beginn des E-Learning-Kurses gesetzt. Die Software für die Erzeugung dieser Videos ist oft extrem teuer. Die Firma Simpleshow Gmbh aus Berlin stellt Hochschulen einen nur leicht begrenzten Funktionsumfang kostenlos zur Verfügung. www.mysimpleshow.com 

Mikrofon mit Schallschutz à la TH Nürnberg
Name Kontakt
Michael Koch Michael Koch
Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Wirt.-Ing.

Studierende werden nach ihrem Studium zunehmend mit neuen Berufsfeldern, veränderten Kompetenzanforderungen und neuen, nicht erschlossenen Themenfeldern von hoher gesellschaftlicher Bedeutung konfrontiert werden.

Oft ist zu Studienbeginn noch nicht absehbar, wie sich die zukünftigen Anforderungen entwickeln werden.

 

Lösung: Projektseminare zu aktuellen Themen können Zukunftskompetenzen fördern und die Bedeutung gesellschaftlicher Verantwortung bewusstmachen.

 

Architektur im Spannungsfeld von Baukultur, Sanierung, Solartechnik und Pflanzen

Im Rahmen des Seminars “Cleanvelope” – Konzepte für Solartechnik und Gebäudebegrünung im Bestand im Masterstudium der Fakultät Architektur wurde im Sommersemester 2019 untersucht, wie Gebäude im Spannungsfeld von Baukultur, Sanierung, Solartechnik und Pflanzen ertüchtigt werden können. Am Beispiel des Nürnberger 'wbg-Quartiers Nordring' (12 Mehrfamilienhäuser von 1959) entstanden Sanierungskonzepte, bei denen neben einer gestalterischen Aufwertung gezeigt wird, dass Photovoltaik und Gebäudegrün sich auch funktional wirkungsvoll ergänzen können.

An dem Seminar nahmen 39 Studierende teil, die Bearbeitung des Themas erfolgte in der Regel in Zweierteams (um Reflexion bei größerer Bearbeitungstiefe zu erhöhen, aber auch den Workload von 5 ECTS berücksichtigend).

Titel und Inhalt resultieren aus Kontakten mit der Juniorforschergruppe "Cleanvelope – Energieaktive Gebäudehüllen als Baustein klimaorientierter Stadtentwicklung" von der Technischen Universität München. Das Seminar wurde von Dr.-Ing. Claudia Hemmerle und M.Sc. Elisabeth Faßbender (Fakultät für Architektur, Lehrstuhl für Gebäudetechnologie und klimagerechtes Bauen) begleitet.

Exkursion nach München

Die Struktur des Seminars gliedert sich im Wesentlichen in drei Teile:

"Input"

Einführungsvorlesung zum Thema und zwei Gastvorträge bildeten den inhaltlichen Einstieg. In etwa der Mitte des Semesters erfolgte das Angebot einer Tagesexkursion mit Projektbesichtigungen und Besuch der Messe “The smarter E Europe / Intersolar Europe 2019”.

"Recherche"

In Einzelarbeit wurden anhand von Literatur-Recherchen aktuelle Projekte energetischer Sanierung (u. a. Plusenergiehaus bzw. Effizienzhaus Plus-Standard im Bestand) in Verbindung mit solaraktivierter Gebäudehülle und/oder Gebäudebegrünung gesucht, analysiert, bewertet und im Seminar präsentiert.

"Entwurfsstudie"

In Gruppenarbeit sollten Lösungsansätze für eine energetische Sanierung in Verbindung mit Solartechnik und Gebäudebegrünung zeichnerisch und am Modell entwickelt und aufgezeigt werden. Flankierend gab es mehrere Rücksprachemöglichkeiten. In einer Zwischen- und Schlusspräsentation mit Gast-Kritikern wurde der Stand der Bearbeitung vorgestellt und diskutiert.

Studierende präsentieren die Projektergebnisse vor der Seminargruppe und Gastkritikern.

Zukunftskompetenzen

Das Konzept ermöglicht einerseits die Integration aktueller Themen gesellschaftlicher Herausforderungen wie Energiewende zu dezentraler erneuerbarer Energieversorgung und Klimaanpassungsstrategien im Gebäudesektor in die Architektur-Lehre, andererseits eröffnet der Ansatz auch für die Studierenden einen befruchtenden Wissens- und Technologietransfer, nicht zuletzt zu einschlägigen Forschungsaktivtäten am Lehrgebiet Konstruktion und Technik.

Zur Generation Y oder Z heißt es nicht nur angesichts von Schülerstreiks fürs Klima: „die Sorge um die Umwelt politisiert“ und „Nachhaltigkeit ist modern“. Daher spielen im Kontext der Bemühungen, Architekten für die multifunktionalen und gestalterischen Potentiale insbesondere der Photovoltaik zu interessieren, die Studierenden eine eminent wichtige Rolle. Auch wenn diese Themen weiterhin in den Curricula der Architekturfakultäten nur wenig Berücksichtigung finden, zeigen Seminare wie „Cleanvelope“ oder „OPV-Fassade für ZAE-Gebäude in Erlangen“ (Sommersemester 2018), wie Neugier und Kreativität erfolgreich aktiviert werden können.

 

Nah am Geschehen – Verbreitung der Ergebnisse

Die Studierenden wurden zu Beginn am Beispiel eines Seminars aus dem Sommersemester 2018 darauf hingewiesen, dass erneut die Chance besteht, (ausgewählte) Konzepte und Entwürfe auf nationalen und internationalen (wissenschaftlichen) Veranstaltungen als Teil der Lehrforschung zu präsentieren.

Die Ergebnisse des Seminars konnten in den nachfolgenden Monaten auf verschiedenen Foren der (Fach-)Öffentlichkeit vorgestellt werden.

  • Auf Einladung des BAKA Bundesverband Altbauerneuerung e.V. präsentierten Eva Grotter und Marie Christine Häußler stellvertretend für die gesamten Teilnehmer anlässlich des BAKA Hochschultages 2020 (20.02.2020) die Arbeiten, die auch im Rahmen der Messe bautec (18. bis 21.02.2020) / Internationale Fachmesse für Bauen und Gebäudetechnik in Berlin mit Ausstellung und Quartiersmodell zeigt werden konnten.
  • Auch beim Bewerbungsverfahren zur “Woche der Umwelt 2020”, gemeinsam ausgerichtet von Bundespräsident und Deutscher Bundesstiftung Umwelt (DBU), war man erfolgreich. Unter “So geht Zukunft: Woche der Umwelt (10. und 11. Juni 2021) macht Lust auf den Schutz der Erde” ist das Seminar Teil des "wichtigen Forums für Umwelt-, Naturschutz- und Klimathemen", das aufgrund der Corona-Pandemie allerdings weitgehend nur als Online-Veranstaltung stattfindet (Teilnahme gefördert durch wbg 2000 Stiftung, Nürnberg).
  • Im September 2020 waren die studentischen Arbeiten mit Poster und Tagungsbeitrag Teil der EuroSun 2020. 13th International Conference on Solar Energy for Building & Industry sowie der 37th European Photovoltaic Solar Energy Conference and Exhibition.

