Forschungsdatenblätter

LEONARDO-

ZENTRUM FÜR KREATIVITÄT UND INNOVATION

Unsere Volkswirtschaft und unsere Gesellschaft leben von ständig neuen Ideen. Jedoch wird in die Entwicklung, Einführung und Produktion ungleich mehr investiert als in den eigentlichen Ideations-, Investitions- oder Kreativprozess. Viele Ideen bleiben in der Initialphase stecken, weil sie nicht kommuniziert oder ausreichend dokumentiert und gewürdigt werden.
Die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm hat deshalb in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Musik Nürnberg und der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg eine Transferstrategie entwickelt, die den Fokus auf die frühe Innovationsphase und deren kontinuierliche Begleitung legt. Sie soll die Anzahl von qualitativ wertvollen, unkonventionellen Ideen erhöhen und

diese anschließend in die bestehenden Transferkanäle einspeisen.

Das Konzept setzt darauf, einen strukturierten Kreativitäts- und Innovationsprozess für die kritische Frühphase der Ideengenerierung zu entwickeln und zu vermitteln. Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Partner aus Unternehmen, Kommunen oder Wohlfahrtverbänden werden an den themenoffenen Innovations- und Transferprozessen beteiligt sein. Das Potential des neuen Angebotes wird in der übergreifenden, stimulierenden Zusammenarbeit von kreativen, sozial und wirtschaftswissenschaftlichen, technischen, naturwissenschaftlichen und künstlerischen Expertinnen und Experten liegen.

Modernes Blockheizkraftwerk mit thermischer Leistung (Quelle: AGO AG Energie + Anlagen)

DIE FÖRDERUNG DER MARKTDURCHDRINGUNG DER KRAFT-WÄRME-KÄLTE-KOPPLUNG IN URBANEN GEBIETEN ALS BEITRAG ZUR ENERGIEWENDE

Mit dem Forschungsprojekt „Die Förderung der Marktdurchdringung der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung in urbanen Gebieten als Beitrag zur Energiewende – TriMa (Trigeneration Market)“ leisten die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm und der Projektpartner Energieagentur Nordbayern GmbH einen Beitrag zur angestrebten Energiewende.

Die Technologie der Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung (KWKK) ermöglicht eine gekoppelte Bereitstellung von elektrischem Strom, Wärme und Kälte aus fossilen oder erneuerbaren Brennstoffen. Die benötigte Kälte wird dabei aus der Abwärme der Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK-Anlage) erzeugt, indem thermisch betriebene Kältemaschinen (TKM) zum Einsatz kommen.

SERVICE LEARNING ALS BEITRAG ZUR KOMPETENZENTWICKLUNG VON STUDIERENDEN

Im multimethodischen Projekt „Service Learning. Ein Beitrag zur Kompetenzentwicklung von Studierenden“ werden die Chancen und Grenzen von Service Learning Lehrprojekten empirisch untersucht und bestehende Aktivitäten in deutschen Hochschulen analysiert. Parallel wird eine eigene erste Lehrveranstaltung „Lernhilfen für Flüchtlinge“ nach der Service Learning Methode angeboten. Aus der empirischen Untersuchung von Service Learning Lehrprojekten und der Analyse bestehender Service Learning Aktivitäten in deutschen Hochschulen werden Best Practices identifiziert.

Ziel des Vorhabens ist es, Bedingungen für eine fakultätsübergreifende Entwicklung von Service Learning 

an Hochschulen zu analysieren. Ableitend von den Ergebnissen der Analyse sowie der wissenschaftlichen Begleitung der eigenen Lehrveranstaltung sollen Handlungsempfehlungen dieser Lehr- und Lernform des Service Learning für die fakultätsübergreifende Weiterentwicklung an Hochschulen formuliert werden. Als Maßnahme der Personalentwicklung und vor dem Hintergrund der demografischen Herausforderungen in Deutschland kann dies ein Beitrag der Hochschulen zum regionalen Bürgerschaftlichen Engagement sein, wie es seit Januar 2014 auch in der Bayerischen Verfassung als Ziel verankert ist.

BUNDESFACHSCHAFTENKONFERENZ DER WIRTSCHAFTS- UND SOZIALWISSENSCHAFTLICHEN FAKULTÄTEN 

Die Bundesfachschaftenkonferenz der wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultäten (BuFaK WiSo) ist die Zusammenkunft der Studierendenvertretungen der genannten Fachbereiche und Fakultäten aus diversen Hochschulen in Deutschland. Aktuell vertritt die BuFaK WiSo mehr als 250.000 Studierende im Bundesgebiet. Durch Vorträge, Workshops und Bar Camps dient die 

BuFaK WiSo seit fast vier Jahrzehnten den Studierenden zum Erfahrungsaustausch und zur Wissensvermittlung zwischen den Fachschaften auf verschiedenen Ebenen. Die halbjährig stattfindende Konferenz tagt im Wintersemester 2015/16 in an der Technischen Hochschule Nürnberg mit insgesamt 75 verschiedenen Fachschaften.

