An der TH Nürnberg gibt es aktuell über 50 Promotionsvorhaben in verschiedenen Fachrichtungen - und nicht nur im technischen Bereich! Jeden Monat stellen wir eine Promovierende bzw. einen Promovierenden auf unserer TH-Website vor. Hier finden Sie alle bisherigen Porträts nochmal zum Nachlesen und Stöbern. Viel Spaß!

Foto: Jule Feige

„Mein Beitrag soll […] das Utopische nicht als Stillstand oder universelle Wahrheit deuten, sondern das Spannungsfeld zwischen materiellem und fiktivem Raum aufzeigen.“

 

Was ist Ihr fachlicher Background?

Mein Bachelor- und Masterstudium der Architektur habe ich an der TH Nürnberg absolviert. Die Architektur war schon zu Beginn eine Disziplin, die mich durch ihr sehr spezifisches Wechselspiel von Theorie und Materiellem besonders fasziniert hat. Die Möglichkeit zu transdisziplinärem und kritischem Denken weitet das Spektrum der Architektur zudem noch zusätzlich auf.

 

Warum haben Sie sich für eine Promotion entschieden?

Ich habe mich bereits während meines Masterstudiums sehr für das Thema des Utopischen interessiert und mich im Rahmen meiner Masterthesis in die Relevanz des Utopischen in der Architektur – speziell durch die Gegebenheiten und Erkenntnisse der Postmoderne – vertieft. Nach einem halben Jahr blieb jedoch das Gefühl, dem Thema in diesem kurzen Zeitraum nicht allumfänglich gerecht geworden zu sein – das geeignete Format für die weiterführende Forschung war die Promotion.

 

Warum promovieren Sie an der TH Nürnberg?

Die Form der kooperativen Promotion bietet mir die Möglichkeit sowohl an der Universität als auch an der Hochschule, an der ich mein Masterthesis-Thema ausgearbeitet habe und an der ich seit längerem auch in der Lehre tätig bin, zu promovieren. Diese Wechselbeziehung sehe ich als großen Vorteil an.

 

Auf welchem Gebiet forschen Sie?

Ich forsche im Bereich der Architekturtheorie, im Speziellen zum Utopischen in der Architektur. Die Forschung ist somit in den Humanwissenschaften angesiedelt, welche im Zuge unserer komplexen Gegenwart mehr und mehr an Bedeutung gewinnt.

 

Was fasziniert Sie besonders an Ihrem Fachgebiet?

Über alle Disziplinen hinweg hegt das Utopische eine besondere Faszination in sich. Mich interessiert besonders, wie das Utopische unseren Blick auf unsere Gegenwart, also unsere Realität, verändert.

 

Konnten Sie in Ihrer Forschung bereits Erfolge erzielen?

Ich konnte bereits an Workshops und Konferenzen in Deutschland, England und Portugal teilnehmen. Eine erste Veröffentlichung im Zuge der zweiten Konferenz erscheint in Kürze. Zudem habe ich im Wintersemester 2021/2022 ein Masterseminar zu meinem Promotionsthema angeboten: „Plural Realities“.

 

Was kann Ihre Forschung zur Lösung gesamtgesellschaftlicher Probleme beitragen?

Meine Forschung hat das Ziel zu verstehen, welchen Einfluss das Utopische auf unsere Umwelt angesichts der vielfältigen – auch baulichen - Einflüsse des Menschen auf den Planeten hat. Mein Beitrag soll dabei das Utopische nicht als Stillstand oder universelle Wahrheit deuten, sondern das Spannungsfeld zwischen materiellem und fiktivem Raum aufzeigen.

 

Was würden Sie gerne nach Abschluss der Promotion machen?

Mir ist es besonders wichtig, auch weiterhin den Kontakt zu Studierenden wie auch zu Forschenden zu suchen, da der gegenseitige Austausch das wichtigste Instrument zur Entstehung neuen Wissens und zu kritischem Denken ist.

Foto: Studioline Photography

„Meine Forschung trägt zur zielgerichteteren Gestaltung und Nutzung von Social Media bei“

 

Was ist Ihr fachlicher Background?