Für den Transfer der Seminarergebnisse in die (Fach-)Öffentlichkeit fehlen im Grunde Zeit, Personal und Finanzmittel. Die Durchführung der Lehrveranstaltung und auch die Aufbereitung der Ergebnisse in Form von Ausstellungstafeln, Tagungsbeiträgen sowie Posterpräsentationen unterstützte der Solarenergieförderverein Bayern e.V., München.

Da erst nach dem Ende eines Seminar überhaupt beurteilt werden kann, ob ausreichend inhaltliche Qualität für weiterreichende Aktivitäten vorliegt, ist es nur vereinzelt gelungen, Studierende in diesen Prozess 'wissenschaftlichen Arbeitens' auch direkt einzubinden. Teilnahmen an Messen und Tagungen benötigen lange Vorlaufzeiten und sind hinsichtlich eines Erfolgs nicht immer gut abzuschätzen. Denkbar wären Folgelehrveranstaltungen, in denen (in der Regel andere) Studierende die Arbeitsergebnisse inhaltlich reflektieren und graphisch aufbereiten sowie ggf. auch in der Öffentlichkeit vorstellen.

Didaktik und Lehrmethoden

 

 

Name Kontakt
Roland Krippner Roland Krippner
Prof. Dr.-Ing.

Häufig bauen komplexe Inhalte in Vorlesungen aufeinander auf.

Wer frühzeitig den Anschluss verliert oder falsche Vorstellungen entwickelt, ohne das explizit zu bemerken, hat es schwer, dem weiteren Verlauf zu folgen.

Für die Lehrperson ist nicht ersichtlich, wieviele Studierende noch den Inhalt erfassen und neues Wissen korrekt verarbeiten können.

Lösung: Verständnisfragen über Abstimmungssysteme stellen

Jede thematische Einheit wird in der Vorlesung vorgestellt, und in den Übungen werden Aufgaben dazu gelöst. Im Anschluss daran wird das Thema abgeschlossen, indem ca. 5 verständnisorientierte Fragen nach dem Schema der Peer Instruction nach Mazur gestellt werden. Die Abstimmungsergebnisse werden projiziert, so dass der individuelle Kenntnisstand mit der Gruppe abgeglichen werden kann und sowohl Lehrperson als auch Studierende einen Überblick erhalten.

Das weitere Vorgehen, also ob Fragen diskutiert, Themen wiederholt oder vertieft werden, oder ob das  nächste Thema begonnen wird, richtet sich nach diesen Abstimmungsergebnissen. Die Peer-Instruction-Fragen werden also als Feedback-Instrument in Blöcken von je 4-6 Fragen eingesetzt, wenn ein Kapitel abgeschlossen und auch in der Übung behandelt wurde.

Kontext

Geeignet für: Grundlagenvorlesungen, „schwere“ Vorlesungen oder Vorlesungen, bei denen Themen aufeinander aufbauen

Methode: Peer Instruction nach Mazur

Equipment: Online-Abstimmungssystem oder Clickersystem

Erfahrungswerte

Vorlesung Theoretische Informatik im zweiten Semester der Studiengänge Informatik und Medieninformatik

Der Einsatz der Methode erfordert ein präzises Herausarbeiten der zu vermittelnden Kompetenzen, was durchaus auch dem Dozenten nutzen kann.

Die Ermittlung schnell aufzunehmender, unmissverständlicher Aufgabenstellungen ist fachlich und didaktisch fordernd. Sie erfordert unter Umständen mehrere Durchläufe, da die Reaktion der Studierenden auf eine Aufgabenstellung nur bedingt vorherzusehen ist - insbesondere bei vom Dozenten als leicht angesehene Aufgaben war die Rückmeldung mitunter überraschend.

Bei der Planung einer Sitzung sollte man berücksichtigen, dass die fachliche Herausforderung in Verbindung mit sozialer Interaktion Studierende durchaus anstrengt. Positiv anzumerken ist die große Intensität, mit der die Studierenden die Aufgaben bearbeiten und diskutieren.

Publikation

Kröner, A.; Meissner, B. (2015). Weg vom Fehlkonzept - Umgang mit unerwarteten Ergebnissen einer Peer Instruction. In: Zentrum für Hochschuldidaktik – DiZ (Hrsg.). Tagungsband zum 2. HDMINT Symposium 2015, Online-Version S. 42-47. [letzter Zugriff: 15.03.2016]

Name Kontakt
Alexander Kröner Alexander Kröner
Prof. Dr.

Der Transfer theoretisch-abstrakter Konzepte auf berufspraktische Anwendungsfelder ist oft nicht leicht. Zur Verdeutlichung greifen Lehrende häufig auf Fallstudien von Unternehmen zurück und erklären die Zusammenhänge zu den dahinterstehenden Konzepten. Dabei entsteht zum einen die Problematik, dass der „Fit“ zwischen Theoriekonzept und praktischer Umsetzung nicht immer richtig passt. Zum anderen sind die in der Literatur zitierten Fallbeispiele häufig fern vom angestrebten Branchenbezug einer Veranstaltung und dem regionalen Umfeld der Hochschule.

Die Lösung: Erstellung eigener Video-Fallstudien mit Experteninterviews zur Veranschaulichung von Theorie-Praxis Transfers

Im konkreten Beispiel wurden für ein fachwissenschaftliches Wahlpflichtfach zum Thema Sportmarketing an der TH Nürnberg Fallstudien zur Veranschaulichung der Vermarktung von Sportrechten, wie z.B. Zugangsrechte zu Veranstaltungsstätten, Kommunikationsrechte über Sponsoring oder Produktrechte über Merchandising gesucht. Die veröffentlichten Fallstudien in diesem Bereich waren entweder internationale Publikationen, die schwer auf das deutsche Ligasystem adaptiert werden konnten (z.B. NBA oder NFL) oder Erlebnisberichte von Sportmanagern ohne Bezug zu konzeptionell-strukturierenden Entscheidungsrastern.

Zur Lösung der fehlenden Anwendungsbeispiele wurden insgesamt 8 Video-Fallstudien mit Sportmarketing-Experten aus dem regionalen Umfeld der TH Nürnberg gedreht und über die Moodle-Plattform semesterübergreifend bereitgestellt. Durch die Strukturierung der Interviews anhand der jeweilig vorgelagerten theoretischen Einheiten konnte der Praxistransfer sichergestellt werden. Ein Beispiel für ein Kapitel des vhb-Kurses inkl. begleitendes Video-Experteninterview finden Sie hier.