LICHTMISCHUNG IN ADAPTIVEN BELEUCHTUNGSSYSTEMEN MIT VERÄNDERBARER ABSTRAHLCHARAKTERISTIK

Leuchtdioden (LEDs) haben in den vergangenen 15 Jahren eine steile Entwicklungskurve durchlaufen, sodass heute kein Bereich der Beleuchtungstechnik ohne LED denkbar ist. Die Vorteile der LEDs gegenüber traditionellen Leuchtmitteln wie Glüh-, Halogen-, und Fluoreszenzlampe liegen in der hohen Lebensdauer und einem hohen Lichtwirkungsgrad. Durch den verstärkten  Einsatz der LEDs ergeben sich jedoch auch neue Herausforderungen für die Beleuchtungstechnik, beispielsweise bei der Erzeugung von weißem Licht durch additive Farbmischung.

Neben der Lichterzeugung und Farbmischung ist die Abstrahlcharakteristik, also die Richtungsabhängigkeit der abgestrahlten Lichtstärke, ein weiterer wichtiger Aspekt der Beleuchtungstechnik. Heutige  Beleuchtungssysteme besitzen in der Regel eine feste Abstrahlcharakteristik. Beleuchtungssysteme mit veränderlicher Abstrahlcharakteristik finden bislang nur in adaptiven KFZ-Frontbeleuchtungen Anwendung. Ein neues Forschungsprojekt der Technischen Hochschule Nürnberg will nun den Einsatz von Beleuchtungssystemen mit veränderbarer Abstrahlcharakteristik in Allgemein- und  Spezialbeleuchtungen untersuchen.

EINE EMPIRISCHE ANALYSE DER WIRKUNG VON AUTONOMEN SCHREIBGRUPPEN BEI ABSCHLUSSARBEITEN

Für ein erfolgreiches Studium benötigen Studierende Schreibkompetenz. In Studienarbeiten, Praktikumsberichten und Abschlussarbeiten eignen sie sich Fachwissen an, das sie im Schreibprozess reflektieren, ordnen und kommunizieren können. Sie lernen systematisch vorzugehen, Behauptungen mit nachvollziehbaren Argumenten zu unterstützen, Konzepte zu verstehen und alternative Lösungswege zu identifizieren. Umgekehrt erleben Studierende ohne ausreichende Schreibkompetenz oft gravierende Probleme: Schreibschwierigkeiten können zu anhaltenden Stresssituationen und im Extremfall zum Abbruch des Studiums führen.

Als Antwort darauf wurden in den letzten Jahren an einigen deutschen Hochschulen Schreibzentren als 

Unterstützungsangebote geschaffen. Die Technische Hochschule Nürnberg spielt hier mit ihrem fakultätsübergreifenden Schreibzentrum eine Vorreiterrolle. Das 2013 initiierte Schreibzentrum gehört zu den wenigen Schreibzentren an Hochschulen für angewandte Wissenschaften und Technischen Hochschulen in Deutschland und zum einzigen seiner Art in Bayern. Eine  systematische Untersuchung der Wirkungen von Interventionen, wie sie in Schreibzentren in Deutschland erfolgen – und damit auch von studentischen Schreibgruppen – steht jedoch bislang noch aus. Die Wirkung  der Schreibgruppen bei der Entwicklung von Schreibkompetenz wird nun im Rahmen des Forschungsprojekts „Die Entwicklung von Schreibkompetenz an der Hochschule“ untersucht.

GENOSSENSCHAFTEN FÜR UND MIT SENIORINNEN UND SENIOREN – EMPIRISCHE SITUATIONSANALYSE, STRUKTURBEDINGUNGEN UND BEDARFSABSCHÄTZUNG

Die Lebenserwartung in Deutschland hat sich in den letzten 120 Jahren fast verdoppelt. Gleichzeitig haben sich Familienstrukturen stark verändert. Einerseits möchten die meisten Menschen im Alter so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben, andererseits gestaltet es sich künftig schwieriger, Unterstützung bei Alltagsdienstleistungen zu organisieren. Höhere berufliche Mobilität, Scheidungen, Kinderlosigkeit und ein größere Zahl an Alleinlebenden führen dazu, dass ältere  Menschen in Zukunft auf noch mehr Unterstützung außerhalb der eigenen Familie angewiesen sein werden.