Ich habe zunächst ein duales Studium bei der IHK Nürnberg für Mittelfranken abgelegt. Dieses beinhaltete einen Ausbildungsabschluss zum Fachinformatiker für Systemintegration sowie einen Bachelorabschluss der Wirtschaftsinformatik an der TH Nürnberg. Anschließend absolvierte ich ein konsekutives Masterstudium der Wirtschaftsinformatik an der TH Nürnberg und in Kooperation mit der IHK Nürnberg für Mittelfranken. Seit Februar 2019 bin ich wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TH Nürnberg. Seit Oktober 2019 bin ich externer Doktorand am Schöller-Stiftungslehrstuhl für Wirtschaftsinformatik.

 

Warum haben Sie sich für eine Promotion entschieden?

Sowohl im Bachelor als auch im Master habe ich zunehmend gemerkt, dass mir das Behandeln von komplexen Fragestellungen viel Spaß bereitet. Auch das Lehren und Betreuen von Studierenden macht mir viel Spaß, was ich insbesondere bei meinen Tätigkeiten als Tutor feststellen konnte. Ausschlaggebend ist auch das starke Interesse an meinem Forschungsgebiet, welches ich in diesem Maße nur in der Forschung ausleben kann.

 

Warum promovieren Sie an der TH Nürnberg?

Ich wurde nach meiner Masterarbeit von meiner damaligen Masterarbeitsbetreuerin und jetzigen TH Nürnberg-seitigen Promotionsbetreuerin gefragt, ob ich Interesse an einer Promotion hätte. Somit hat sich dies zum Teil automatisch ergeben. Außerdem begleitet mich die TH Nürnberg schon seit meiner Bachelorzeit und ich empfand die Atmosphäre als sehr angenehm. Weiterhin bietet mir die TH Nürnberg eine gute empirische Grundlage für mein Promotionsthema.

 

Auf welchem Gebiet forschen Sie?

Ich forsche im Gebiet von Social Media, insbesondere Enterprise Social Media. Dabei fokussiere ich mich auf die Entstehungsmechanismen der zugrundeliegenden Netzwerkbeziehungen und deren Auswirkungen für Mitarbeiter. Ich bediene mich theoretischer Grundlagen der Soziologie und beleuchte das Thema aus der Perspektive der sozialen Netzwerke und Netzwerkanalysen, was neue Einblicke ermöglicht.

 

Was fasziniert Sie besonders an Ihrem Forschungsgebiet?

Insbesondere dessen Allgegenwärtigkeit von gesellschaftlicher Durchschlagskraft. Während Social Media und Enterprise Social Media in der Anfangszeit eher belächelt wurden, sind es nun zentrale Medien unserer zunehmend digitalisierten Gesellschaft geworden, mit allen positiven und negativen Effekten. Social Media ermöglicht unter anderem neue Arten der Vernetzung, deren gezielte Nutzung als politisches Instrument und die großflächige Verbreitung von (Falsch-)Nachrichten. In Unternehmen – wo mein Hauptfokus liegt – hat Enterprise Social Media einen immer höheren Stellenwert, zuletzt insbesondere auch aufgrund der Corona-Pandemie. Hier kann bereits festgestellt werden, dass Enterprise Social Media langfristig etablierte Interaktionsformen fundamental geändert hat, die daraus resultierenden Effekte für Mitarbeiter aber noch längst nicht vollständig erforscht sind.

 

Konnten Sie in Ihrer Forschung bereits Erfolge erzielen?

Eine stets aktuelle Publikationsliste finden Sie hier: https://www.digitalisierung.rw.fau.de/ueber-uns/team/externe-doktoranden/sebastian-schoetteler-m-sc/#collapse_0. Weitere Publikation befinden sich momentan im Begutachtungsprozess. Weiterhin habe ich bisher mehrere Abschlussarbeiten und Projekte erfolgreich fachlich betreuen können. Auch eine eigene, forschungsorientierte Vorlesung namens „Soziale Netzwerke“ konnten wird für das Wintersemester 2021 einführen.

 

Was kann Ihre Forschung zur Lösung alltäglicher Probleme beitragen?

Social Media und Enterprise Social Media können große Vorteile bringen, aber auch erheblichen Schaden erzeugen. Meine Forschung trägt zu einer zielgerichteteren Gestaltung und Nutzung dieser Medien bei, sodass potenzielle Vorteile maximiert und mögliche Schäden minimiert werden. Ein wichtiger Aspekt, wenn man bedenkt, dass diese Medien fest im Alltag integriert sind.

 

Was würden Sie gerne nach Abschluss der Promotion machen?

Stand jetzt: Weiterforschen!