Bei der ersten Durchführung der Evaluation der Gesamtveranstaltung im WS 20/21 wurden die Videos als Highlight des insgesamt sehr gut bewerteten Moduls hervorgehoben:
„Die Videos waren sehr gut strukturiert und die Inhalte verständlich dargestellt.“
„Die Interviews gaben direkten Praxisbezug, der sehr spannend war.“
„Interessante Beispiele aus verschiedenen Sportbereichen.“
„Videos aus der Praxis, welche die Vorlesungsinhalte sehr gut widerspiegeln.“
etc.

Tipps zur Vorbereitung von Experteninterviews für Video-Fallstudien

Um die Finanzierung der aufwendigen Video-Fallstudien zu sichern und das Kursprogramm auch weiteren Studierenden in Bayern anbieten zu können, wurde ein Antrag auf Förderung zur Entwicklung eines Online-Lehrangebots bei der Virtuellen Hochschule Bayern gestellt und darin ein explizites Budget zur Finanzierung eines Medientechnikers verankert. Die Antragsstellung ist wegen des langen Formulars sehr aufwendig und erfordert eine sorgfältige Planung, da eine nachträgliche Umwidmung der genehmigten Mittel nur schwer durchführbar ist. So ist z.B. keine Verlängerung von Personenmonaten möglich oder die Beschaffung von Speichermedien ausgeschlossen.

Die Zusammenarbeit mit dem Blended Learning-Team bei der Planung und Durchführung der Video-Fallstudien verlief hervorragend. Wir konnten mit dem Medientechniker-Budget eine bestehende Stelle aufstocken und hatten daher keinen Aufwand mit der Rekrutierung und Qualifizierung von Personal.

Die Kontaktaufnahmen mit den Interviewpartnern der großen Sportvereine (FCN, Greuther Fürth, etc.), Eventveranstalter (Datev Challenge, etc.) und Medien (Funkhaus Nürnberg, etc.) klappte reibungslos. Die Vereine und Unternehmen haben ein positives Bild von der TH als regionalem Hochschulpartner. Bezüglich der Terminabstimmung half eine langfristige Planung unter Berücksichtigung der jeweiligen Saisonkalender. Bei einer nachträglichen Bewertung der Zusammensetzung der Interviewpartner fällt auf, dass wir zu wenig auf den Aspekt der Diversität geachtet haben. Alle interviewten Experten sind männlich, obwohl es auch qualifizierte weibliche Protagonistinnen in diesem Feld gegeben hätte.

Zum Dreh eines Experteninterviews benötigt man einen Leitfaden, der sich an den theoretisch dargestellten Lernkonzepten orientiert. Dabei muss die Sprache für die Experten zum Teil vereinfacht werden, ohne den konzeptionellen Anker zu verlieren. Bei der Konzeption der Leitfäden für die Interviews haben wir auf eine langfristige Gültigkeit der Aussagen geachtet und keine Fragen zu saisonalen Aspekten oder Sondersituationen (z.B. Covid) gestellt.

Literaturempfehlung: Lüdders, L. (2016): Fragebogen- und Leitfadenkonstruktion: Ein Handbuch für Studium und Berufspraxis

Technik und Software

Die Expertise eines Medientechnikers zu Licht und Ton ist für die Qualität von Außenaufnahmen unerlässlich.

Interviewpartner und Interviewender wurden in der Regel mit insgesamt drei Kameras aufgenommen. Beide trugen dabei Ansteckmikrofone und wurden bei Bedarf mit mehreren LED-Panels ausgeleuchtet. Unterstützt wurden die Dreharbeiten durch eine weitere Kameraassistenz.

Für jeden Drehtag wurde eine sogenannte Dispo erstellt, in der detailliert der Ablauf des Drehtages, Kontaktdaten und alle weiteren relevanten Informationen dargestellt werden. Für Vorbereitung, Anfahrt und Aufbau waren etwa zweieinhalb Stunden geplant, das Interview selbst dauerte eine Stunde. Außerdem wurden an jedem Drehort ein kurzes Intro und weiteres Videomaterial der Umgebung und Kulisse aufgenommen.

In zwei Fällen wurden die Interviews über Videokonferenzen aufgezeichnet.

Mit diesem und weiteren von den Interviewpartnern bereitgestellten Bild- und Videomaterial wurden die ca. 12-20 Minuten langen Interviews aufgelockert. Die Videos wurden mit Adobe Premiere geschnitten und benötigten pro Interview ca. 10 Stunden. Dabei muss auch der Zeitaufwand und die Kommunikation für Korrekturschleifen eingeplant werden. Als Videoauflösung wurde 4k gewählt, um nachträglich Ausschnitte im aufgenommenen Bild zu ermöglichen. Das gesamte Projekt benötigte ca. 440 GB und wurde auf einer externen SSD bearbeitet (mit regelmäßiger Sicherung von Backups).

Für den selbständigen Schnitt von Videos kann das Programm Camtasia empfohlen werden, für das die TH Lizenzen besitzt, die über die IT-Beauftragten der Fakultäten beantragt werden können. Mit maximal zwei Kameras, einer Beschränkung auf HD-Aufnahmen und keiner Einbindung von externem Videomaterial kann der Aufwand auch deutlich verringert werden.

Verwendete Medientechnik:
  • 2-3 Kameras (4k)
  • 2 Funkstrecken mit Ansteckmikrofon
  • LED-Panels
  • Stative
  • externe SSD 1 TB

 

... Mehr zu Videodreh und -Bearbeitung im BL Wiki

... Direkt zum Equipment-Verleih

  • Das Setting am Dreh beim FCA
  • Das Setting am Dreh beim Funkhaus
  • Ein Blick ins Videoschnittprogramm
  • Die Tagesplanung ist eng getaktet.
Name Kontakt
Florian Riedmüller Florian Riedmüller
Prof. Dr.

Wenn Studierende sich selbstgesteuert auf eine Vorlesung vorbereiten sollen, ist die Selbstorganisation für viele eine große Herausforderung. Es entsteht schnell Unsicherheit, was genau getan werden soll, die Orientierung in der digitalen Lernumgebung fällt oft schwer und die Materialien müssen so gestaltet sein, dass die Inhalte eigenständig erschlossen werden können.

Lösung: Selbsterklärende, flexibel nutzbare Lehrmaterialien sowie eine klare Kommunikation der Arbeitsaufträge in der Vorbereitung

Basis für das Konzept in der Vorlesung Regelungs- und Steuerungstechnik des Bachelorstudiengangs Maschinenbau und IBT ist eine digitale Lehr-/Lernplattform (Moodle), auf der Lehrmaterialien permanent (für die gesamte Dauer der Lehrveranstaltung) und in übersichtlich organisierter Struktur bereitgestellt werden. Somit haben die Studierenden die Möglichkeit, sich mit den Lehrinhalten in ihrem eigenen Lerntempo und in für sie günstigen Zeitfenstern zu befassen.