Einen Lösungsansatz bieten so genannte Seniorengenossenschaften. Dabei handelt es sich um verbindlich organisierte Zusammenschlüsse von 

Menschen, die sich gegenseitig unterstützende Leistungen zusichern und damit einen Beitrag für die Lebensqualität im Alter leisten. Kennzeichnend für Seniorengenossenschaften ist der indirekte Austausch von Leistungen. Um diesen zu ermöglichen, erhalten die Mitglieder nach dem Erbringen der jeweiligen Unterstützung eine Gutschrift auf ihrem „Verrechnungskonto“. Dieses Guthaben können sie selbst sofort oder später bei eigener Hilfsbedürftigkeit in Anspruch nehmen. Ein vom Bundeswissenschaftsministerium gefördertes Forschungsprojekt an der Technischen Hochschule Nürnberg untersucht nun erstmals bundesweit die Möglichkeiten und Grenzen dieser Hilfe auf Gegenseitigkeit.

VERHALTENSÖKONOMISCH MOTIVIERTE MASSNAHMEN ZUR SICHERUNG DES STUDIENERFOLGS

Eine große Zahl von Studierenden verlässt die Hochschulen ohne Abschluss und auch Absolventen benötigen für ein erfolgreiches Studium oft länger, als die vorgesehene Regelstudienzeit. Die Gründe hierfür sind vielfältig: Studierende gehen Nebenjobs nach, studieren für eine gewisse Zeit im Ausland oder es bieten sich Alternativen zum Hochschulabschluss. Zugleich sind lange Studiendauer und Studienabbruch für viele Studierende keine gewünschte Entwicklung, sondern Folgen begrenzt rationalen Handelns, wobei psychologische Faktoren oftmals eine entscheidende Rolle spielen.

In der politischen und akademischen Diskussion ist die 

Sicherung des Studienerfolgs seither ein wichtiges Thema. Jedoch legt die bildungsökonomische Literatur ihren Fokus dabei traditionell eher auf den Zusammenhang zwischen Lehrveranstaltungen und Studien- bzw. Schulerfolg. So liegt der Schwerpunkt beispielsweise auf der Verbesserung des Betreuungsschlüssels oder der Erweiterung der Ausbildung der Lehrer. Psychologische Faktoren finden in der Diskussion bislang kaum Berücksichtigung. Vor diesem Hintergrund untersucht das Forschungsprojekt „Verhaltensökonomisch motivierte Maßnahmen zur Sicherung des Studienerfolgs" gezielt die psychologische Wirkung der Rahmenbedingungen des Studiums.

INTERNATIONALISIERUNG DER HOCHSCHULE - FÖRDERUNG DER INTERNATIONALISIERUNG DER VERWALTUNG

Der internationale Austausch ist für Forschung und Innovation von großer Bedeutung. Deshalb hat sich die Technische Hochschule Nürnberg zum Ziel gesetzt „ihren Studierenden ein durch Forschung, Internationalität und Praxisnähe geprägtes Studium zu bieten und sie dadurch auf eine Tätigkeit im internationalen Kontext vorzubereiten". In diesem Zusammenhang hat die TH 

Nürnberg im Jahr 2015 das HRK-Audit „Internationalisierung der Hochschulen" erfolgreich durchlaufen. Aus den Ergebnissen wird ein Gesamtkonzept zur Internationalisierung der Hochschule abgeleitet. Ein essentieller Bestandteil dieses Konzepts ist die Internationalisierung der Verwaltung, die durch dieses Projekt gefördert werden soll.

INTERNATIONALISIERUNG DER HOCHSCHULEN -ENGLISCHSPRACHIGE STUDIENANGEBOTE

Laut dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst erhöhen englischsprachige Studienangebote die internationale Attraktivität der Hochschulen und qualifizieren bayerische Studierende für internationale Aktivitäten in Wissenschaft und Wirtschaft. 

Mit dem Projekt, „Internationalisierung der Hochschulen – Englischsprachige Studienangebote" zielt die Technische Hochschule Nürnberg (THN) darauf ab, diese zukunftsorientierte Aufforderung entsprechend unserer Internationalisierungsstrategie umzusetzen.