Foto: ByteFM

"Im Zuge meines Promotionsvorhabens wurde mir klar, dass Brett- und Computerspiele unglaubliche Meisterwerke der Motivationskunst sind“

 

 

Was ist Ihr fachlicher Background?

Ich habe von 2006 bis 2009 an der Evangelischen Hochschule in Nürnberg Soziale Arbeit studiert und mit Diplom abgeschlossen. Seitdem arbeite ich bei der mudra Drogenhilfe. Außerdem bin ich freiberuflich wissenschaftlicher Mitarbeiter bei FINDER in Berlin. Die gemeinnützige Organisation widmet sich der Professionalisierung und Verbreitung von wissenschaftsbasierter Prävention und Gesundheitsförderung in Europa.

 

Warum haben Sie sich für eine Promotion entschieden?

Tatsächlich war das ein bisschen Zufall. Im Frühjahr 2018 hielt ich einen Vortrag zum Thema Prävention auf einem Fachtag in München. Dort wurde ich von Prof. Katrin Liel von der HAW Landshut angesprochen, sie war damals Vorstandsmitglied des BayWISS Verbundkolleg Sozialer Wandel. Ich hatte zu der Zeit durch meine Arbeit in der Drogenhilfe schon ein gewisses Faible für die Wissenschaft entwickelt. Jedoch war mir nicht bewusst, dass ich mit meinem akademischen Hintergrund die Voraussetzungen für eine Promotion erfülle. So kam eines zum anderen. Die Idee reifte bei mir über ein halbes Jahr, ich habe mich anschließend am BayWISS Verbundkolleg Sozialer Wandel beworben, wurde genommen und promoviere seitdem kooperativ bei Prof. Robert Lehmann an der TH Nürnberg und bei Prof. Georg Cleppien an der Universität Augsburg.

 

Warum promovieren Sie an der TH Nürnberg?

Das Thema Digitalisierung in der Sozialen Arbeit interessierte mich ziemlich und da ist das Institut für E-Beratung an der TH Nürnberg in Deutschland erster Ansprechpartner. Insgesamt fühle ich mich nicht nur bei meinem Betreuer Prof. Lehmann, sondern auch an der TH Nürnberg extrem gut aufgehoben. Ich schätze vor allem die Möglichkeit einer interdisziplinären Zusammenarbeit. Im Forschungsprojekt EMPAMOS treffen Informatiker:innen, Betriebswirtschaftler:innen und Sozialwissenschaftler:innen aufeinander, was ich als sehr fruchtbar und lehrreich erlebe. Ebenso ist die TH Nürnberg sehr gut in Deutschland und im europäischen Ausland vernetzt. Im Sommer halte ich beispielsweise einen Vortrag an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Olten, der Kontakt kam maßgeblich über die TH zustande.

 

Auf welchem Gebiet forschen Sie?

Ich beschäftige mich in meiner Dissertation mit Gamification in der Sozialen Arbeit. Der etwas sperrige Begriff meint im Prinzip den Einsatz von Spielelementen in Umgebungen, in denen spielerische Handlungen eigentlich eher ungewöhnlich sind. Ziel von Gamification ist die Förderung von Motivation für bestimmte Verhaltensweisen. Im Rahmen des Forschungsprojekts EMPAMOS haben wir ein Gamificationkonzept für die Drogenberatung entwickelt. In meiner Forschung interessiere ich mich für die Frage, wie genau die Klient:innen das Programm nutzen, ob es ihnen etwas bringt und welche Kontextfaktoren dabei eine Rolle spielen.

 

Was fasziniert Sie besonders an Ihrem Forschungsgebiet?

Interessanterweise war ich nie ein wirklicher Gamer und bin es auch bis heute nicht. Im Zuge meines Promotionsvorhabens wurde mir aber immer klarer, dass Brett- und Computerspiele unglaubliche Meisterwerke der Motivationskunst sind. Mich fasziniert die Frage, ob diese Eigenschaften auch in anderen Bereichen funktionieren. Gerade das Thema illegale Drogen ist in Deutschland nach wie vor stark ideologisch geprägt und auch Drogenberatung kann für die Klient:innen manchmal ziemlich anstrengend und mitunter bevormundend sein. Durch den spielerischen Ansatz finden möglicherweise manche Nutzer:innen einen ganz neuen Zugang zum Thema und schaffen es vielleicht auch konkret etwas an ihrem Verhalten zu verändern. Im Idealfall macht das Ganze durch die Spielelemente zusätzlich auch noch richtig Spaß.