Die Lehrmaterialien

 Mit „Lehrmaterialien“ sind (kommentierte) Skripte, Audiopodcasts, Lehrvideos usw. gemeint und idealerweise wächst der auf Moodle sichtbare Anteil dieser Materialien mit dem Lernfortschritt.
Im vorliegenden Beispiel liegt der Schwerpunkt bei der Vorbereitung auf einer Kombination von Podcasts und kommentiertem Skript. Die Studierenden erarbeiten im eigenen Tempo und individuellem Vorgehen Abschnitte des Skriptes. Parallel können sie einen Podcast anhören, in dem die Inhalte des Skript-Abschnittes hergeleitet, erläutert und veranschaulicht werden, analog zu einem Lehrvortrag. Bei den Podcasts ist es wichtig, klar zu kommunizieren, von welcher Stelle im Skript gerade die Rede ist (Kapitel, Seite, Seitenabschnitt, …), damit die Studierenden sich gut orientieren können und nicht durch die Suche nach der Passung von Ton und Inhalten vom eigentlichen Lernprozess abgelenkt sind. Außerdem sind Pausen zwischen inhaltlichen Abschnitten und nach zum Beispiel einem Seiten- oder Kapitelwechsel hilfreich, damit die Studierenden dem gesprochenen Wort gut folgen sowie das Gesagte verarbeiten und mit dem Skript in Beziehung setzen können.

Die Präsenzphase

Zu regelmäßigen Zeiten entsprechend des Stundenplans treffen sich Studierende und Lehrende:r synchron im Rahmen einer virtuellen oder physischen Präsenzphase, wo dann nach einer knappen Zusammenfassung des vorzubereitenden Stoffes die Möglichkeit besteht, gezielt Fragen zu stellen und Unverstandenes im Nachhinein gemeinsam zu klären.

Auszug aus dem Nachrichtenforum
Abb.: Auszug aus dem Nachrichtenforum. Nachrichtenüberblick (links) und Beispiel für eine Informationsmail (rechts)
Die Kommunikation

Da das Durcharbeiten der Lernplattform-Materialien unverzichtbar, die Teilnahme an den darauffolgenden (zeitlich fest verankerten) virtuellen oder physischen Präsenztreffen aber nicht zwingend erforderlich ist, sollte der Takt des Lernfortschrittes für alle Teilnehmenden des Kurses regelmäßig kommuniziert werden; dies kann per Email (Moodle-Kursnachrichten) erfolgen. Somit ist allen Beteiligten klar, welche Lehrinhalte bereits gemeinsam gemeistert worden sind/sein sollten und was bis zum nächsten Präsenztreffen vorbereitet sein soll.

Erfahrungswerte

Für die Lehrenden bedeutet der Aufbau der digitalen Lehrplattform einen anfänglich hohen Aufwand - ebenso wie die Einarbeitung in sämtliche für die digitale Lehre benötigten Werkzeuge. Langfristig zahlt sich dieses Engagement jedoch aus.


Das Konzept ist hervorragend geeignet für Studierende, die eine Begabung in Zeit- und Aufgabenmanagement haben, da hier eine sehr flexible Verteilung möglich wird. Auch fachlich leistungsschwachen Studierenden bietet die beschriebene Methode eine große Chance: Die Lehrmaterialien sind ständig verfügbar und können wiederholt und auch in verlangsamtem Tempo durchgearbeitet werden. Studierende mit geringer Selbstdisziplin geraten bei diesem (noch) nicht so gut vertrauten Lehrformat eher an ihre Grenzen: Die Teilnahme an den Präsenzphasen ohne das vorherige Selbststudium ist nicht zielführend.


Die Lehrveranstaltungsevaluation zeigte, dass insbesondere die Podcasts die Aufmerksamkeit der Studierenden erreichten. Diese seien sehr gut gelungen (z. B. „Die Audiodateien sind super“, „haben mir sehr gut gefallen“). In Kombination mit dem Skript, das mit Anmerkungen versehen war, wurden sie als sehr hilfreich wahrgenommen („eine sehr große Hilfe beim Erlernen des Stoffes“, „so konnte man […] in seinem Tempo arbeiten“). Als verbesserungswürdig wurde bezüglich der Podcasts als einziger Punkt der hohe Zeitaufwand genannt, den die Kombination aus Vorbereitung und Präsenzvorlesung mit sich bringt.

Tipps zur Technik

Die Erfahrung hat gezeigt, dass bereits schnell und einfach zu erstellende Audioergänzungen zu einem bereitgestellten (gegebenenfalls kommentierten Skript) sehr hilfreich sind. Zum Erstellen solcher Podcasts ist eine Diktiergerät-App eines handelsüblichen Smartphones ausreichend und bei Verwendung eines (mitgelieferten) Headsets entsteht eine verbesserte Sprachqualität.

Bildschirmaufzeichnungen jeglicher dort in Anwendung befindlicher Programme sind beispielsweise mit Camtasia möglich. Bei dieser Software zum Erstellen und Nachbearbeiten von Screencasts stehen Einarbeitungszeit und Ergebnisqualität in einem ausgewogenen Verhältnis.
Wer sich für das Videokonferenz-Tool Zoom entschieden hat und auf ein Nachbearbeiten/Schneiden von Videodateien keinen Wert legt, kann Lehrveranstaltungen aber auch sehr einfach direkt unter Zoom aufzeichnen.

Eine Datenkompression kann bei Bedarf z. B. mit der Freeware HandBrake durchgeführt werden.
Die Erstellung von Lehrvideos - beispielsweise zu Laboraufbauten - ist mit deutlich höherem Aufwand verbunden und hier kann als Videobearbeitungsprogramm z. B. Adobe Premiere Pro eingesetzt werden.

Zum Schluss ein Tipp für diejenigen, die sich einen neuen Laptop zulegen werden:
Hier lohnt sich die Anschaffung eines „Convertibles“, der auch eine Stifteingabe ermöglicht. In Kombination mit beispielsweise dem PFD-Annotator lässt sich dann sehr bequem auf dem Bildschirm (in einem bereits vorgefertigten Dokument) schreiben (sowie abspeichern) und dies kann an die Teilnehmer des Meetings per Bildschirmfreigabe übertragen werden. Eine gute Erfahrung liegt vor mit dem Lenovo ThinkPad X1 Yoga und seinem schlanken kapazitiven Eingabestift, der im Transportschacht automatisch schnellgeladen wird.

Name Kontakt
Gaby Schmitt-Braess Gaby Schmitt-Braess
Prof. Dr.-Ing. habil.

In Vorlesungen ist es schwer, Wissensdarbietung und Anwendung unter einen Hut zu bringen. Oft fehlt die Zeit, die Gruppen sind zu groß oder der Stoff zu umfangreich. Auch der Kontakt mit den Studierenden kommt häufig zu kurz.