FÖRDERUNG DES STUDIENERFOLGS REGULÄRER INTERNATIONALER STUDIERENDER

In den letzten Jahren stieg die Anzahl internationaler Studierender an der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm. Vor allem in der Studieneingangsphase sieht sich diese Zielgruppe jedoch mit unterschiedlichsten Herausforderungen im Hinblick auf Studienbedingungen sowie Lernanforderungen konfrontiert. Im Zuge der Internationalisierungsmaßnahmen nimmt die Erhöhung 

des Studienerfolgs der internationalen Vollzeitstudierenden einen maßgeblichen Stellenwert ein. Gleichermaßen zielt das Programm des Bayerischen Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst auf diese Förderung ab: mithilfe unterschiedlicher Maßnahmen sollen unter anderem fachliche und fachsprachliche Hürden verringert und eine verbesserte Einbindung in das lernkulturelle Leben gewährleistet werden.

EIN HOCHSCHULDIDAKTIKDEPARTMENT FÜR DIE MINT-FÄCHER

In einem bayernweiten Verbund zur Hochschuldidaktik der MINT-Fächer (HD MINT) führen Lehrende in ihren Veranstaltungen verständnisorientierte Methoden ein. Die Umsetzung wird vom Institut für Hochschulforschung und -planung (IHF) in München wissenschaftlich begleitet und vom Projektbüro am Didaktikzentrum in Ingolstadt (DiZ) inhaltlich betreut.

Zu den Hochschulen des Verbundes zählen neben der TH Nürnberg noch die Hochschulen Amberg-Weiden, Augsburg, München, Rosenheim und Weihenstephan. An den Hochschulen sind jeweils interdisziplinäre Teams aus wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern verankert, die interessierte Lehrende bei der Umgestaltung ihrer Lehrveranstaltung unterstützen.

Quelle Bild: Wendler, Analysis vel resolutio, Bayer. Staatsbibliothek München, Cgm 3789, 121r

EDITION DER NIE GEDRUCKTEN GROSSEN ARITHMETIC VON ANTON NEUDÖRFFER IN DER HANDSCHRIFTLICHEN BEARBEITUNG VON GEORG WENDLER

Die Vermittlung mathematischen Wissens in Stadtschulen oblag vom 16. bis ins 18. Jh. sogenannten Rechenmeistern, die sich überdies als Autoren von Rechenbüchern auszeichnen konnten. Der Nürnberger Schreib- und Rechenmeister Anton Neudörffer (1571 – 1628) ist durch seine mehrfach aufgelegte „Anweisung in der Arithmetic“ bekannt. Durch die Wirren des 30jährigen Krieges wurde seine mit Vorabdrucken angekündigte

„Grosse Arithmetic“ weder gedruckt, noch ist ein Manuskript überliefert. Die Bayerische Staatsbibliothek München besitzt jedoch eine von Georg Wendler (1619 – 1988) verfasste Handschrift, in der er unter anderem 390 Prosa- und Reim- Textaufgaben daraus behandelt. In dem Projekt soll auf der Basis dieser Handschrift eine Edition erstellt werden, die sowohl Aufgabentexte als auch Lösungen in heute verständlicher Form enthält.

ZUSAMMENFÜHRUNG DER WEITERBILDUNG AN DER TECHNISCHEN HOCHSCHULE NÜRNBERG UNTER EINEM DACH

Im Bereich der Weiterbildung tritt die Technische Hochschule Nürnberg zur Zeit mit ihren „Marken“ Verbund Ingenieurqualifizierung gGmbH („Verbund IQ“), dem Georg-Simon-Ohm Management-Institut und dem Language Center professionell auf dem Markt auf. Auch einige Fakultäten haben ein eigenständiges Weiterbildungsangebot aufgebaut.

Es zeigt sich jedoch zunehmend, dass die verschiedenen Profile der einzelnen Weiterbildungsinstitute und der damit einhergehenden Mehr-Marken-Strategie den 

Anforderungen des gegenwärtigen und vor allem zukünftigen Weiterbildungsmarktes nicht mehr
gerecht werden können.

Projektziel ist demnach die Bündelung aller bereits bestehender Aktivitäten unter einem gemeinsamen Dach als „Hochschule für Berufstätige“, die inhaltlich, didaktisch und organisatorisch auf die speziellen Bedürfnisse und Belange berufstätiger Studierender
zugeschnitten ist.

FÖRDERUNG VON AUSLÄNDISCHEN GASTPROFESSOREN „OHM-LECTURESHIP PROGRAM“

Das Thema Internationalisierung gewinnt im Zeitalter der Globalisierung auch an den Hochschulen mehr und mehr an Bedeutung. Längst steht hierbei nicht mehr nur die internationale Mobilität der Studierenden im Fokus, sondern es wurde auch die Wichtigkeit der Internationalisierung in der Lehre erkannt.