 

Konnten Sie in Ihrer Forschung bereits Erfolge erzielen?

Vor allem freue ich mich, dass mein Promotionsthema in der Praxis und in der Wissenschaft auf großes Interesse stößt. Ich werde regelmäßig auf Fachtagungen und Kongresse eingeladen, beispielsweise durfte ich mein Projekt vor ein paar Tagen auf dem internationalen Akzept Kongress vorstellen und im Sommer halte ich einen Fachvortrag in der Schweiz. Ebenso schreibe ich immer wieder Beiträge für Sammelbände. Letztes Jahr mit Prof. Laila Hofmann und Prof. Thomas Voit von der TH Nürnberg für das Buch „HR Trends 2021“. Dieses Jahr veröffentlichte ich meinen ersten Solo-Beitrag über mein Promotionsprojekt für das Buch „Gegenwart und Zukunft sozialer Dienstleistungsarbeit“, erschienen ist er jetzt im April im Springerverlag.

https://www.researchgate.net/publication/350544590_Spielerisch_Motivation_verstarken_-_Gamification_in_Handlungsfeldern_der_Sozialen_Arbeit

 

Was kann Ihre Forschung zur Lösung alltäglicher Probleme beitragen?

Im Zuge der Digitalisierung haben Spiele enorm an Bedeutung gewonnen. Ich gehe davon aus, dass der Einsatz von Spielelementen zur Motivationssteigerung in unterschiedlichen Lebensbereichen weiter an Bedeutung gewinnen wird. Grund dafür ist auch die Tatsache, dass mit der Digitalisierung eine Allgegenwärtigkeit von Technologie einhergeht, z.B. sind Smartphones und mobile Vernetzung heutzutage selbstverständlich. Insgesamt verändern sich durch die digitale Transformation aber auch die Anforderungen an den einzelnen Menschen. Die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen und die Fähigkeiten zum Selbstmanagement sind Kernkompetenzen der Zukunft. Hierfür sind neue und funktionierende Motivationsstrategien nötig. Zur Gewährleistung sozialer Gerechtigkeit muss die Gesellschaft zukünftig einen Rahmen schaffen, in dem der einzelne Mensch ideale Bedingungen zur Entwicklung der eigenen Fähigkeiten vorfindet. Hier bietet Gamification einen potentiellen Ansatzpunkt.

 

Was würden Sie gerne nach Abschluss der Promotion machen?

Das Tolle ist – durch die Promotion eröffnen sich mir eine Reihe von neuen beruflichen Möglichkeiten. Klassischerweise steht mir danach der Weg zu einer HAW-Professur offen. Ich bin schon seit vielen Jahren an verschiedenen Hochschulen in der Lehre tätig, die Arbeit mit Studierenden macht mir viel Spaß und deshalb wäre natürlich eine Professur schon ziemlich spannend. Abseits dessen finde ich aber auch die Arbeit an praxisorientierten Forschungsinstituten interessant. Die Verbindung von konzeptioneller Ideenentwicklung und wissenschaftlicher Begleitung ist aufregend. Und natürlich liebe ich auch meinen Job in der Drogenarbeit. Von daher – die Zukunft wird zeigen, wo es mich am Ende hin verschlägt.

 

 

 

Foto: Karin Gleichauf

“In meiner Forschung geht es darum, Ansätze für kontaktloses Monitoring zu entwickeln, um den Komfort von Frühgeborenen zu erhöhen und ihnen den sowieso schweren Start ins Leben angenehmer zu machen”

 

Was ist Ihr fachlicher Background?

Ich habe zunächst Medizintechnik (B.Eng.) mit Vertiefung Elektrotechnik / Informationstechnik an der TH Nürnberg studiert. Für Medizintechnik habe ich mich entschieden, weil mich die Interdisziplinarität des Faches sehr gereizt hat. Mathe und Naturwissenschaften haben mir schon lange davor gefallen und ich fand es spannend, dass dies alles in einem Studiengang zusammenkommt und es vor allem darum geht, Menschen durch Medizintechnik zu helfen. Anschließend habe ich im Bereich der Robotik und Automatisierungstechnik einen Forschungsmaster (Master of Applied Research in Engineering Sciences) an der TH Nürnberg gemacht. Den Forschungsmaster habe ich gewählt, weil ich mich über einen längeren Zeitraum intensiver mit einem Forschungsthema auseinandersetzen wollte.