Inverted Classroom als Lösung

Bei Inverted Classroom bereiten sich Studierende selbständig auf die Vorlesung vor, mit bereitgestellten, angemessenen Lernmaterialien. Sie nutzen z.B. Internetseiten, Skripte oder Lehrvideos, um sich Themen zu erarbeiten und wenden diese in passenden Übungsaufgaben bzw. Arbeitsaufträgen an.

Die Präsenzzeit wird je nach Bedarf und Gruppe flexibel gestaltet. Dabei stehen Anwenden, Üben, das Klären von Fragen und die Vertiefung von Inhalten im Vordergrund. Die Aktivität der Studierenden sowie die Interaktion mit der Lehrperson sind essenziell. Die Lehrperson gibt den Studierenden direkt und indirekt Rückmeldung zu ihrem Kenntnisstand und gibt dadurch Orientierung im Semesterverlauf. Mehr zur Methode

Wie Prof. Streitferdt Inverted Classroom als Lösung für seine Mathematikvorlesung entdeckte und realisierte, erfahren Sie in folgendem Videointerview:

Als Multiplikator für Lehre ist Prof. Streitferdt Ansprechpartner für Inverted Classroom. Sie können direkt auf ihn zugehen, wenn Sie die Methode einsetzen oder sich dazu austauschen möchten.

Publikation

Meissner, B.; Streitferdt, F. & Pazureck A. (2020). Inverted Classroom in der Studieneingangsphase – individualisiertes Lernen als Hilfe beim Einstieg ins Studium. In: Claude Müller Werder, Jennifer Erlemann (Hrsg.). Seamless Learning – lebenslanges, durchgängiges Lernen ermöglichen. Münster: Waxmann. S. 111-120. DOI: 10.31244/9783830992448

Bei Blended Learning oder Online-Lehre ist vor allem die Bereitstellung umfassender und passender Lehrmaterialien für die Selbstlernphasen bzw. asynchronen Phasen einer Veranstaltung herausfordernd. Es ist eine Binsenweisheit, dass verschiedene Menschen auf verschiedene Weise lernen; daher gilt es, den Studierenden vielseitige und unterschiedliche Zugänge zu den Lerninhalten zu bieten.

Lösung: Austausch und Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen, frei nutzbare Materialien und Online-Kurse können die eigene Lehre bereichern und Studierenden wie Lehrenden einen Mehrwert bringen.

Wie sind Sie bei der Zusammenstellung der Materialien für die Selbstlernphasen vorgegangen?

Mein Kollege Tim Kröger und ich unterrichten beide Ingenieurmathematik, parallel zueinander und auch für zwei verschiedene Studiengänge (MB und EGT), aber mit einer gemeinsamen Prüfung. Bei der Umstellung unserer Lehrveranstaltungen auf ein digitales Blended Learning -Format hatten wir jeweils eigene Vorstellungen, eigene Materialien und ein ganz persönliches Vorgehen, aber wir haben von Anfang an die Studierenden aufgefordert, sich in unseren beiden Moodle-Kursen gleichzeitig anzumelden und – wie Herr Kröger das formulierte – „sich die Rosinen jeweils herauszupicken“.
Herr Kröger hat z.B. sein Skript als Screencasts besprochen und überaus zahlreiche Erklärvideos produziert; mein Vorgehen waren eher kurze Screencasts (1 Thema, 10 min, kurz und knackig), Unterlagen zum Durcharbeiten, Aufgaben mit Lösungen, sowie Online-Fragestunden.
Über den Austausch mit Mathe-Kolleginnen und -Kollegen bin ich dann z.B. auch auf Herrn Loviscach aufmerksam geworden, einen Mathe-Prof, der zahlreiche Vorlesungen online gestellt hat. Auch dessen Vorlesungen habe ich in meinem Moodle-Auftritt verlinkt.

Mir fehlte dann noch ein Mathe-Vorkurs, denn gerade zu Beginn des Studiums merken die Studierenden, wenn sie Defizite in der Schulmathematik haben. Da der Hinweis im Austausch-Lehre-Kurs auf die Metasuchmaschine OER Search Index (OERSI) gerade recht, denn über diese Plattform habe ich Videos und Unterlagen zu mehreren Vorkursen Mathematik gefunden:  „Brückenkurs Mathematik für Studienanfänger“ (SciFox), „Mathematik 1, Winter 2010/2011“ (Loviscach), „Online-Brückenkurs Mathematik“ (diverse Unis im Rahmen des VE&MINT-Projekts). Bei über 2000 Beiträgen (Stand Juli 2021) allein im Fachgebiet Mathematik ist es inzwischen eher problematisch, überhaupt den Überblick über die dort zur Verfügung gestellten Materialien zu behalten.

Die Zusammenarbeit mit Herrn Kröger kam bei meinen Studierenden übrigens sehr gut an: Jede(r) konnte sich das für ihn/sie passende Angebot aussuchen. Meine eigenen Screencasts in den Moodle-Kursen werden allerdings umso weniger angeklickt, je mehr Vorlesungen ich online halte. Bei den Links zu guten Vorlesungen oder Vorkursen bin ich inzwischen eher skeptisch – Studierende haben eben auch nur begrenzt Zeit und schauen sich nicht alles an, was es so gibt.

Was raten Sie anderen Lehrenden?

Mein Tipp wäre: Wenn Sie mit Kolleginnen oder Kollegen parallel Veranstaltungen gerade im Grundstudium haben, sprechen Sie sich ab und teilen Sie Materialien, Sie können dann weiter Ihr eigen Ding machen, gleichzeitig haben die Studierenden mehr Wahlmöglichkeiten.

Material, Medien und Tools

Name Kontakt
Yvonne Stry Yvonne Stry
Prof. Dr.

Erfahrungsberichte aus der Lehrpraxis

Überblick

Die Initiative „Schreibkompetenzen fördern“ an der Fakultät Sozialwissenschaften will alle Studierenden ihrer Fakultät in der Entwicklung von Schreibkompetenzen unterstützen. Sie umfasst mehrere aufeinander abgestimmte Bausteine. Diese tragen den heterogenen Bedarfen der Studierenden Rechnung, und können auch jeweils einzeln genutzt werden.

Die Initiative wurde 2018 mit dem Preis für herausragende Lehre des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet.