Nachdem die internationale Mobilität bei den Professoren und Professorinnen der Technischen Hochschule Nürnberg 

Georg Simon Ohm längst Normalität ist, haben wir nun durch die Programmgelder des Bayrischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst die Möglichkeit, in verstärktem Maße ausländische Professorinnen und Professoren zu uns an die Hochschule einzuladen, um die Internationalisierung der Lehre vor Ort (internationalization at home) voranzutreiben und langfristig unser Angebot an englischsprachigen Lehrveranstaltungen zu erhöhen.

ANPASSUNGSSTRATEGIEN IM STÄDTISCHEN RAUM FÜR DIE MOBILITÄTSBEDÜRFNISSE UND DAS MOBILITÄTSVERHALTEN EINER SICH WANDELNDEN STADTGESELLSCHAFT

Die demographische Entwicklung stellt Städte in den kommenden Jahrzehnten vor neue Herausforderungen. Nach aktuellen Bevölkerungsprognosen wird die Zahl der älteren Menschen in Deutschland weiterhin ansteigen. Die Komplexität dieser Entwicklung wird trotz Diskussionen jedoch nicht ausreichend erkannt. Das Risiko einer Behinderung oder einer chronischen Erkrankung nimmt ab dem 50. Lebensjahr stark zu, womit sich auch das 

Mobilitätsverhalten und die Mobilitätsbedürfnisse großer Teile der Bevölkerung verändern. Bislang fehlen noch tiefgehende Analysen zu dieser Veränderung. Deshalb sollen in dem Vorlaufforschungsprojekt die komplexen Wechselwirkungen zwischen dem demographischen Wandel und den veränderten Mobilitätsbedürfnissen untersucht werden.

PROFESSORINNNEN-PROGRAMM II DES BUNDES UND DER LÄNDER

Das Rollenbild der Frau in der Gesellschaft hat sich verändert und schon längst haben Frauen formal die gleichen Möglichkeiten wie ihre männlichen Kollegen. Doch nach wie vor kann der Anteil an qualifizierten Frauen in der Wissenschaft nicht zufriedenstellen.

Ist die Verteilung bei der Studienberechtigung bis zu den Studienabschlüssen nach männlich / weiblich noch nahezu 

paritätisch, geht die Schere ab der Promotion bis zur Professur stetig auseinander (sog. „leaky pipeline“, vgl. Statistisches Bundesamt / GWK, Berechnungen CEWS). Bundesweit liegt der Anteil an Professorinnen an deutschen Hochschulen 2013 bei 21,3%, an der TH Nürnberg bei aktuell 14,0% (Stand WS14/15). Dabei ist der geringe Anteil von Akademikerinnen nicht nur aber besonders im MINT-Bereich zu spüren.

RESILIENZ UND IDENTITÄT: UNTERSTÜTZUNG VON IDENTITÄTSENTWICKLUNG UND ZIEL- UND WEITERBILDUNG BEI JUGENDLICHEN UND JUNGEN ERWACHSENEN

Die Entwicklung einer stabilen Persönlichkeit ist für Jugendliche und junge Erwachsene besonders wichtig. Durch den aktuellen gesellschaftlichen Wandel ist diese Aufgabe mit vielfältigen Herausforderungen verbunden. Im Forschungsprojekt „Resilienz und Identität Konzeption eines Angebots für Jugendliche und junge Erwachsene zur 

Unterstützung von Identitätsentwicklung und Ziel- und Wertebildung“ soll ein Manual für sozialpädagogische Fachkräfte entwickelt werden, mit dem sie, Jugendliche und junge Erwachsene bei der Entwicklung einer widerstandsfähigen (resilienten) Identität unterstützen können.

MEHR QUALITÄT IN LEHRE, BERATUNG UND BETREUUNG

Die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm konzipiert im Projekt „Mehr Qualität in der Lehre“ (QuL) seit 2012 zu vier Themenfeldern zahlreiche Maßnahmen für die Verbesserung der Studienbedingungen und für mehr Qualität in der Lehre, setzt diese erfolgreich um und entwickelt sie weiter. Das Projekt ist Antreiber und Begleiter für die strategischen Themenfelder Didaktik, 

Diversität, Dialog und Digitalisierung und verfolgt das Ziel, dass diese Themen selbstverständlich in die tägliche Arbeit an der Hochschule einfließen.

Die Maßnahmen sind den Projektsäulen „Übergänge gestalten, „Lehre lernen und coachen“, „Lehrund Lernräume schaffen“ und „Studium vernetzen“ inhaltlich und organisatorisch zugeordnet.