 

Warum haben Sie sich letztendlich für eine Promotion entschieden?

Während einer Projektarbeit im Bachelor habe ich zum ersten Mal ein kleines bisschen Forschungs-Luft geschnuppert und seitdem hatte ich den Traum, in der Forschung zu arbeiten oder Professorin zu werden. Dafür benötige ich einen Doktortitel. Die konkrete Idee für das Projekt NeoWatch hatte ich selber. Für eine Promotion an der TH Nürnberg habe ich mich entschieden, weil ich dort in meinem Studium schon gute Erfahrungen gemacht habe und die Hochschule mir eine gute fachliche Unterstützung für meine Promotion bietet.

 

Auf welchem Gebiet forschen Sie?

Ich forsche in der Medizintechnik und entwickle Ansätze für das kontaktlose Monitoring von Frühgeborenen auf der Neonatologischen Intensivstation. Mein Fokus liegt dabei auf Bild- und Sensordatenverarbeitung und insbesondere der Sensorfusion verschiedener Sensoren wie z.B. Thermo-, RGB- oder Structured Light Kameras für die kontaktlose Vitalparameter-Detektion.

 

Was fasziniert Sie besonders an Ihrem Fachgebiet?

Ich finde es spannend, Ansätze, die ich zuvor in der Robotik und Automatisierungstechnik angewandt und entwickelt habe, z.B. der Sensorfusion zur Hindernisdetektion einer autonomen Rangierlok, in die Medizintechnik zu übertragen. Mich begeistert die Interdisziplinarität, dass ich gemeinsam mit Ingenieuren und Ärzten arbeiten kann und dass es ein relevantes Thema ist, mit dem ich hoffe, eines Tages frühgeborenen Babys die erste schwierige Phase ihres Lebens zu erleichtern.

 

Konnten Sie in Ihrer Forschung bereits Erfolge erzielen?

Ja. Wir konnten mit verschiedenen Kameras und Sensoren zeigen, dass eine kontaktlose Atmungsüberwachung möglich ist.

Eine Publikation, bei der ich mitgewirkt habe, findet sich hier: https://ieeexplore.ieee.org/document/9175948

 

Und was kann Ihrer Forschung zur Lösung alltäglicher Probleme beitragen?

Meine Forschung soll die Probleme und Risiken (Druckstellen, Kabelabdrücke, Ekzeme, Hautirritationen oder das Ablösen der Haut) des derzeit standardmäßigen Monitorings von Frühgeborenen vermindern. Außerdem wird das Handling des Babys beim Wiegen, Waschen etc. vereinfacht. Durch kontaktlose Überwachung können auch Fehlmessungen vermieden werden, die beispielsweise durch den Schweiß des Babies entstehen. Es geht konkret darum, den Komfort des Kindes zu erhöhen und den sowieso schweren Start ins Leben angenehmer zu machen.

Bild: Ina Schmidt

"Ziel meiner Forschung ist, die Entwicklung der Knochendichte prognostizieren und damit mögliche Knochenbrüche zu verhindern"

 

Was ist Ihr fachlicher Background?

Ich habe zunächst ein duales Studium bei Schaeffler Technologies AG & Co. KG absolviert. Dieses beinhaltet sowohl eine Ausbildung zum Industriemechaniker als auch einen Bachelorabschluss im Fach Maschinenbau an der TH Nürnberg. Daran habe ich – ebenfalls dual bei Schaeffler – meinen Master in Maschinenbau an der TH Nürnberg angeschlossen. Seit Oktober 2018 bin ich wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TH Nürnberg.

 

Und warum haben Sie sich dafür entschieden, an der TH Nürnberg zu promovieren?

Für eine Promotion an der TH Nürnberg habe ich mich unter anderem wegen meiner Professorin dort entschieden. Sie hat mich dazu ermutigt und unterstützt mich auch während meiner Promotion sehr gut.

 

Was fasziniert Sie besonders an Ihrem Fachgebiet?

Ich forsche auf dem Gebiet der Biomechanik. Klassischer Maschinenbau beschäftigt sich ja eher mit Materialien wie Metallen oder Kunststoffen etc. In meinem Fall ist das „Material“ menschlicher Knochen. Ich finde das spannend, weil das jeder in seinem Körper hat - und doch weiß man noch immer so wenig darüber!