Die Bausteine

  • Pflichtfach "Wissenschaftlich Arbeiten": Den Schreibprozesses durchlaufen
  • Leitfaden zum wissenschaftlichen Arbeiten als Orientierung im gesamten Studium: Gröhlich, Carola; Heidenreich, Susanne; Rautenfeld, Erika von; Vode, Dzifa (2018): Leitfaden zum Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten. an der Fakultät Sozialwissenschaften (2., überarb. Aufl.). Nürnberg. Online verfügbar unter https://www.th-nuernberg.de/fileadmin/global/Gelenkte_Doks/Fak/SW/SW_0600_HR_Leitfaden_WA_public.pdf
  • Workshops zu z.B. Argumentieren, Formulieren, Zeitmanagement, ...
  • AWPF "Schreibwerkstatt": Mit Peer-Learning durch die Abschlussarbeit
  • Aktive Einbindung von Angeboten des Schreibzentrums zu Beratung und Weiterbildung: https://www.th-nuernberg.de/schreibzentrum; Anfragen an: Frau Dzifa Vode, dzifa.vodeatth-nuernbergPunktde, -4270
  • Kooperationen nach Bedarf, auch zum Transfer der Bausteine in andere Fakultäten

Publikation

Gröhlich, C.; Heidenreich, S.; Vode, D.; von Rautenfeld, E. (2018). Die Initiative „Schreibkompetenzen fördern“ an der Fakultät Sozialwissenschaften der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm. In: Franz Waldherr und Claudia Walter (Hrsg.). Forum der Lehre – digitale Akzente setzen. Tagungsband zum Forum der Lehre an der TH Ingolstadt, 16. April 2018. S. 53-57.

Name Kontakt
Carola Gröhlich Carola Gröhlich
Prof. Dr.
Susanne Heidenreich Susanne Heidenreich
Prof. Dr.
Erika von Rautenfeld Erika von Rautenfeld
Prof. Dr. phil.
Dzifa Vode Dzifa Vode
M.A.

Live Online-Redaktion zum Nürnberg Digital Festival (seit 2017)

Die Lehrveranstaltung

Die Lehrveranstaltung wurde als "Journalistisches Projekt" (2 SWS, Modul "Digitaler Journalismus") im 2. Semester des Studiengangs Technikjournalismus durchgeführt. Es nahmen 45 Studierende mit Quervernetzungen zu anderen Lehrveranstaltungen teil. Die Arbeit erfolgte alleine oder in 2er- bis 3er-Teams.

Die Betreuung fand über Redaktionssitzungen, individuelle Gespräche in den Produktionsräumen sowie Online-Betreuung statt, wobei letztere am zeitaufwändigsten war. Die Studierenden bekamen einen Presseausweis und konnten auch die Webseite der Veranstaltung für Publikationen nutzen. Die Arbeit der Studierenden war also vom Veranstalter in die Web Week integriert. Durch die Anwendung der bisher erlernten Grundlagen (z.B. Wahl der passenden Publikationsform, adäquate Gestaltung entsprechend der gewählten Form) konnten die Studierenden ihr Tätigkeitsfeld kennen lernen.

Aus einer Feedbackrunde mit den Studierenden ging hervor, dass zum Beispiel Aha-Erlebnisse, Aufblühen beim Arbeiten, aber auch ein Bewusstwerden der eigenen Grenzen das Projekt zu einer guten Orientierungsmöglichkeit zu Beginn des Studiums machten.

Berichte und Beiträge

Aftermovie - Die TH Redaktion zur Web Week 2017: https://www.youtube.com/watch?v=hkDlqL4dm_A&feature=share

Kanäle mit Beiträgen der Studierenden
Beispiele für Blog-Beiträge

Hintergrund

Mehr zur Methode "Projekt-orientiertes Lernen" finden Sie hier.

Hauptorganisator Christian Albrecht begrüßt zum Blogger-Treffen im Juli 2019 (Foto: Markus Kaiser)

Ein Mentoring-Programm mit Weblog-Paten (seit 2019)

Die Ausgangssituation

2. Semester, Teilmodul „Digitaler Journalismus“ im Bachelorstudiengang Technikjournalismus/Technik-PR

Als praktische Studienarbeit konzipieren Studierende in diesem Seminar einen eigenen Weblog, um zu lernen, wie man Onlinejournalismus betreibt – und das in allen Facetten: von der Recherche über das Texten bis hin zu Suchmaschinenoptimierung und Knowhow im Medienrecht und Design.

Im Gegensatz zu erfolgreichen Blogs wie PolTec oder Lansyn werden die meisten Blogs aber nicht weiterverfolgt, sobald die Prüfungsleistung abgeschlossen ist.

Dabei hätten die Studierenden damit ein vorzeigbares Projekt, mit dem sie sich um ein Volontariat bewerben können, sie würden ihre Kompetenzen weiter ausbauen, und aus einem Blog kann durchaus auch ein Start-up entstehen – PolTec war beispielsweise auf dem Mobile Media Day in Würzburg mit seinem Blog sogar als Aussteller im Start-up-Bereich.

Die Idee

In Form eines Mentoratsprogramms wird jeweils eine erfahrene Bloggerinn oder ein erfahrener Blogger mit einer oder einem Studierenden vernetzt, um sich bei Treffen auszutauschen und über Erfolgskriterien für Blogs zu sprechen. Die Motivation, den Blog über die Lehrveranstaltung hinaus weiterzuführen, soll damit erhöht werden.

Ergebnisse

Die Blogs der Studierenden (PDF)

Newsmeldung der TH Nürnberg (Juni 2019): https://www.th-nuernberg.de/news/3501-von-techno-ueber-back-reze/

Öffentlich präsentiert wurden das Konzept und einzelne Blogs beim Blogger- und Influencer-Treffen am 15. Juli 2019 am Flughafen Nürnberg. Dort waren sowohl Studierende als auch Blogger mitvertreten, die sich hier noch weiter vernetzen konnten. Außerdem haben sich dort weitere erfahrene Blogger bereiterklärt, künftig als Blog-Paten mitzuwirken.

Name Kontakt
Markus Kaiser Markus Kaiser
Prof.
Abb. 1: Darstellung eines Doppelfadenpendels.

Prof. Dr.-Ing. Areti Papastavrou, Anna Titlbach, Dominik Rotzoll, Magnus Barth
Fakultät MB/VS

An geeigneten Demonstratoren werden Pendelbewegungen beobachtet und in mathematische Modelle überführt. Der gesamte Prozess: Phänomen->Modell->Algorithmus->Simulation ->Interpretation wird abgebildet. So werden Fachinhalte aus Mechanik, Mathematik und Informatik aktiv zusammengeführt.

Ausgangssituation

Die Lehrveranstaltung Numerische Lösungsverfahren (NLV) wird im vierten Semester verplichtend für alle Studierenden des Bachelorstudiengangs Maschinenbau als Teil des Moduls Ingenieurinformatik gehalten. Sie ist der Vermittlung von Methoden zur numerischen Lösung ingenieurwissenschaftlicher Aufgabenstellungen gewidmet. Im Wintersemester sind durchschnittlich 50 Studierende in der Vorlesung und im Sommersemester durchschnittlich 100 Studierende.


Die gesamte Veranstaltung umfasst regulär nur zwei Semesterwochenstunden. Somit ist eine praxisorientierte Einführung in MATLAB, und insbesondere in die Programmierung mit MATLAB, leider nicht möglich.

Lösung: Ein ergänzendes Fach mit Praxisbezug

Daher wurde eine freiwillige Zusatzveranstaltung zur Einarbeitung interessierter Studierender in MATLAB aufgebaut. Ziel ist es, an den Beispielen des einfachen Pendels als Faden-  bzw. Stabpendel und der entsprechenden Doppelpendel Bewegungsvorgänge zu beobachten, die zugehörigen Differentialgleichungen zu formulieren und diese mit numerischen Verfahren, die in der Vorlesung behandelt werden, zu lösen. Die Implementierung der Algorithmen wird in MATLAB durch die teilnehmenden Studierenden unter Anleitung der Dozentin und studentischer Hilfskräfte realisiert, nachdem die Studierenden anhand von ersten Übungen an die Programmierung mit MATLAB herangeführt wurden. Die Ergebnisse dieser Zusatzveranstaltung werden am Ende des Semesters in der regulären Vorlesung allen Studierenden präsentiert und gegebenenfalls zugänglich gemacht.

Inhaltlicher Aufbau

Zur Motivation des physikalischen Problems werden geeignete Demonstratoren für ein einfaches Pendel, ein Doppelpendel, sowie später für kompliziertere Pendel benötigt. An ihnen sollen die Bewegungsvorgänge beobachtet werden, um sie dann in mathematischen Modellen in Form von Differentialgleichungen zu formulieren. Diese sollen anschließend mittels geeigneter numerischer Verfahren computergestützt gelöst werden (siehe Abb. 1). An den visualisierten Lösungen kann schließlich das Verständnis für die komplexen Zusammenhänge reflektiert werden und Abweichungen zwischen Realität und Simulation können beobachtet werden. Somit wird die gesamte Prozesskette vom Phänomen zum Modell über den Algorithmus zur Simulation und der Interpretation der Ergebnisse bis zum vetieften Verständnis des Ausgangsproblems abgebildet.

Abb. 2: Ergebnis der Eingangsumfrage: Motivation zur Teilnahme.

Ergebnisse

Teilnahme

Eine Überraschung war das große Interesse an dem in der Vorlesung vorgestellten freiwilligen MATLAB-Pendel-Projekt. Über die Hälfte der Befragten bekundeten Interesse an einer Kursteilnahme und tatsächlich war die Teilnahmequote dann nochmal um 20% höher. Um allen Interessierten die Teilnahme ermöglichen zu können, wurde der Kurs nicht nur für eine Gruppe, sondern für zwei Gruppen angeboten. An dieser Stelle sei das große Engagement der studentischen Hilfskräfte hervorgehoben.

Eingangsumfrage

Zu Beginn der jeweils ersten Kursstunde wurde gleich nach einer kurzen Einleitung eine Online-Umfrage gestartet. Die Beteiligung an der Umfrage war in beiden Gruppen mit einem Rücklauf von 94 % sehr groß.
Insbesondere wurde nach der Motivation zur Teilnahme an dem freiwilligen Extrakurs (siehe Abb. 2) gefragt. Es war möglich, mehrere Antworten gleichzeitig auszuwählen. Die meisten Nennungen (30 von 49) entfielen auf verbesserte Chancen auf dem Stellenmarkt, gefolgt von der Möglichkeit, MATLAB im späteren Verlauf des Studiums nutzen zu können (24 von 49).

Abschlussumfrage

Am Ende des Kurses wurde wieder in beiden Gruppen um die Teilnahme an einer Online-Umfrage gebeten. Die Beteiligung war mit rund 67 % nicht ganz so hoch wie bei der ersten Umfrage. Insgesamt zeigte sich unter den an der Umfrage Teilnehmenden ein großes (74%) bis sehr großes (18%) Interesse an dem durchgeführten Kurs. Der Umfang des Lernstoffes wurde als verhältnismäßig umfangreich empfunden. Das Engagement der Tutoren und der Dozentin wurde positiv angenommen. Die Teilnehmenden fühlten sich gut (38%) bis sehr gut (62%) unterstützt. Die Einbeziehung von studentischen Hilfskräften, insbesondere bei der Durchführung von Rechnerübungen, hat sich hier als besonders effektiv

Abb. 3: Der Demonstrator "Doppelpendel" mit Magnet zur Befestigung an der Tafel. (Foto: A. Papastavrou)

Ausblick

Die Veranstaltung wurde wegen der hohen Teilnahmemotivation und der positiven Resonanz zunächst weiter angeboten. Im Sommersemester 2020 entsteht daraus ein neues Wahlfach, das zum großen Teil auf dem beschriebenen Konzept aufbaut. Außerdem werden Teile des Konzepts in weitere Veranstaltungen des Bachelor- und Masterstudiums integriert, zum Beispiel werden die entwickelten Pendel-Modelle (Beispiel: siehe Abb. 3) zur Veranschaulichung und zur Konkretisierung abstrakter Inhalte eingesetzt. Flankierend zur Pflichtlehrveranstaltung im Master Maschinenbau „Ausgewählte Kapitel der Mathematik und Numerik“ wird die beschriebene freiwillige Zusatzveranstaltung „Einführung in Matlab“ bei Interesse angeboten. Die im Rahmen des Projektes erarbeiteten Übungsunterlagen, Aufgaben und das Tutorial werden darüberhinaus Studierenden, die sich für Projekt- oder Abschlussarbeiten im Matlab einarbeiten müssen, zur Verfügung gestellt.

Name Kontakt
Areti Papastavrou Areti Papastavrou
Prof. Dr.-Ing.
Szenen aus dem Video „Zustandsgrenzen am bindigen Boden“

Kontext des Praktikums

Im Rahmen des Bachelorstudiengang Bauingenieurwesen werden im 2. und 3. Semester mit dem Modul Geotechnik 1 neben ingenieurgeologischen Grundlagen wichtige Zusammenhänge zur Bodenmechanik vermittelt.

Dabei absolvieren die Studierenden zusätzlich zur Vorlesung das geotechnische Laborpraktikum, um das mechanische Verhalten von Böden anschaulich nachvollziehen zu können. Die Teilnahme am geotechnischen Laborpraktikum muss zum Bestehen des Moduls Geotechnik 1 zusätzlich zur Klausur als Teilnahmenachweis erfolgreich anerkannt sein.

In dem geotechnischen Laborpraktikum führen die Studierenden an insgesamt 6 Übungsterminen grundlegende bodenmechanische Versuche wie z.B. die Bestimmung der Konsistenzgrenzen von bindigen Böden (siehe Abbildungen) selber bzw. in kleinen Gruppen durch. Das Semester wird dabei aktuell in 8 Gruppen aufgeteilt.