ZIELVEREINBARUNG DIVERSITY - KOMPETENZEN FÜR DIVERSITÄTSFREUNDLICHE DIGITAL GESTÜTZTE LEHRE AUFBAUEN

Digital gestützte Lehre bietet vielfältige Chancen, um zu einer Öffnung der Hochschule für heterogene Zielgruppen und zu einer Personalisierung des Lernens beizutragen (Diversity). So können z.B. durch Videos Inhalte plastischer dargestellt oder Prozesse besser veranschaulicht werden.

Das Lernen kann dabei flexibler und nach individuellen Möglichkeiten und Präferenzen gestaltet werden. Gleichzeitig zeichnen sich aktuelle didaktische Ansätze wie z.B. Blended Learning-Formate durch Selbstlernphasen aus, in denen Studierende im Internet recherchieren oder über das Internet zusammenarbeiten.

DAS LEARNING LAB – DIGITAL GESTÜTZTES LERNEN UND LEHREN ERFAHRBAR MACHEN

Im Zuge der Digitalisierung verändert sich das Lernen und Lehren. Es ergeben sich neuen Möglichkeiten durch mobile Endgeräte, das Social Web oder frei verfügbare Bildungsangebote, sog. Open Educational Resources. Um daran teilzuhaben bzw. davon zu profitieren werden neue, soziotechnische Kompetenzen gebraucht – sowohl auf Seiten der Studierenden, als auch bei den Lehrenden, insb. in Bezug auf die Ausgestaltung neuer Lehrkonzepte.

Zugleich entsteht durch das Social Web eine neue, kooperative und partizipative Lernkultur, die sich durch veränderte Kulturtechniken, Gewohnheiten, Werte und 

Normen des sozialen Miteinanders auszeichnet.

Für die Entwicklung einer solchen Kultur an der TH Nürnberg sowie entsprechenden Kompetenzen bei Studierenden und Lehrenden sind Initiativen auf verschiedenen Ebenen notwendig:

  • Qualifizierungsmaßnahmen zur nachhaltigen Kultivierung sozio-technischer Kompetenzen für die aktive Teilnahme im Social Web und die Nutzung digitaler Medien
  • Förderliche Rahmenstrukturen für eine neue Lernkultur

EIN PROGRAMM AN DER TECHNISCHEN HOCHSCHULE NÜRNBERG FÜR ALLE, DIE ALS ERSTE IN IHRER FAMILIE STUDIEREN

Die Technische Hochschule Nürnberg ist eine von zehn Hochschulen in Deutschland, die einzige Hochschule in Bayern, welche sich in einem deutschlandweiten Wettbewerb gegen 61 Hochschulen durchgesetzt hat. Gefördert wird das Projekt „Mut zum Studium“ durch den Stifterverband der Deutschen Wissenschaft und die Stiftung Mercator.

„Mut zum Studium“ ist ein Unterstützungsprogramm für

alle, die als Erste in ihrer Familie studieren möchten. Um wichtige Informationen und Rückhalt aus erster Hand zu erhalten, wird bereits vor Studienbeginn der Kontakt mit einem/r Studienbegleiter/in aus einem höheren Semester angeboten. Im Tandem werden bis zum Ende des zweiten Semesters Themen bearbeitet, die für die Studienpioniere vor und während des Studiums besonders wichtig sind.

ENTLASTUNG DURCH GLEICHBETROFFENE UND EXPERTEN ZUR SICHERUNG DER HÄUSLICHEN PFLEGE INSBESONDERE BEI DEMENZERKRANKUNG

Die meisten Pflegebedürftigen in Deutschland erhalten regelmäßig von nahestehenden Angehörigen Hilfe. Viele der privaten Hauptpflegepersonen fühlen sich durch die zeitaufwendige Betreuung stark belastet. Vor allem die emotionale Belastung spielt dabei eine größere Rolle, als die körperliche oder finanzielle. Insbesondere bei der Pflege von demenzkranken Angehörigen kommt es bei den privaten Pflegepersonen zu Isolation und Vereinsamungsgefühlen. Hinzukommt das bedingt durch den demographischen Wandel in Zukunft die Zahl der Pflegebedürftigen steigen wird und die Zahl der Fachkräfte in der (Alten-)Pflege abnimmt. Entlastungs- und

Unterstützungsmaßnahmen für pflegende Angehörige kommt deshalb eine große präventive Bedeutung für die Aufrechterhaltung guter häuslicher Pflege zu.

