Ausrichtung
Der Fremdsprachenunterricht der Schulen des Sekundarbereichs ist mit einem gewissen Recht danach ausgerichtet, auch und gerade solchen Schülern, die später ein Philologiestudium ergreifen wollen, die nötige Hochschulreife zu vermitteln. Das heißt, der Fremdsprachenunterricht führt zu vorwiegend passiver Sprachkompetenz und entsprechendem Verhalten. Klassengrößen und zunehmende Disziplinstörungen lassen eine gediegene Ausbildung der Sprechfertigkeit kaum zu. Außerdem spielen Themen aus den Bereichen Industrie und Wirtschaft in den Lehrwerken eine viel zu kleine Rolle (im Vergleich zu kulturellen, landeskundlichen und sozialen Themengebieten).
Im Grunde wird diesem Defizit seit langem durch ein bestimmtes Angebot an Fremdsprachenunterricht an Fachhochschulen Abhilfe geschaffen. Dies betrifft in erster Linie den Erwerb fachsprachlicher Kenntnisse und Fertigkeiten. Gerade an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg hält man sich etwas darauf zugute, daß auf dem Gebiet des Technischen Englischen jede Fakultät, in Einzelfällen sogar spezielle Studienrichtungen, anhand einer ganz spezifischen Textauswahl an die erforderliche größere Genauigkeit und Differenziertheit des Verstehens und des Ausdrucks im professionellen Sprachumfeld herangeführt wird.
Weitere Verbesserung der kommunikativen Fähigkeiten, vor allem im mündlichen Bereich, wird durch eine Sprachenausbildung erreicht, die auf anerkannte Zertifikatsprüfungen ausländischer Industrie- und Handelskammern, wie etwa London Chamber of Commerce and Industry, vorbereitet. Es bestehen Kooperationsverträge mit entsprechenden Organisationen in Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien.
Darüberhinaus werden Sprachkurse angeboten, die in mehreren Stufen über mehrere Semester hinweg als Wahl- bzw. Wahlpflichtfächer belegt werden können. Sie ersetzen für den früheren Fachoberschüler die Schulbildung in einer zweiten Fremdsprache oder erweitern im Hinblick auf das spätere berufliche Umfeld das schulische Angebot um Fremdsprachen, die gewöhnlich nicht auf Schulen gelehrt werden. Eine Ausnahme bilden Anfängerkurse. Seitdem es wegen der Sparmaßnahmen zum Wegfall von 50 % der Lehrbeauftragtenstunden gekommen ist, werden Anfängerkurse nur gegen Kursgebühren im Rahmen des Programms der Sprachzertifikate angeboten, und nur dann, wenn sich mindestens 8 Studierende finden, die bereits sind, diese Gebühren zu zahlen.
Organisatorische Gestalt
Innerhalb der Hochschule konzentriert sich die Kompetenz zur Abhaltung von Sprachkursen in der Fakultät Allgemeinwissenschaften. (Einen derartige Fakultät zur Abhaltung von fakultätübergreifenden Lehrveranstaltungen gibt es gemäß Bayerischem Hochschulgesetz an allen derartigen Einrichtungen im Freistaat.) Seitdem durch bauliche und organisatorische Maßnahmen der Fakultät Betriebswirtschaft (ursprünglich eine mit der Ohm-Hochschule verschmolzene Fachhochschule eigener Prägung) seine relative Eigenständigkeit zu räumlicher Nähe und besserer Zusammenarbeit wandeln konnte, verwaltet die Fakultät Allgemeinwissenschaften auch in eigener Verantwortung das bisher schon eingerichtete Sprachenangebot jeder Fakultät und ist mehr denn je ein Kompetenzzentrum dieser Fächer. Der Umfang der angebotenen Fremdsprachen hat sich auf Englisch, Schwedisch, Italienisch und Spanisch eingeschränkt. Französisch wird nur mehr im Fachbereich Betriebswirtschaft unterrichtet, Portugiesisch, Russisch, Japanisch und Chinesisch sind weggefallen, wie früher schon Neugriechisch. Nicht in allen Fällen sind dafür die Sparmaßnahmen die Ursache gewesen.
Personelles
Es gibt an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg fünf hauptamtliche Professoren für Fremdsprachen, von denen drei Technisches Englisch unterrichten, zwei Wirtschaftsenglisch; die letzteren beiden nehmen auch den Unterricht im fachsprachlichen Französischen wahr.
Die Einrichtung eines multimedialen Lernumfeldes soll in Zukunft ermöglicht werden. Zwei Sprachlabors sind bereits vorhanden; 10 bis 15 multimedia-fähige Arbeitsplatzrechner stehen den Teilnehmern entsprechender Sprachkurse zu bestimmten Zeiten im Rechnerraum der Fakultät Informatik zur Verfügung.
Die verbliebenen Lehrbeauftragten wirken mit diesen Professoren und der Fakultät Allgemeinwissenschaften zusammen, um das Angebot aufrecht zu erhalten. Dabei gliedert sich die Ausbildung in allen Sprachen in Aufbau- und Fortgeschrittenenkurse. Die Lehrbeauftragten sind sorgfältig ausgesucht, werden beraten, gegebenenfalls mit Lehrmaterial in Form von Skripten der Professoren ausgestattet und evaluiert.
Beispiel für den Plan eines Kurses
Für den Aufbaukurs Technisches Englisch gilt für alle technischen Fakultäten folgendes Grundschema:



