Unterstützungsmöglichkeiten im Bereich Eldercare

Wie sieht die Akuthilfe für pflegende Angehörige während der Corona-Pandemie aus?

Es ist möglich, aufgrund einer akut auftretenden Pflegesituation bis zu 20 Tage (zuvor 10 Tage) von der Arbeit fernzubleiben. Voraussetzung ist, dass eine pandemiebedingte akute Pflegesituation besteht, die bewältigt werden muss. Auch das Pflegeunterstützungsgeld als Lohnersatzleistung kann bis zu 20 Tage in Anspruch genommen werden. Bereits genutzte Tage mit Pflegeunterstützungsgeld werden angerechnet. Diese Regelung gilt bis zum 31. März 2022.

 

Gibt es aufgrund der Corona-Pandemie Änderungen bezüglich der Familienpflegezeit und der Pflegezeit?

Beschäftigte, die zusätzlich zum Beruf Pflegeaufgaben übernehmen, werden befristet bis zum 31. März 2022 die Möglichkeit erhalten, mit Zustimmung des Arbeitgebers Familienpflegezeit und Pflegezeit flexibler zu nutzen. Wer den gesetzlichen Rahmen für die Auszeiten (sechs Monate Pflegezeit, 24 Monate Familienpflegezeit) bisher nicht ausgeschöpft hat, soll kurzfristig Restzeiten der Freistellungen in Anspruch nehmen können, sofern sie die Gesamtdauer von 24 Monaten nicht überschreiten.
Die Ankündigungsfrist gegenüber dem Arbeitgeber beträgt bei der Familienpflegezeit vorübergehend nur zehn Tage (statt acht Wochen). Die Mindestarbeitszeit der Familienpflegezeit von 15 Wochenstunden kann vorübergehend unterschritten werden. Die Ankündigung in Textform genügt. Auch der unmittelbare Anschluss zwischen Pflegezeit und Familienpflegezeit entfällt bis zum 31. März 2022.

Beschäftigte, die aufgrund der Sonderregelungen zur COVID-19-Pandemie Freistellungen in Anspruch genommen haben oder nehmen, können verbleibende Monate ihrer Freistellungsansprüche nach dem Pflegezeitgesetz und Familienpflegezeitgesetz auch nach dem Auslaufen dieser neuen Regelungen bis zur Höchstdauer beziehungsweise Gesamtdauer in Anspruch nehmen.

 

Gibt es Besonderheiten der finanziellen Förderung durch zinslose Darlehen während der Corona-Pandemie?

Monate mit pandemiebedingten Einkommensausfällen können bei der Ermittlung der Darlehenshöhe auf Antrag unberücksichtigt bleiben. Die Rückzahlung der Darlehen wird für die Betroffenen im Verwaltungsverfahren erleichtert. 

 

Gibt es Änderungen für den Entlastungsbetrag während der Corona-Pandemie?

Pflegebedürftige im Pflegegrad 1 können den Entlastungsbetrag in Höhe von 125 € – abweichend von den derzeit geltenden Vorgaben nach Landesrecht – auch anderweitig verwenden. Dies gilt zeitlich befristet bis zum 31. März 2022 beispielweise für haushaltsnahe Dienstleistungen. 

 

Welche Unterstützungsmöglichkeiten bietet die TH Nürnberg während der Corona-Pandemie an?

Wenn es zur Betreuung eines/einer pflegebedürftigen Angehörigen zwingend notwendig ist und keine andere Betreuung möglich ist, kann auf Antrag eine zeitlich befristete, alternierende Telearbeit, mobiles Arbeiten oder eine subsidiäre Freistellung vom Dienst (unter Fortzahlung der Bezüge) gewährt werden. Voraussetzung ist die Betreuungsnotwendigkeit aufgrund der Corona-Pandemie.


Stand: 01/2022

Quellen:

https://www.wege-zur-pflege.de/corona

https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&jumpTo=bgbl120s1018.pdf#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl120s1018.pdf%27%5D__1629381742864

https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/corona-pandemie/informationen-fuer-pflegende-angehoerige

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/C/Coronavirus/Verordnungen/Verordnungsentwurf_Verlaengerung_Massnahmen_pflegerische_Versorgung_SARS-CoV-2.pdf

https://www.bgbl.de/xaver/bgbl/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&start=//*%5b@attr_id=%27bgbl121s2020.pdf%27%5d#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl121s2020.pdf%27%5D__1629381904753