Durch die Schaffung von zentralen Anlaufstellen, Pflege bzw. Pflegestützpunkten und unterschiedlichen (Selbsthilfe-) Organisationen, wird versucht den vielfältigen Unterstützungsbedarf pflegender Angehöriger zu stillen. Jedoch werden diese Angebote vergleichsweise nur wenig in Anspruch genommen. Im Projekt soll deshalb ein Online-Support für pflegende Angehörige geschaffen werden, der diese unterstützt und entlastet.

EHRENAMTSKONGRESS 2018

Bayern fördert seit Jahren erfolgreich ehrenamtliches Engagement. Die Grundlagen der Strategie sind insbesondere die Förderung einer alle Engagementfelder umfassenden Infrastruktur, die Stärkung der Anerkennungskultur und die Stärkung des Bewusstseins für den Wert des Bürgerschaftlichen Engagements.
Diese Zielsetzungen wurden auch im 4. Bayerischen Ehrenamtskongress 2018 aufgegriffen. Durch den wissenschaftlichen, praxisnahen Fachkongress sollte vor allem die Verantwortung der Personen gestärkt werden, die sich haupt- und ehrenamtlich in bayerischen Verbänden, Kommunen und Initiativen engagieren. Auf wissenschaftlichen Standards basierend wurden aktuelle Fragen der Engagementforschung praxisorientiert 

aufgegriffen und diskutiert. Dabei wurden die Erfahrungen und Erkenntnisse nationaler sowie internationaler ReferentInnen mit einbezogen. Dazu zählen unter anderem Fragen der Ehrenamtskoordination, der Gewinnung und Anerkennung von Ehrenamtlichen, der rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen des Engagements, des Zusammenwirkens von Haupt- und Ehrenamtlichen, der Öffentlichkeitsarbeit, der Evaluation und der Qualitätsentwicklung Bürgerschaftlichen Engagements.
Der Ehrenamtskongress richtet sich dabei an VertreterInnen aller Engagementbereiche in Bayern, die sich mit Fragen des Bürgerschaftlichen Engagements befassen.

BESTIMMUNG ALLER FLÄCHENFÜLLENDEN KURVEN FÜR EINFACHE LINDENMAYERSYSTEME KLEINER ORDNUNGEN

Monsterkurven sind fraktale Objekte, die durch Wiederholung ihres Konstruktionsverfahrens jeden
Punkt einer Fläche erreichen und die Fläche vollständig ausfüllen. Seit 2013 forscht Prof. Dr.
Jörg Arndt in der Fakultät efi der Technischen Hochschule Nürnberg an diesen flächenfüllenden Kurven. Im Projekt wurden durch Computersuche sehr erfolgreich verschiedene Familien derartiger fraktaler Kurven bestimmt. Statt dem ursprünglichen Dutzend solcher Kurven sind nun etwa eine Million bekannt. 

Diese Kurven überschneiden sich nie und sind selbstähnlich, wie in den Bildern dargestellt: Jede lässt sich in mehrere verkleinerte Kopien ihrer selbst zerlegen.

Durch KONWIHR (Kompetenznetzwerk für Wissenschaftliches Höchstleistungsrechnen in Bayern) wird über ein Jahr eine halbe Stelle für die wissenschaftliche Mitarbeiterin Julia Handl finanziert. Im Projekt sollen einige Familien von flächenfüllenden Kurven vollständig bestimmt werden.

OHMfitforEU - EU-STRATEGIE FH

Forschungs- und Entwicklungsarbeit ermöglicht nicht nur eine energieeffiziente und ressourcenschonende Gestaltung sowie Weiterentwicklung bereits üblicher Anwendungen, sondern sie ist auch die Basis für neue Technologien und bahnbrechende Innovationen. Das Leitbild der Hochschule, und damit einhergehend deren Forschungsschwerpunkte, wurde an die wichtigsten Wirtschaftsbranchen der Metropolregion Nürnberg und den Zukunftsthemen - anlog der Forschungsstrategie der EU und der High-Tech-Strategie der Bundesregierung in zehn Leitthemen - niedergelegt. Diese konzentrieren sich vor allem auf Energie, Umwelt, Verkehr, Neue Materialien, Automation, Gesundheit und den demographischen Wandel. Die TH Nürnberg ist bekannt für ihre angewandte Forschung, die sie in nationalen und regional geförderten Forschungsprojekten mit Kooperationspartnern aus 

Wissenschaft und Wirtschaft bereits sehr erfolgreich realisiert. Darüber hinaus nimmt sie auch an Forschungsprojekten im europäischen Forschungsrahmenprogramm für Forschung und Innovation (Horizon 2020) teil. Die Forschung der TH tritt vor allem in den letzten Jahren immer mehr auf die internationale Ebene, um u.a. von der Exzellenz anderer europäischer Projektpartner zu profitieren und die TH Nürnberg in der internationalen „Scientific Community“ zu profilieren. Trotz bereits erfolgreicher Beteiligung an „Horizon 2020“, wird das Angebot europäischer Forschungsförderung bisher nur bedingt wahrgenommen: Die TH Nürnberg stellt durchschnittlich nur vier Anträge im Jahr. Deshalb soll im Rahmen des Projekts OHM-FitforEU, die Beteiligung durch die Intensivierung und Erweiterung bereits etablierter Unterstützungsmaßnahmen und eines neu eingerichteten Anreizsystems gesteigert werden.

