Die Technische Chemie hat an der Hochschule Nürnberg eine sehr alte Tradition. Sie geht als Bereich der Lehre, aber auch der praxisnahen Forschung und Entwicklung auf die Zeit der beginnenden Industriellen Revolution zu Anfang des neunzehnten Jahrhunderts zurück. Die mit der Industriellen Revolution verknüpfte Veränderung des Handwerks hatte auch zur Folge, dass an vielen Orten Gewerbeschulen, Bauschulen und Polytechnika gegründet wurden.
So entstand 1823 auch in Nürnberg die "Städtische Polytechnische Schule", die als älteste Vorläuferinstitution der Georg-Simon-Ohm-Hochschule betrachtet werden kann. An diese Schule wurde vom Magistrat der Stadt bereits im Jahre 1829 der Chemiker Dr. Friedrich Wilhelm Engelhart als Lehrer für Physik und Chemie berufen. Eine seiner Aufgaben war die Einrichtung eines chemischen Laboratoriums. Engelhart war Schüler bedeutender Chemiker seiner Zeit, u. a. von Berzelius in Stockholm und von Dumas in Paris. Dessen "Handbuch der technischen Chemie", das damalige Standardwerk dieses Fachgebietes, wurde von ihm ins Deutsche übersetzt und mit zahlreichen wichtigen Anmerkungen versehen. Neben seiner Lehrtätigkeit und seinen literarischen Arbeiten lag ihm, um ein modernes Schlagwort zu verwenden, der "Technologietransfer" besonders am Herzen:
Er erwarb sich Verdienste als Helfer und Berater der aufkommenden Nürnberger Industriebetriebe. Leider verstarb Engelhart erst vierzigjährig bereits 1837.












