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Donnerstag, 02. Februar 2017

Der Weg in das digitale Ökosystem im Bereich Finanzen

Das Thema Digitalisierung und Fintechs beschäftigt nicht nur Unternehmen, sondern auch die Bundesregierung bereits seit mehreren Jahren. Der Bereich hat eine hohe forschungspolitische Relevanz, bislang liegen allerdings kaum empirische Untersuchungen dazu vor. Mit seinem Forschungsprojekt „Digitale Disruption und Geschäftsmodelle in der Fintech-Industrie – Deutschland und USA im Vergleich“ vertieft Prof. Dr. Matthias Fischer von der TH Nürnberg dieses Thema. Die STAEDTLER Stiftung födert das Projekt. Fintechs haben das Potenzial, trotz teilweise disruptiver Auswirkungen, die Digitalisierung von Prozessen in etablierten Unternehmen zu unterstützen.


Nürnberg, 02. Februar 2017. Fintechs sind technologiegetriebene Geschäftsmodelle in der Finanzdienstleistungsindustrie, die neuartige Lösungen in diesem Bereich bieten. So hat zum Beispiel der Bezahldienst Paypal die Marktlücke bei Internetbezahlverfahren geschlossen, die etablierte Anbieter bis dahin ignoriert haben. „Der Fokus traditioneller Unternehmen auf die bisherigen erfolgreichen Produkte verschließt den Blick auf mögliche Innovationen und lässt daher Platz für den Markteintritt neuer digitaler Wettbewerber“, erläutert Prof. Dr. Matthias Fischer, Fakultät Betriebswirtschaft an der TH Nürnberg.


Die Studie zeigt auf, welche Synergien sich aus der Zusammenarbeit von klassischen Anbietern mit innovativen Fintechs ergeben. „Aus den Untersuchungsergebnissen werden Handlungsempfehlungen für die Politik und die Wirtschaft abgeleitet, um Chancen und Risiken der Digitalisierung für Verbraucher und traditionelle Unternehmen adäquat zu berücksichtigen“, so Prof. Dr. Fischer. „Außerdem liefern wir wertvolle Anhaltspunkte für die erfolgreiche Umsetzung von digitalen Geschäftsmodellen.“ Die Studie wird Empfehlungen zur Steuerung des digitalen Wandels aufzeigen und erläutern, was etablierte Anbieter von Start-Ups lernen können.


In den USA ist bereits seit 2011 eine Welle von Fintech Start-Ups zu verzeichnen, in Deutschland ist dieser Trend erst seit 2014 erkennbar. Durch den internationalen Vergleich zwischen den beiden Ländern werden die Erfahrungen mit Fintechs im amerikanischen Markt berücksichtigt, um Nutzungspotenziale für den deutschen Markt zu evaluieren. 


Ziel des Forschungsprojektes von Prof. Dr. Fischer ist es, die Gefahren für traditionelle Offline-Geschäftsmodelle aufzuzeigen, wenn Innovationen der Fintech Start-Ups ignoriert werden. So erwartet Prof. Fischer, dass in der Zukunft vermehrt Algorithmen basierte Software und automatisierte Berater auf Websites die persönliche traditionelle Beratung in Sachen Finanzen ersetzen werden. „Die Studie ist unverzichtbar, damit etablierte Anbieter die Chancen und Risiken von neuen disruptiven innovativen Geschäftsmodellen erkennen und entsprechende Anpassungsmaßnahmen implementieren können“, erklärt Prof. Dr. Fischer. „Die Thematik hat nicht nur für die Politik, sondern auch für die Unternehmen und die Verbraucher eine hohe Bedeutung – ein spannendes Beispiel für die anwendungsorientierte Forschung der TH Nürnberg.“

 

Foto: ©adiruch na chiangmai/fotolia

Erstellt von KOM/jb am Donnerstag, 02. Februar 2017
 
 
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