TRIALOG IM NETZ

Ob Depression, Burn-out oder ADHS: Psychische Störungen sind längst keine Einzelfälle mehr. Laut Daten des Robert Koch Instituts leidet sogar jeder zweite Deutsche im Laufe seines Lebens an einer psychischen Störung. Vor allem Menschen mit einer schweren psychischen Erkrankung sind überdurchschnittlich oft arbeitslos.
Eine berufliche Perspektive bietet hier das Berufsbild Genesungsbegleiter/in.

Genesungsbegleiter/innen

Genesungsbegleiter/innen sind Menschen, die schwere psychische Krisen überwunden haben und nach einer Qualifizierung Unternehmen der psychiatrischen Versorgung als „Expertinnen und Experten aus Erfahrung“ bei ihrer Arbeit unterstützen können.

DIGITALISIERUNG DES STUDENTISCHEN LEBENSZYKLUS ZUR FÖRDERUNG UNTERREPRÄSENTIERTER STUDIERENDER IN MINT-STUDIENGÄNGEN

Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in den Feldern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) ist seit Jahren eines der größten Probleme des deutschen Arbeitsmarktes. Dabei nimmt der Bedarf an Fachkräften in MINT-Berufen durch die fortschreitende Digitalisierung und den Demographischen Wandel stetig zu. Um diesen Bedarf zu decken, ist eine ausreichende 

Anzahl von Absolventen in MINT-Fächern notwendig. Vor allem in IT-bezogenen Bereichen ist der Anteil an Studentinnen gering. Aber auch der Bildungsabschluss der Eltern und ein Migrationshintergrund haben Einfluss darauf, ob ein Studium aufgenommen wird. Das Projekt DIAMINT will diese unterrepräsentierten Gruppen vor, während und nach dem MINT-Studium digital unterstützen.

GENDER UND KULTURELLE DIVERSITÄT IN SOFTWARE ENGINEERING ALS GRUNDLAGE ERFOLGREICHER DIGITALISIERUNG

Die Digitalisierung und der technologische Wandel haben die Arbeitswelt in vielen Branchen grundlegend verändert. Medienkompetenz, also die Vertrautheit mit digitalen Technologien, kann Karrieren beschleunigen – sowohl am Arbeitsplatz als auch in der Bildung. So ist die Medienkompetenz eine Grundvoraussetzung für den Aufstieg in Führungspositionen. Während sich die Gender Gap in der IT langsam schließt, schneiden Frauen auch bei der Medienkompetenz im Schnitt schlechter ab als Männer. Neben den Geschlechtsunterschieden, haben auch kulturspezifische Unterschiede Auswirkungen auf 

Software Engineering Projekte. Im Gegenteil zu früheren Projekten, die in kleinen Gruppen am selben Ort durchgeführt wurden, arbeiten heute globale Software-Entwicklungsteams zusammen. Sprachunterschiede, Zeitverschiebung und geographische Entfernung, sind neben den kulturellen Unterschieden und Vertrauens Schwierigkeiten, die größten Herausforderungen, vor denen sich internationale Entwicklungsteams sehen. Im Vorlaufforschungsprojekt DIVERSENTA soll deshalb die Rolle von Gender und kultureller Diversität in Software Engineering untersucht werden.

MIT ERFOLG ZUM MINT-ABSCHLUSS IN BAYERN

Vor allem in den MINT-Fächern ist die hohe Anzahl an Studienabbrüchen ein großes Problem. Fehlerhafte Erwartungen an das Studium und nicht zielführende Lern- und Arbeitsverhalten der Studenten sind nur einige Gründe. Die Technische Hochschule Nürnberg hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, die Studienerfolgsquote bei Erhaltung des

Leistungsniveaus der Absolventen zu erhöhen. In diesem Zusammenhang soll das Projekt MINTerAktiv die Beratung der Studieninteressierten vor Beginn des Studiums, die Vorarbeiten auf das jeweilige Studium und die Betreuung während der ersten Studienphase verbessern.