 

Konnten Sie in Ihrer Forschung bereits Erfolge erzielen?

Im Rahmen meiner Forschung konnte ich schon an einigen erfolgreichen Publikationen mitwirken:

Papastavrou A, Schmidt I, Deng K, Steinmann P. On age-dependent bone remodeling, Journal of Biomechanics, 2020, https://doi.org/10.1016/j.jbiomech.2020.109701

Papastavrou A, Schmidt I, Steinmann P. On biological availability dependent bone remodeling Computer Methods in Biomechanics and Biomedical Engineering, 2020,  https://doi.org/10.1080/10255842.2020.1736050

Schmidt I, Papastavrou A, Steinmann P. Concurrent consideration of cortical and cancellous bone within continuum bone remodelling, 2021, https://doi.org/10.1080/10255842.2021.1880573

 

Und was kann Ihre Forschung zur Lösung alltäglicher Probleme beitragen?

Thema meiner Promotion ist die Modellierung und Simulation der Knochenumbauprozesse, welche aufgrund äußerer Belastung und unter verschiedenen Bedingungen stattfinden. Das große Ziel ist, dass man patientenspezifisch die Entwicklung der Knochendichte prognostizieren und damit auch das Frakturrisiko vorherbestimmen oder mögliche Knochenbrüche verhindern kann. Anwendungsgebiet sind unter anderem degenerative Krankheiten wie Osteoporose, von welcher viele vor allem ältere Menschen betroffen sind. Aber auch im Hochleistungssport - Stichwort „Female athlete triad“ - oder aber auch für Astronauten wäre dies von Nutzen. Ebenso könnte man damit das Design und die Integration von Implantaten verbessern bzw. patientenspezifisch anpassen.

Foto: Thomas Killing

“Durch den hohen Praxisbezug können wir mit unserer Forschung Empfehlungen für die Baupraxis treffen”

 

Was ist Ihr fachlicher Background?

Nach Abschluss der allgemeinen Hochschulreife 2011 habe ich mich im Rahmen eines Verbundstudiums für eine Ausbildung zum Zimmermann in Kombination mit dem Studium Bauingenieurwesen an der TH Nürnberg entschieden. Seit April 2018 bin ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Dr.-Ing. Thomas Freimann im Labor für Beton- und Baustofftechnologie tätig. Ende 2019 habe ich mein Promotionsvorhaben in Kooperation mit der Universität der Bundeswehr in München bei Prof. Dr.-Ing. Karl-Christian Thienel begonnen. Gefördert wird mein Promotionsvorhaben durch das Bayerische Wissenschaftsforum.

 

Warum haben Sie sich letztendlich für eine Promotion entschieden?

Zu Ende des Bachelorstudiums hat sich ein interessantes Forschungsfeld eröffnet, zu dem ich bereits als studentische Hilfskraft gearbeitet habe und außerdem die Bachelor- und Masterthesis absolvieren konnte. Das Thema war damals neu für den deutschen Markt und bot bzw. bietet weiterhin viel Forschungspotential. Außerdem interessiere ich mich für die Lehre und die Arbeit mit Studierenden, sodass ich nun neben den Projekten auch Vorlesungen halte und studentische Arbeiten betreue.

 

Auf welchem Gebiet forschen Sie?

Im Labor für Beton- und Baustofftechnologie liegt unser derzeitiger Forschungsschwerpunkt bei neuartigen Abdichtungssystemen für Kellerbauwerke aus Beton, den sog. Frischbetonverbundsystemen. Diese Abdichtungen werden als Bahnen bereits vor den Stahlbetonarbeiten z.B. unter einer Bodenplatte oder an einem Baugrubenverbau verlegt und erzielen anschließend einen Verbund mit dem später eingebrachten Frischbeton. Dieser Verbund hat Vorteile für die Gesamtkonstruktion.

In meinem Promotionsvorhaben beschäftige ich mich mit einem Verbundmechanismus zwischen Abdichtung und Frischbeton, der durch Vliesstrukturen erreicht wird. Meine Untersuchungen sollen zeigen, wie der Verbund entsteht und wie sich der Frischbeton und das Vlies dabei verhalten. Daraus sollen Optimierungen der Vliesstoffe ermöglicht werden.