Um einen zügigen und reibungslosen Ablauf der Übungstermine zu gewährleisten ist eine Vorbereitung der theoretischen Grundlagen, der Versuchsdurchführung und Auswertung durch die Studierenden im Rahmen des Selbststudiums erforderlich. Grundlagen zu den einzelnen Versuchen werden in der Vorlesung vorgestellt. Details zu den Laborversuchen sind in den Vorlesungsunterlagen dokumentiert. Sämtliche Informationen und Unterlagen inklusive Formblätter zur Versuchsauswertung werden den Studierenden über einen Moodle-Kurs zur Verfügung gestellt. Der Moodle-Kurs wird u.a. auch zur Kommunikation mit den Studierenden verwendet.

Um die Studierenden zur erforderlichen Vorbereitung für die Übungstermine im Selbststudium zu motivieren, wurden verschiedene Varianten mit unterschiedlichem Erfolg getestet.
1. Vorbereitung anhand der Vorlesungsunterlagen

Zunächst wurde eine klassische Variante zur Vorbereitung genutzt. Die Studierenden sollten sich anhand der Vorlesungsunterlagen vorbereiten. Die Zusammenhänge wurden dann gemeinsam jeweils zum Anfang der Übungstermine in den einzelnen Gruppen mit Verständnisfragen an die Studierenden durchgesprochen. Hierbei konnten Fragen nur von einzelnen Studierenden beantwortet werden.

Die überwiegende Anzahl der Gruppenteilnehmer war schlecht vorbereitet. Damit verzögerte sich häufig der Ablauf der Übungstermine und bei den Versuchsauswertungen traten oft Verständnisprobleme auf.
2. Vorbereitung mit einem Multiple-Choice-Test

In einem nächsten Schritt wurde die Vorbereitung zu den Übungsterminen jeweils mit einem Multiple-Choice-Test überprüft. Dabei wurden zu jedem Übungstermin ca. 30 Fragen als Multiple-Choice-Test im dem Moodle-Kurs eingerichtet. Damit konnten die Studierenden selber ihre Vorbereitung testen. Zu Beginn jedes Termins wurden jeweils 8 Fragen (von den im Moodle-Kurs vorhandenen Fragen) über einen Papierfragebogen als Multiple-Choice-Test abgefragt und überprüft. Zulässig waren maximal 2 falsche Antworten. Ansonsten mussten sich die Studierenden nochmals vorbereiten und an einem späteren Gruppentermin teilnehmen.

Dieses war insofern erfolgreich, dass die Studierenden nach kurzer Zeit die Multiple-Choice-Tests erfolgreich bestanden, um an den Übungsterminen teilnehmen zu können. Jedoch zeigten zusätzliche Fragen an die Studierenden, dass teilweise grundlegende Zusammenhänge trotzdem nicht verstanden wurden. Nach gezielter Rückfrage bei Studierenden stellte sich heraus, dass man, ohne die fachlichen Inhalte nachvollziehen zu können, den Multiple-Choice-Test bestehen kann. Bei begrenzter Anzahl möglicher Fragen, hatten die Studierenden teilweise nur die Zuordnung der richtigen Antworten auswendig gelernt.

Somit wurden die Fragen von vielen Studierenden nicht genutzt, um sich die Zusammenhänge zu den Laborversuchen als Vorbereitung für die Übungstermine als auch für die Klausur kontinuierlich anzueignen.

Daher wurde diese Variante ebenfalls beendet.

Die Lösung: Videos plus Kurzreferate

Gut funktioniert eine andere Variante:

Die Studierende stellen die Grundlagen zu den Versuchen jeweils zu Beginn der Übungstermine selber als Kurzreferat vor. Dabei werden am Anfang der Übungstermine die Laborgruppen in 3 Teilgruppen eingeteilt und die vorzustellenden Grundlagen werden den Teilgruppen zugeordnet. Die Studierenden haben ca. 10 Minuten Zeit sich innerhalb der Teilgruppen die vorzustellenden Inhalte weiter selber aufzuteilen. Die Kurzreferate erfolgen dann so, dass jeder Teilgruppenteilnehmer etwas vorstellt und Fragen hierzu beantworten muss. Hierbei stellt sich relativ einfach heraus, ob sich die Studierenden grundlegend vorbereitet haben. Die Studierenden, die sich nicht vorbereitet haben, können dann an dem Übungstermin nicht weiter teilnehmen und müssen zu einem späteren Übungstermin nochmals erscheinen. Diese Variante hat sich bisher als zielführend bewährt.

Jedoch hat sich gezeigt, dass die Vorbereitung anhand der Vorlesungsunterlagen teilweise nicht ausreichend anschaulich ist. Es fehlte teilweise eine genauere Vorstellung zu den Versuchsgerätschaften und zur Versuchsdurchführung.

Abhilfe konnte hierzu mit Hilfe von Lehrvideos zu den Laborversuchen geschaffen werden:

Erstellt wurden bzw. werden die Lehrvideos von Studierenden aus höheren Semestern entsprechend dem Grundsatz „von Studierenden – für Studierende“. Damit konnte erzielt werden, dass die Videos ansprechend und verständlich für die Studierenden sind. Zur Verfügung gestellt werden die Videos als Stream über einen Link im Moodle-Kurs.

Download: Erfahrungswerte beim Erstellen der Videos (PDF)

Nach Rückfrage bei den Studierenden werden die Videos gerne und viel genutzt zur anschaulichen Vorbereitung auf die Übungstermine des Laborpraktikums. Ein größerer Vorbereitungserfolg für die Übungstermine konnte auch anhand von Verständnisfragen an die Studierenden festgestellt werden. Bei den Übungsterminen verliert man weniger Zeit, um grundlegende Abläufe wiederholt zu erläutern.
Nach den bisherigen Erfahrungen sind die Lehrvideos also eine erfolgreiche Ergänzung.
Name Kontakt
Bernd Plaßmann Bernd Plaßmann
Prof. Dr.-Ing.

"Voll gute Lehre"

Initiiert vom Schreibzentrum verfassten Studierende und Lehrende im Frühjahr 2014 gemeinsam ein Buch voller Essays, die sich dem Thema gute Lehre widmen. In „Voll gute Lehre“ wird Lehre aus der Studierenden- und Lehrendenperspektive beschrieben. Insgesamt haben sich 23 Personen an dem Buchprojekt beteiligt. Für Hochschulangehörige ist das Buch kostenfrei erhältlich; bitte senden Sie Ihre Bestellung an Dzifa Vode.

"Voll gute Lehre" PDF zum Download

Die Verlinkungen führen zu pdf-Dateien oder auf externe Seiten

Förderhinweis

Die beschriebenen Lehrprojekte werden bzw. wurden gefördert mit Mitteln:

  • des Programms "Gute Ideen für die Lehre" (finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01PL16024, Projekt QuL),
  • des Programms "Lehrforschung - forschendes Lernen" (finanziert vom Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst)

sowie

  • des Projekts "HD MINT - Hochschuldidaktik für die MINT-Fächer" (finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unter dem Förderkennzeichen 01PL12023G, 2012-2016)

Kontakt

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Barbara Meissner Barbara Meissner
Dr.