Neben Frischbetonverbundsystemen arbeiten wir an weiteren Forschungsthemen im Zusammenhang mit Beton, z.B. an Oberflächenbeschichtungen gegen Graffiti. Spannend dabei ist auch der hohe Praxisbezug, wodurch wir immer wieder konkrete Empfehlungen für die Baupraxis treffen. Verschiedene Publikationen, bei denen ich bereits mitwirken konnte, sind unter https://www.th-nuernberg.de/de/person/heinlein-ulli/ zu finden.

 

Und was kann Ihre Forschung zur Lösung alltäglicher Probleme beitragen?

Beispielsweise tragen Frischbetonverbundsysteme dazu bei, dass hochwertige Nutzungen bei Kellerbauwerken zielsicher erreicht und deshalb weniger Instandsetzungen nötig werden. Daraus folgen weniger Nutzungsausfälle und geringere nachträgliche Kosten, z. B. für Archive oder Krankenhäuser.

Foto: Privat

"Schlafstörungen besser zu erforschen und behandeln könnte eine Steigerung der Lebensqualität für Millionen Betroffene bedeuten"

 

Warum haben Sie sich für eine Promotion entschieden?

Das wissenschaftliche Arbeiten ist eine Leidenschaft von mir! Außerdem möchte ich mir eine Hochschul-Karriere offenhalten. Das ist - zumindest in der Psychologie - der einzige Bereich, in dem der Doktortitel tatsächlich spürbar von Vorteil ist. Schon während dem Psychologie-Studium habe ich begonnen, in der psychiatrischen Schlafambulanz am Klinikum Nürnberg als Psychologe zu arbeiten. Aus einem der Forschungsprojekte dort entstand dann 2019 mein Promotionsprojekt.

 

Und warum haben Sie sich dafür entschieden, in Kooperation mit der TH Nürnberg zu promovieren?

Das hat mehrere Gründe: Zum einen besteht zwischen der TH und meinem Arbeitgeber, dem Klinikum Nürnberg, eine Zusammenarbeit, von der ich profitieren konnte. Zum anderen gibt es hier das Institut für E-Beratung, an dem die geballte Expertise für meinen Forschungsbereich vorhanden ist. Zu guter Letzt lebe und arbeite ich gerne in Nürnberg und Umgebung und hätte mir nicht vorstellen können, für die Promotion wegzuziehen.

 

Auf welchem Gebiet forschen Sie?

Ich erforsche die „Kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie“ (KVT-I), eine Sonderform der Psychotherapie, die bei Schlafstörungen eingesetzt wird. Aktuell beforsche ich spezifisch den Einsatz dieser Behandlung bei Menschen, die in Schichtarbeit tätig sind.


Was fasziniert Sie besonders an Ihrem Fachgebiet?

Die KVT-I ist gut erforscht, effektiv und auch auf Berufsanfänger wie mich relativ einfach umzusetzen. Dennoch wird sie in Deutschland kaum angeboten. Stattdessen verlässt sich unser Gesundheitssystem immer mehr auf Schlafmittel, die erwiesenermaßen weniger wirksam sind und mehr Nebenwirkungen haben. Diese Lücke zwischen Angebot und Nachfrage zu schließen, ist eine spannende Herausforderung, an der ich gerne arbeite. In einer Pilotstudie zu unserem aktuellen Projekt konnten wir die Effektivität unseres Ansatzes bereits zeigen, allerdings noch ohne randomisierte Kontrollgruppe. Die Ergebnisse sind im IJERPH veröffentlicht.

 

Und was kann Ihre Forschung zur Lösung alltäglicher Probleme beitragen?

Schlafprobleme betreffen immer mehr Menschen. Ungefähr 70% der Betroffenen waren jedoch noch nie in Behandlung für ihre Schlafprobleme. Das liegt unter anderem an fehlendem Angebot und mangelnder Aufklärung. Diese Lücken mit guten, einfach zu erreichenden Angeboten zu schließen, könnte eine Steigerung der Lebensqualität für Millionen Betroffene bedeuten.

 

Was würden Sie gerne nach Abschluss der Promotion machen?

Ich würde gerne weiter in der Forschung tätig sein. Am liebsten würde ich eine passende Anschlussförderung für unser aktuelles Projekt finden, um die Onlineberatung weiter auszubauen. Das Fernziel ist dann irgendwann die Habilitation!

Sie haben eine Frage an unsere Promovierenden bezüglich ihrer Forschung? Schreiben Sie uns, wir stellen gerne den Kontakt her.